Auf der Höhe unserer Zeit

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Illustration: Marcus Gruber

Liebe Mitglieder, 

liebe Freundinnen und Freunde der Stiftungen, 

zu dem Wort „Update“ gibt es ja sehr unterschiedliche Assoziationen: Man mag sich über ein neues Erscheinungsbild, neue Funktionen und Schnittstellen freuen. Aber wer hat sich nicht auch schon über neue Kosten, Inkompatibilitäten und nicht enden wollende Download-Balken geärgert? 

2018 hat gleich eine ganze Reihe Neuerungen gebracht, die den Bundesverband für seine aktuellen Mitglieder wertvoller und für seine zukünftigen Mitglieder attraktiver werden ließen. Das jedenfalls lesen wir auch daraus, dass wir so viele Beitritte wie zuletzt vor zehn Jahren und weniger Austritte denn je verzeichnen konnten. 

Ein wichtiger Meilenstein war die neue Datenbank, auf die Sie neuerdings bequem per Online-Abonnement unter stiftungssuche.de statt per CD-ROM zugreifen können. Und der Neustart unserer „Stiftungswelt“ fällt nicht nur im wörtlichen Sinne sofort ins Auge. Jede Ausgabe des Magazins bietet zudem mit der Service-Beilage „Stiftungsinfo“, die sich exklusiv an unsere Mitglieder richtet, das Wichtigste rund um die Themen Recht, Vermögensanlage und Stiftungsmanagement. 

Die Momente, die vermutlich am eindrücklichsten in Erinnerung bleiben werden, fanden beim Deutschen StiftungsTag 2018 in Nürnberg statt – das jedenfalls zeigten die positiven Rückmeldungen der 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sascha Lobo und andere forderten einen Werkzeugkasten für Stiftungsarbeit im digitalen Zeitalter, an dem wir nun arbeiten. Und kaum jemand wird den Abend mit der Stifterpreisträgerin Ise Bosch vergessen, die für ihren Einsatz für LGBT*-Menschen auf der ganzen Welt ebenso wie für ihre herausfordernden Worte bei der Ehrung gefeiert wurde. 

2018 war aber auch gleich dreifach ein besonders schwieriges Jahr für viele Stiftungen. Die Einführung des Transparenzregisters war mit Unklarheiten und Aufwand verbunden, den wir durch unsere Lobbyarbeit zwar begrenzen, aber nicht verhindern konnten. Wir haben daraus gelernt und sowohl unsere Interessenvertretung in Brüssel als auch die Kommunikation gestärkt. Die Datenschutzgrundverordnung traf Stiftungen nicht anders als alle anderen Organisationen, aber fordert insbesondere ehrenamtliche Organisationen immer noch heraus. Und schließlich war das Jahr in fast allen Anlageklassen an den Kapitalmärkten negativ, sodass mehr Mitglieder als je zuvor mit weniger Mitteln haushalten mussten. Wir haben mit unseren kommerziellen Partnern daran gearbeitet, aktuelle Expertise zu allen Aspekten der Vermögensverwaltung zur Verfügung zu stellen. Wir haben den AK Stiftungsvermögen mit weiteren Veranstaltungen flankiert. Und wir haben ein „Stiftungscockpit“  entwickelt, das Vermögensanlage und Investitionsentscheidungen so aufbereitet, dass sie für Gremien, Aufsichten und Finanzämter leicht nachvollziehbar sind. 

Ein Dauerbrenner bleiben die notwendigen Verbesserungen und Vereinheitlichungen in der Stiftungsrechtsreform, die wir 2018 in den Koalitionsvertrag gebracht haben, deren Verabschiedung im Bundestag wir aber noch beschleunigen müssen. Neu auf der Agenda unserer Interessenvertretung ist das entschlossene Eintreten für eine starke Zivilgesellschaft nicht nur innerhalb, sondern auch jenseits der Grenzen Deutschlands. Der erzwungene Umzug der Open Society Foundations aus Ungarn nach Deutschland ist die wohl bekannteste Folge vieler Einschränkungen und Schikanen für Engagierte in anderen Ländern. Ein Deutscher StiftungsTag 2019 zum Thema „Unsere Demokratie“ war nie so wichtig wie in diesem Kontext. 

Was Sie von Ihrem Computer kennen, gilt auch für den Bundesverband: Statt neuer Betriebssystem-Versionen mit Neuinstallation alle paar Jahre geht es mehr um kontinuierliche Updates. Und das bedeutet auch, dass jede Neuerung auf dem Bestehenden aufbaut – so wie bei den „Grundsätzen guter Stiftungspraxis“, deren Ergänzung wir uns 2019 vorgenommen haben. 

Wir sollten „alt“ und „neu“ nicht als Konfrontation verstehen. Stiftungen verbinden beides. Ein guter Verband auch. 

Herzlich  

Ihr Joachim Rogall und Felix Oldenburg 

Jahresbericht 2018

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