Mit Blick auf G20 in Argentinien und Japan: Stiftungsplattform F20 für nachhaltige Entwicklung

Inspiriert, begeistert und jede Minute wertvoll: Das ist die einstimmige Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des strategischen Meetings, das die G20-Stiftungsplattform Foundations 20 (F20) in Mendoza (Argentinien) vom 7.-9. September 2018 abhielt.

Für dieses Treffen waren F20-Mitglieder und befreundete Stiftungen aus sechs G20-Staaten (Argentinien, Brasilien, Deutschland, Japan, Südafrika und USA) zusammengekommen, um das weitere Vorgehen der Stiftungsplattform und die Aktivitäten im Zusammenhang mit den G20 Gipfeln in Argentinien,  Japan und auch schon in Saudi-Arabien zu planen.

 

Wie können Stiftungen zum Pariser Klimaabkommen beitragen?

Der Wunsch, gemeinsam mehr für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der Sustainable Development Goals (SDGs), die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, zu erreichen, prägte die Diskussionen. Sehr schnell zeigte sich, dass die anwesenden Stiftungen eine neue Phase der F20-Arbeit einläuteten – eine Phase der noch breiter angelegten agilen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Stiftungen und philanthropischer Organisationen unterschiedlicher Größe und Arbeitsweise. Die Frage, wie die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der 2030-Agenda der Vereinten Nationen nachdrücklich und gemeinsam gelingt, stand im Vordergrund der gemeinsamen Diskussionen.

"Wir wollen als Stiftungen nicht nur unsere Erwartungen an die Politik richten, sondern auch selbst Teil der Lösung durch eine neue transformative Kooperation sein. Wir wollen anspornen und ermutigen!"
Klaus Milke, F20
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Dem Treffen war das zweite hochrangige Forum "Shifting the Trillions – Our Contribution to a Just Change" von F20 am 6. September in Buenos Aires vorangegangen. Das Ziel des Forums war es, die Teilnehmer des G20-Treffens und die Öffentlichkeit hinzuweisen, dass jetzt insbesondere die G20-Staaten liefern müssen. Noch sind diese sehr weit davon entfernt, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, was wiederum eine Voraussetzung für nachhaltige und widerstandsfähige Gesellschaften ist. Dazu hatte F20 im Vorfeld auch eine Stellungnahme veröffentlicht.

Prominente Fürsprecher für die Beachtung der Grenzen des Planeten und für eine nachhaltige Entwicklung eröffneten die Veranstaltung. 200 Menschen nahmen teil. So waren unter anderem Rabbi Sergio Bergmann, Minister of Environment and Sustainable Development, und Maria Julia Diaz Ardaya, die Präsidentin der argentinischen Gruppe von Stiftungen und Unternehmen (GDFE) vertreten.

"Wahrhaft ethisch orientierte Führung bedeutet, harte Entscheidungen in dem Wissen zu treffen, dass der Nutzen erst viele Jahre nach unserem Lebensende wirklich spürbar wird. Aber das ist unsere gemeinsame menschliche und planetarische Verantwortung."
Ricardo Lagos, ehemaliger Staatspräsident von Chile, Member of The Elders
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Ricardo Lagos, Mitglied der Stiftung The Elders und ehemaliger Staatspräsident Chiles hielt eine mitreißende Eröffnungsrede, in der er betonte, dass wir nicht weiter am Bruttosozialprodukt den Fortschritt von Ländern messen können. Stattdessen ist eine andere Definition von Profit und Wachstum zu entwickeln, die die Aspekte der nachhaltigen Entwicklung und der Entkarbonisierung berücksichtigt.

Während der Veranstaltung wurden die Kosten einer gerechten Transformation, die Bedeutung von erneuerbarer Energie und unterschiedliche Empfehlungen an die G20-Staatsoberhäupter thematisiert. Die Stiftungsvertreter sprachen sich deutlich dafür aus, dass Stiftungen und Philanthropinnen und Philanthropen sich in besonderer Weise für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der 2030-Agenda einsetzen müssen.

"Alles, was uns wichtig ist – SDG 1 bis SDG 17 –, ist abhängig von einem sicheren und gesunden Planeten. Dafür müssen wir das Ziel erreichen, bei einem globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg unter 1,5°C zu bleiben. Das ist möglich und notwendig. Wir sollten „2°C“ aus unserem Wortschatz streichen!"
Karl Burkhart, Leonardo DiCaprio Foundation
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F20 ist ein Netzwerk aus internationalen Stiftungen, Philanthropen und Philanthropinnen. Der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Stiftungen stehen dabei im Vordergrund. Seit der Gründung im Jahr 2017 haben sich ungefähr 50 Stiftungen aus verschiedenen Teilen der Welt, aus Asien, Afrika, Australien, Europa, Kanada, Lateinamerika und den USA der Plattform angeschlossen. Alle Partner der F20-Plattform sind sich ihrer globalen Verantwortung bewusst und beziehen eine klare Position, indem sie im politischen Diskurs des G20-Prozesses und darüber hinaus besonderes Augenmerk auf die 2030-Agenda und das Pariser Klimaabkommen 2015 legen.

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Autorin
Dr. Annette Kleinbrod

EZ-Scout der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
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