Preiswürdig?

Preise für Engagierte und Projekte gibt es in der deutschen Stiftungslandschaft hundertfach. Doch schaffen diese auch einen Mehrwert für Ausgezeichnete und Ausrichter?

11. September 2017 | Oldenburgs MontagsImpuls

Preiswürdig?


Liebe Stiftungsfreunde,

Preise gibt es überall in der Stiftungslandschaft: Diese Woche bin ich beispielsweise Gast beim Deutschen Nachbarschaftspreis der in diesem Jahr gegründeten nebenan.de-Stiftung, und in einer durchschnittlichen Woche könnte ich fast jeden Abend eine Preisverleihung besuchen. Vielen von Ihnen geht es sicher nicht anders.

Dabei stelle ich fest: Preise sind ein großartiger Weg, herausragende Menschen und Ideen zu finden und zu fördern – mit Ressourcen, Netzwerk, oder einfach öffentlicher Ermutigung und Anerkennung. Und nebenbei darf es auch darum gehen, auf den Preisausrichter selbst aufmerksam zu machen. Aber von vielen Seiten gibt es auch gerechtfertigte Kritik: Nicht alle Preise sind nützlich und an vielen Stellen gibt es mehrfache Auszeichnungen für ein und dieselbe Sache.

Wie wäre es daher, wenn die Ausrichter ihre Preise einem einfachen Selbsttest unterziehen?

Erstens: Hilft der Preis den Ausgezeichneten substanziell, um mehr Wirkung zu entfalten? Mehr Aufmerksamkeit allein kann es nicht sein. Wir alle kennen Initiativen, die einen Preis nach dem anderen bekommen, aber weiterhin um handfeste Förderung ringen müssen. Und zweitens: Kommen bei den Ausgezeichneten mehr Ressourcen an (sei es Preisgeld oder andere Förderungen) als die Organisation und Verleihung des Preises selbst kosten? 

Wer eine von beiden Fragen mit „nein“ beantwortet, sollte den Preis vielleicht überdenken – zum Beispiel beim Vernetzungstreffen für Preisausrichter des Deutschen Engagementpreises am 5. Oktober in Frankfurt. Lassen Sie uns an der großartigen Anerkennungskultur in unserem Land festhalten, zugleich aber jede Auszeichnung regelmäßig auch auf den Prüfstand stellen. Es wird den Ausrichtern und Ausgezeichneten gut tun.

Starten Sie gut in die Woche.

Herzlich, Ihr FO 
 

PS: Manche von Ihnen haben sich vielleicht gefragt, warum wir den KOMPASS-Preis des Bundesverbandes vergangenes und auch dieses Jahr nicht vergeben haben. Auch unseren Preis haben wir untersucht, den klaren Mehrwert nicht mehr gesehen und sind aktuell auf der Suche nach einem neuen Konzept, das uns überzeugt. Haben Sie Ideen? Bringen Sie diese gerne ein und melden Sie sich bei unserer Pressestelle. Kontakt hier.

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