Mit Kindern. Für Kinder!

Mit Kindern. Für Kinder! – die Preisträger des Deutschen Stifterpreises 2017 Gabriele Quandt und Dr. Florian Langenscheidt im Gespräch mit der StiftungsWelt (Ausgabe 01-2017)

9. August 2017 | Im Dialog mit

Die Preisträger des Deutschen Stifterpreises 2017 Gabriele Quandt und Dr. Florian Langenscheidt im Gespräch mit der StiftungsWelt
 

StiftungsWelt: Als gemeinsame Eltern zweier Kinder haben Sie 1994 die Organisation Children for a better World gegründet, deren Leitsatz lautet: „Mit Kindern. Für Kinder!“ Was ist dabei der Kerngedanke?
Dr. Florian Langenscheidt (FL): Kinder und Jugendliche sind stark darin, ihre eigenen Interessen zu vertreten, Missstände anzusprechen und kreative Ideen für Veränderungen zu entwickeln. Genau diese Kompetenzen wollen wir sichtbar machen und fördern, um so gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Was ist das Besondere an CHILDREN?
Gabriele Quandt (GQ): Die Kinder und Jugendlichen stehen im Vordergrund. Sie sollen die Bühne haben und mit ihrem Mut, ihrem Engagement und ihrer Begeisterung anderen zeigen können, was möglich ist. Getragen wird die Organisation von einem einzigartigen Freundeskreis aus einzelnen Personen, Unternehmen und Stiftungen, die die gleichen Wirkungsziele teilen und dafür ihr Kapital, ihre Kontakte und ihr Know-how einbringen.

Mit dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements wurde 2007 der steuerlich abzugsfähige Betrag für Stiftende auf 1 Million Euro hochgesetzt. Dies nahmen Sie zum Anlass, dem Verein Children for a better World eine Stiftung an die Seite zu stellen und selbst je 1 Million Euro zu stiften. Sie haben aber auch zahlreiche Menschen aus Ihrem Umfeld gewonnen, sich als Mitstifter zu beteiligen. Wie gelingt es Ihnen, andere zu begeistern?
GQ:
 Das gelingt durch unsere eigene Begeisterung, die wir vermitteln können, wenn wir Erfolgsgeschichten erleben. Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen, zu beteiligen und zu befähigen, ihr Leben und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten, birgt unendliches Potenzial und wir sind überzeugt, dass es das Verantwortungsbewusstsein dieser Kinder und jungen Menschen für das ganze Leben fördert.

Und was motiviert Sie selbst, sich zu engagieren?
FL:
 Aktiv erleben zu können, was unser Einsatz an Veränderung ermöglicht, an Selbstbewusstsein, Kompetenzerwerb, Spaß – das macht große Freude. Wenn aus einem schüchternen Kind durch die Erfahrungen beim Mittagstisch ein selbstbewusster Koch oder eine engagierte Filialleiterin wird, dann geht einem einfach das Herz auf.

Als Ehepaar haben Sie sich vor einigen Jahren getrennt, engagieren sich aber noch immer zusammen. Welche Rolle spielt das gemeinsame Engagement für CHILDREN in Ihrer Familie und in Ihrem Freundeskreis?
GQ und FL:
 Es war immer klar, dass unser gemeinsames Engagement nicht trennbar ist. So haben wir und unsere Familien und Freunde das auch erlebt.

Ein Zwischenfazit zehn Jahre nach der Stiftungsgründung: Würden Sie aus heutiger Perspektive alles genauso machen?
GQ:
 Im Wesentlichen ja! Aber vielleicht würden wir noch offensiver auf unsere Arbeit hinweisen, um weitere Freunde und potenzielle Stifter zum Mitmachen zu bewegen. Das gilt auch heute: Neue Freunde und Mitstreiter sind uns jederzeit herzlich willkommen.

CHILDREN hat bereits mehrere Preise gewonnen, u.a. den PWC Transparenzpreis und den Preis des Westfälischen Friedens, im Mai 2017 ist der Deutsche Stifterpreis hinzugekommen. Was bedeutet Ihnen der Preis?
FL:
 Der Preis hat eine ganz besondere Bedeutung, weil wir ihn gemeinsam bekommen und gleichzeitig stellvertretend für all die vielen unersetzlichen Personen, die mit uns an dieser Erfolgsgeschichte gearbeitet haben. Er erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit und spornt uns zu neuen Zielen an.

StiftungsWelt 01-2017

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