Zusammenhalten

23.01.2020
Impuls
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Nach vier Jahren gibt Felix Oldenburg zum 31. März 2020 sein Amt als Generalsekretär im Bundesverband Deutscher Stiftungen ab. Im Neujahrsbrief an die Mitglieder wirft er einen Blick zurück, beleuchtet die aktuellen Entwicklungen und beschreibt, wie es gelingen kann, das Stiften mit den Herausforderungen der Zeit weiterzuentwickeln.

Seit 2016 durfte ich das Stiften aus einer einzigartigen Perspektive begleiten. Tausende Gespräche, mehrere hundert Ortsbesuche, einige Dutzend Gremiensitzungen und vier Deutsche Stiftungstage später bin ich dankbar für viele neue Einsichten und Freundschaften.

Eine starke und vielfältige Gemeinschaft von Stiftungen

Der Bundesverband ist etwas Besonderes. Er vereint Stiftungen unterschiedlichster Herkunft und Ausrichtung, vernetzt ihre gute Stiftungspraxis, führt ihre Diskussionen mit der Politik und mit Partnern auch über Deutschland hinaus. In keinem anderen Land habe ich eine derart große, vielfältige und starke Gemeinschaft von Stiftungen kennen gelernt.

"Der Bundesverband ist etwas Besonderes. Er vereint Stiftungen unterschiedlichster Herkunft und Ausrichtung, vernetzt ihre gute Stiftungspraxis, führt ihre Diskussionen mit der Politik und mit Partnern auch über Deutschland hinaus."
Felix Oldenburg
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Nur zusammen in einer solchen Gemeinschaft kann es gelingen, das Stiften mit den Herausforderungen der Zeit weiterzuentwickeln und die politischen Rahmenbedingungen entsprechend zu gestalten. Und darauf wird es in den kommenden Jahren vielleicht mehr ankommen als je zuvor, wenn es gilt, eine nächste Generation für das Stiften und für Engagement in Stiftungen zu begeistern, wenn es gilt, Menschen davon zu überzeugen, ihre Vermögen einzubringen, und wenn es gilt, Offenheit, Resonanz und Vertrauen für Stiftungswirken in der Gesellschaft zu schaffen. Keine dieser Aufgaben ist ein Selbstläufer.

Niedrigzins, Transparenz, Nachhaltigkeit, Zivilgesellschaft

Die vergangenen vier Jahre waren ereignisreich, auch für die Stiftungslandschaft. Ausgerechnet in der Woche meines Amtsantritts notierte die zehnjährige Bundesanleihe erstmalig mit einer negativen Rendite – eine Zeitenwende, die viele Stiftungen herausfordert, Vermögen auf neuen Wegen an die Arbeit für einen guten Zweck zu bringen. Ebenfalls 2016 verpflichtete eine EU-Regulierung Stiftungen zur Registrierung für einen Legal Entity Identifier – ein Weckruf an die Stiftungen, Transparenz und politische Interessenvertretung auch international zu stärken. Das Jahr markierte darüber hinaus den Beginn der Implementierung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen – eine Verpflichtung auch für Stiftungen, am gemeinsamen und globalen Strang zu ziehen. Und bei alledem ist der Raum für zivilgesellschaftliches Handeln eher enger geworden – und auch hier werfen Entwicklungen des Jahres 2016 von Polen und Ungarn bis hin zum Brexit-Referendum und der Wahl von Donald Trump ihre Schatten über unsere Grenzen.

In den vergangenen Jahren haben wir uns diesen und weiteren Themen im Bundesverband verstärkt gewidmet. Wir haben den Verband in vielen Aspekten seiner Arbeit für Sie weiterentwickelt. Und wir haben über fünfhundert neue Mitglieder gewonnen. Dabei haben viele von Ihnen geholfen. Dafür möchte ich mich auch persönlich bei Ihnen bedanken.

Und ich möchte meinen letzten Brief an Sie auch noch für drei Bitten nutzen:

Kommen Sie zum Deutschen Stiftungstag 2020 am 17./18. Juni in Leipzig. Der Schwerpunkt „Zusammenhalten! Stiften gestaltet Zukunft“ hat diesmal auch eine besondere Bedeutung für den Tagungsbeitrag: Für rein ehrenamtlich getragene Stiftungen gibt es erstmals ein vergünstigtes „Zusammenhalten-Angebot“.

Nutzen Sie die Gelegenheit und schlagen Sie dem Findungsausschuss bis zum 16. Februar geeignete Kandidatinnen und Kandidaten aus Stiftungen für unsere Gremien vor, denn in Leipzig sollen diese in der Mitgliederversammlung gewählt werden. Weitere Informationen  gibt es hier.

Und schließlich: Bitte geben Sie meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger das Mandat und den Rückhalt, der Erfolgsgeschichte dieses Bundesverbandes ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.

Die Zeit im Bundesverband war mir eine Ehre!

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