Winfried (li) und Peter
Foto: Lena Guntenhöner
Winfried (li) und Peter

Name des Mentees: Peter Odion Ese 

Name des Mentors: Winfried Hermann 

Wann und wo habt ihr euch kennengelernt? 
Winfried: Über die Projektkoordinatorin Frau Lorenz, Peter hatte sich dort gemeldet und sie hat mich dann gefragt, ob ich noch Zeit hätte. Obwohl ich mich damals, das war im Februar-März, gerade viel in der Ukrainehilfe engagiert habe, habe ich gesagt, die ein-zwei Stunden pro Woche sind kein Thema, ich bin in Rente und habe Zeit. 

Wie hast du von dem Angebot erfahren, Peter? 
Peter: Ich konnte meinen Deutschkurs nicht mehr machen, weil niemand auf meine Tochter aufgepasst hat. Da habe ich meine Sozialhelferin gefragt, wer mir helfen könnte, auf anderem Weg Deutsch zu lernen. Und sie hat mich dann zu Frau Lorenz geschickt.  

Wo kommst du her? 
Peter: Aus Nigeria, seit fünf Jahren bin ich in Deutschland. 

Also trefft ihr euch jetzt seit drei Monaten? 
Winfried: Genau, einmal die Woche. Aber im Mentorenprogramm bin ich schon seit knapp einem Jahr. Vor Peter hatte ich noch einen anderen Mentee. 

Was macht ihr, wenn ihr euch trefft? 
Winfried: Vor allem Deutsch lernen. Wir müssen schauen, dass wir Peter auf B1-Niveau bringen, da hat er bald die Prüfung. Nebenher sind wir auf der Suche nach einer Wohnung... 

Peter: Ich wohne mit meiner Frau und zwei Kindern in einem Zimmer. Es regnet rein... 

Winfried: … das stimmt, wenn es stark regnet, müssen sie das Wasser abschöpfen. 

Peter: … außerdem kann meine Frau nicht mit der Ausbildung anfangen, wenn die Kinder nicht in die Kita gehen können. 

Winfried: Deshalb suchen wir gerade intensiv nach einer Wohnung und nach Kitaplätzen für die Kinder. Weil beide Eltern in Schichten arbeiten, ist das sonst einfach sehr schwer zu organisieren. Ich bin jetzt auch mit der Stadt im Gespräch und da müssen wir mal sehen, dass wir das hinkriegen. 

Gibt es Herausforderungen, die ihr schon gemeinsam bewältigen konntet? 
Winfried: Bewältigt haben wir noch nichts, es ist in Arbeit und in Deutschland ja auch nicht immer alles ganz so einfach mit der Bürokratie. Aber wir sind eigentlich ganz zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres die zwei Probleme, Wohnung und Kitaplatz, gelöst kriegen. Dann hat Peter auch mehr Zeit zum Deutschlernen. 

Über die Mitgliedsorganisation:

Die Bürgerstiftung Ostfildern kooperiert für ihr Mentoring-Programm mit dem dortigen Freundeskreis Asyl und der Stadt Ostfildern. Ziel ist es, Patenschaften zwischen Geflüchteten und Ostfilderner Bürgern jeden Alters zu initiieren und zu begleiten. Konkret kann es dabei um den Erwerb der deutschen Sprache, den Berufseinstieg, Schulabschluss, die Ausbildung oder einfach das Kennenlernen von Freizeitangeboten gehen.

Weitere Informationen: https://www.buergerstiftung-ostfildern.de/project/mentoring/
Text: Lena Guntenhöner

Lachende und fröhliche Menschen
Foto: Kzenon - adobe.stock

Programm Chancenpatenschaften

Der Bundesverband schreibt Kontingente für Mitgliedsorganisationen aus, die neue Patenschaftsprojekte durchführen möchten.

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