Rückblick auf 1 Jahr als EZ-Scout: So viel Engagement im Stiftungswirken!

Dr. Annette Kleinbrod ist seit Juni 2017 als EZ-Scout (Beraterin für Internationale Zusammenarbeit) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an den Bundesverband Deutscher Stiftungen entsandt. Mit ihrer Unterstützung will der Bundesverband Deutscher Stiftungen neue Impulse in der internationalen Zusammenarbeit setzen. Auch soll die Expertin für Entwicklungszusammenarbeit Stiftungswirken unterstützen, das effektive Lösungen für die nationalen und globalen Herausforderungen bietet.

Im Gespräch mit dem Newsroom des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen blickt sie auf die Erfahrungen des ersten Jahres zurück.

Annette, du bist nun ein Jahr im Rahmen deiner EZ-Scout-Stelle als Beraterin für internationale Zusammenarbeit beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Was ist dein Eindruck?
Es ist eine absolut faszinierende Zeit. Es tut sich viel im Stiftungs- und Philanthropiesektor: Da sind zum einen die Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, die auf unterschiedlichen Wegen für gesellschaftliche Herausforderungen Lösungen finden. Und dann gibt es immer wieder neue Impulse durch nationale und globale Entwicklungen, die durch Stiftungen aufgegriffen werden. Auch die nächste Generation der Stifterinnen und Stifter setzt neue Akzente. Das wird das Wirken im Rahmen der internationalen Arbeit sehr beeinflussen. Den Bundesverband Deutscher Stiftungen erlebe ich dabei als eine Organisation, die mitgliederorientiert und basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit sich offen der Zukunft zuwendet, neue Themen aufnimmt und sich dafür international vernetzt. Und so freut es mich besonders, dass ich in dieser Zeit am Bundesverband Deutscher Stiftungen bin und die internationale Zusammenarbeit mit weiterentwickeln kann.

Eine Besonderheit deiner Funktion ist es, dass du mit sehr unterschiedlichen Organisationen zusammenarbeitest. Was bedeutet das für dich?
In meiner täglichen Arbeit bin ich viel mit den Mitgliedern des Verbandes in Kontakt – den kleineren, mittleren und den größeren. Ich finde es nach wie vor unglaublich, mit wie viel Engagement und Herz die Stifterinnen und Stifter sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei sind und auf diese Weise wirken. Und so erlebe ich auch das Team des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, das sich immer besonders für den Stiftungs- und Philanthropiesektor einsetzt und dadurch sehr viele positive Wirkungen erzielt.

In meinem Arbeitsalltag stehe ich auch in engem Kontakt mit dem BMZ, der GIZ und Engagement Global. Neben der großen Unterstützung für die Stiftungsarbeit schätze ich insbesondere die Offenheit des BMZ gemeinsam nach neuen Lösungen für Zusammenarbeit zu suchen. Die GIZ gibt mir fachliche Unterstützung, um neue und adäquate Ansätze aufzeigen und implementieren zu können. Bei Engagement Gobal profitiere ich vom guten Wissen zur Zivilgesellschaft.

Dass sich so unterschiedliche Organisationen für Lösungen zu gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam einsetzen ist das, was auch im Nachhaltigkeitsziel 17 der 2030-Agenda gefordert wird: Die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen. Für meine Arbeit als EZ-Scout bringt das natürlich viele Möglichkeiten!

Gibt es Überraschungen oder Aufgaben, mit denen du nicht gerechnet hast?
Die derzeit vier Stellen für EZ-Scouts für Stiftungen sind als Pilotprojekt für den Zeitraum Juni 2017 bis Dezember 2019 angesetzt. Im Rahmen des Pilotprojektes bestanden die ersten Monate als EZ-Scout zunächst aus dem Sondieren, wie diese Stelle am Bundesverband Deutscher Stiftungen angemessen und sinnvoll ausgefüllt werden kann. Das Team des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hat mir diese Phase sehr einfach gemacht, indem es mich als externe Beraterin sehr offen aufgenommen und integriert hat und mir darüber hinaus eine zunächst recht steile Lernkurve zur Zusammenarbeit mit dem Stiftungssektor ermöglichte.

Die Stelle als EZ-Scout war anfangs mehr im Sinne von Eins-zu-eins-Beratung für Stiftungen in der internationalen Zusammenarbeit angedacht. Das hat es auch in Einzelfällen gegeben. Es zeigte sich jedoch, dass dieses nicht unbedingt das Hauptinteresse von Stiftungen war. Wir haben daher meine Arbeit noch einmal nachjustiert. Jetzt arbeite ich gemeinsam mit dem Verband daran, Informationen zur internationalen Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, neue Impulse zu setzen, Begegnungen und Austausch zu ermöglichen, Partnerschaften zu etablieren und auf neue Ansätze für Projektförderungen und Investitionen in Afrika und Asien hinzuweisen.

Gibt es etwas, was von deinen ursprünglichen Planungen gar nicht geklappt hat?
Ich hatte in einem Interview zu Beginn meiner Tätigkeit als EZ-Scout die Frage, ob ich auch zu Finanzierung eines Auslandsprojektes berate, mit „Ja“ beantwortet. Das muss ich jetzt wohl klarstellen: Es ging um die Finanzierung von Auslandsprojekten von in Deutschland ansässigen Stiftungen und nicht um die Finanzierung von Auslandsprojekten, die nichts mit Stiftungen zu tun haben. Ich kann schon Möglichkeiten aufzeigen, ich kann jedoch im Rahmen dieser EZ-Scout-Stelle nicht selbst als Spendenwerber agieren und bin auch nicht in die eigentlichen Beantragungsprozesse eingebunden. Ich verweise daher bei Anfragen zumeist auf Engagement Global und die Online-Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Über die Online-Stiftungssuche ist ersichtlich, welche Stiftungen in welchen Bereichen fördernd tätig sind und auch Anträge annehmen. Die Anforderung für Antragsstellung ist dann jeweils über die Stiftung selbst bzw. deren Webseite in Erfahrung zu bringen.

Wie werden deine nächsten Monate aussehen?
Es wird bunt: Wir werden weiter über den Blog Globales Engagement kommunizieren. Im Bereich Begegnung und Austausch wird der Bundesverband Deutscher Stiftungen zum Thema Afrika eine nächste Mitdenkrunde und einen Workshop veranstalten und organisiert gemeinsam mit der GLS Bank das Mission Investing Forum 2018 mit dem Schwerpunkt auf Afrika und Nachhaltigkeitsziele. Wir werden Partnerschaften etablieren und ausbauen. Und auch dazu arbeiten, wie Stiftungen die Nachhaltigkeitsziele der 2030-Agenda umsetzen können. So wird es zum Beispiel einen Workshop zu diesem Thema auf dem Tag des Stiftungsmanagements in Hildesheim am 6. September 2018 geben. Darüber hinaus bündeln wir die Fragen zur Zukunft des Stiftens im Projekt Next Philanthropy. Ich freue mich auf die weitere Kooperation mit Stiftungen, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen, BMZ, GIZ und Engagement Global. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam gute Wirkungen erzielen, die zur nachhaltigen Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen werden.

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Dr. Annette Kleinbrod

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