„Deutschland braucht seine Stiftungen“

Klare Kante
Foto: Jürgen Frank

Demokratie ist nicht selbstverständlich und sie ist gefährdet. Zu ihrer Verteidigung sind gerade privat errichtete, gemeinnützige Stiftungen zentrale Institutionen. Ein Beitrag von Dr. Nina Smidt, Bereichsleiterin Internationale Planung und Entwicklung der ZEIT-Stiftung.

Demokratie ist nicht selbstverständlich und sie ist gefährdet. Zu ihrer Verteidigung sind gerade privat errichtete, gemeinnützige Stiftungen zentrale Institutionen. Denn sie bündeln zivilgesellschaftliches Engagement, stellen Ressourcen bereit und nehmen an der öffentlichen Willensbildung teil. Aber ihre Bedeutung geht noch viel tiefer.  

Stiftungen verkörpern die für die Demokratie so wichtige Grundbedingung der Freiheit in zweierlei Weise: Einmal sind sie ein rechtlich manifestiertes Sinnbild für die Freiheit, die die Gesellschaft dem Einzelnen zubilligt: Vermögen zu erwerben, über das Vermögen und das Vererben nach eigenem Ermessen zu verfügen und gemeinnützige Zwecke selbst zu bestimmen.  

Stiftungen leisten Erhebliches für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Stiftungen zeugen andererseits vom Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen, sich persönlich und mit eigenen Vorstellungen an der Gestaltung unseres Landes zu beteiligen. Stifter bringen sich ein, mischen mit. Sie festigen damit die freiheitliche Verfassung eines Landes.  

Vor allem in den letzten 20 Jahren sind es nicht nur wohlhabende Persönlichkeiten mit großen Namen, sondern immer mehr Bürgerinnen und Bürger, die sich mit kleineren finanziellen Beträgen, aber hoher Belastbarkeit und Zeiteinsatz in Bürgerstiftungen, Vereinen und Bürgerinitiativen für ihre Stadt, für ihre Region engagieren. Unter den heute 22.500 Stiftungen in Deutschland finden sich mehr als 400 derartige Bürgerstiftungen.  

Und Deutschland braucht seine Stiftungen. Denn wir wissen, dass unser Land nur dann eine starke, sichere Demokratie bleiben kann, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich verantwortungsbewusst für diese Gesellschaft einsetzen. Wenn Stiftungen daran mitwirken, Innovationen voranzubringen, das Verantwortungsbewusstsein der Bürger zu wecken, gesellschaftliche Missstände zu beseitigen, soziale Härten zu mildern, Chancengerechtigkeit und Integration zu ermöglichen, so leisten sie Erhebliches für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

 


Der Text ist ein Auszug aus dem Impulsvortrag „Wie unsere Zivilgesellschaft die Demokratien in Europa stärken kann – und was das mit Brüssel zu tun hat“, den Dr. Nina Smidt auf der Jahresmitgliederversammlung der GLS Treuhand am 29. Juni 2018 in Bochum gehalten hat. Vollständige Rede ansehen  

Im Rahmen des 11. StiftungsImpact sprach Dr. Nina Smidt mit StifterTV über Stiftungen und Demokratie: https://stifter-tv.com/media/stiftungsimpact-11-2018-dr-nina-smidt.html 

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Die ZEIT-Stiftung fördert Innovationen im Hochschulbereich und gründete im Jahr 2000 die erste private Hochschule für Rechtswissenschaft in Deutschland, die Bucerius Law School. Die ZEIT-Stiftung fördert außerdem die Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Stipendienprogramm Trajectories of Change. In Bildung und Erziehung stellt sie die Weichen für erfolgreiche Bildungswege und für lebenslanges Lernen. Ihr Engagement richtet sich auch auf die Entwicklung der unabhängigen Presse in Osteuropa.

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