Foto: Ramon Serrano

Frauenrechte in Indien über Partnerschaften stärken

Die Vicente Ferrer Stiftung ist Teil der Stiftungsfamilie Vicente Ferrer. Vor 50 Jahren wurde die Vicente Ferrer Stiftung Indien von dem ehemaligen Jesuitenpater Vicente Ferrer gegründet. 1996 folgte dann die Fundación Vicente Ferrer in Barcelona, die heute von einem Familienmitglied geleitet wird. 2015 startete die Vicente Ferrer Foundation in Washington und so fehlte eigentlich nur noch eine Stiftung in Deutschland.

Foto: Jaume Brunet

Wie kam es zur Eröffnung eines Stiftungssitzes in Berlin?

Ziel der vier Stiftungen ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der ärmsten Menschen im ländlichen Indien. Die deutsche Bevölkerung zeigt großes Interesse an Indien, einem Land voller Widersprüche. Auf der einen Seite ist Indien im IT-Bereich weit vorne, auf der anderen Seite werden z.B. 47 % der Frauen auf dem Land als arm eingestuft. Diese Menschen brauchen Unterstützung und wir können durch entsprechende Programme zu einer Verbesserung der Lebenssituation vieler beitragen.

Gibt es Projekte, die verstärkt von hier aus unterstützt werden?

Die Arbeit der Vicente Ferrer Stiftung Indien kann als ländliche Regionalentwicklung bezeichnet werden. Die Stiftung konzentriert sich auf sechs Programmbereiche: Gesundheitsversorgung, Bildung, Frauen, Inklusion, Infrastruktur und Landwirtschaft. Prinzipiell werden alle Projekte in den Programmbereichen von Deutschland aus unterstützt und hierfür kann gespendet werden. Den Fokus unserer Arbeit legen wir auf den Bereich Frauen. Gerade zu diesem Thema gibt es in Indien einen großen Handlungsbedarf. Über das Programm „Frauen für Frauen“ möchten wir deutsche Frauen dazu animieren, eine Partnerschaft mit einer indischen Frau einzugehen. D.h., eine deutsche Frau fördert die Entwicklung einer indischen Frau durch einen monatlichen Beitrag. Das Geld fließt in einen Fonds, aus dem bewusstseinsbildende Maßnahmen, Schulungen und Workshops, Mikrokredite und vieles mehr für die Frauen finanziert werden.

"Durch das Engagement der Stiftungsfamilie ist es vielen Menschen gelungen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen."
Dr. Andrea Rudolph, Geschäftsführerin Vicente Ferrer Stiftung Deutschland
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Welche Bedeutung hat die Stiftung für die Menschen, aber auch für das gesellschaftliche Leben in Indien eingenommen?

Der Stifter Vicente Ferrer starb vor 10 Jahren. Die Bevölkerung in den Projektgebieten bezeichnet ihn noch heute als „walking God“. Durch das Engagement der Stiftungsfamilie ist es vielen Menschen gelungen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Der ganzheitliche Ansatz der Stiftung basiert auf dem Dialog mit den betroffenen Menschen. Diese definieren ihre Bedarfe in den Dorfgemeinschaften selbst und finden gemeinsam mit der Stiftung Wege zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Heute profitieren mehr als 3,6 Mio Menschen in ungefähr 3.700 Dörfern von den Aktivitäten.

Die Stiftung führt u.a. bewusstseinsbildende Schulungen zu Themen wie Kinderehen, Diskriminierung und Frauenrechte durch. In Selbsthilfegruppen für Frauen sowie in Gruppen für Menschen mit Behinderung werden diese unterstützt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. All diese Maßnahmen haben einen großen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben der Landbevölkerung.

Wie können Sie sich selbst beim BVDS einbringen?

Wir können uns aktiv in den Arbeitskreisen, insbesondere im Arbeitskreis Internationales, einbringen. Dies gilt nicht nur für die Stiftung in Berlin, sondern auch für die Stiftungen in Indien oder Spanien, die von Familienmitgliedern geleitet werden. Die Etablierung der Stiftung Vicente Ferrer Indien sowie die schrittweise Entstehung einer Stiftungsfamilie, die heute insgesamt vier Stiftungen umfasst, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Erfahrungen können im Rahmen von Veranstaltungen des Bundesverbandes weitergegeben werden.  

Autoren

Anna Walther
Volontärin Newsroom

Dr. Mario Schulz

Leiter Themenmanagement
Koordinator Expertenkreis Qualitätsjournalismus

Telefon (030) 89 79 47-29

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen wird getragen durch seine über 4.400 Mitglieder. Jedes von ihnen bringt neue Perspektiven, Erfahrungen und Sichtweisen mit ein. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen wir in der Serie Eine von Vielen jeden Monat ein neues Mitglied vor. Den Anfang macht unser 4.444stes Mitglied: Die Stiftung Wald schafft Zukunft aus Kyritz in Brandenburg.

Foto: Effler

Über die Stiftung

Die VFS ist Teil der Stiftungsfamilie Vicente Ferrer, die den Wandel in eine gerechtere Gesellschaft anstrebt. Dieses Ziel wollen wir gemeinsam mit der Vicente Ferrer Stiftung Indien, der Fundación Vicente Ferrer, Spanien, sowie der Vicente Ferrer Foundation, USA, erreichen.

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Warum sich eine Mitgliedschaft lohnt

1. persönliche juristische Beratung zu stiftungsspezifischen Fragen
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