Schulen erhalten Trinkwasser und Toiletten

Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie | Hygiene und Gesundheitsbildung | Südindien

 

Die Stiftung: Die im südhessischen Bensheim ansässige Stiftung ist operativ tätig und realisiert ihre Projekte allein oder mit Partnern. Seit ihrer Gründung im Jahr 1972 ist ein Schwerpunkt die Entwicklungszusammenarbeit. Im Fokus steht die Stärkung von Familien und Dorfgemeinschaften nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Das Projekt: Eines von vielen Projekten, das die Stiftung in Indien durchführt, ist das „WASH Programm“ im südindischen Tamil Nadu zur Bewusstseinsbildung über Hygienefragen sowie die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Toilettenausstattung an Schulen.

Gemeinsam mit fünf indischen Partnern setzt sich die Stiftung dafür ein, die sanitäre und hygienische Infrastruktur an 46 Schulen zu verbessern und das Bewusstsein für Hygiene zu schärfen. Das Projekt hat dabei besonders Mädchen im Blick, denn viele gehen aufgrund fehlender Toiletten nicht zur Schule, wenn sie ihre Periode haben. 20 Prozent der Mädchen brechen die Schule sogar ganz ab. Das Projekt richtet sich an insgesamt 10.400 Schüler*innen, 160 Lehrer und 1.550 Gemeindemitglieder, Eltern und Selbsthilfegruppen. An den Schulen werden getrennte Toiletten für Jungen und Mädchen gebaut bzw. repariert sowie Zugänge zu sauberem Trinkwasser geschaffen. Kindergerechte Materialien helfen, die Schüler*innen über die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen, wie z.B. Händewaschen mit Seife, aufzuklären. Für Mädchen gibt es zudem eine extra Schulung zu Menstruation und Menstruationshygiene, da diese Themen noch immer stark tabuisiert werden. Vielen Mädchen fehlt elementarstes Grundwissen. Um die Binden entsorgen zu können, werden in den Mädchentoiletten an der Wand elektrisch betriebene Geräte angebracht, in denen die Binden „verbrennen“.

Die Partner: Die Stiftung setzt das Projekt mit fünf lokalen Partnern um, die langjährige Erfahrung in dem Bereich haben. Die Partner sind: Karl Kübel Foundation for Child and Family (KKF), Native Medicare Charitable Trust (NMCT), VIZHUTHUGAL Social Education and Development Trust, Imayam Social Welfare Association (IMAYAM) sowie Rural Education and Action for Liberation (REAL). Finanziert wird das Projekt anteilig vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Herausforderungen & Erkenntnisse: Vorläuferprojekte haben gezeigt, dass sich mit kindgerechten Schulungsmaterialien und besseren sanitären Einrichtungen das Verhalten der Kinder deutlich und relativ kurzfristig ändert. Spielerische Elementen zu Hygienefragen werden in die tägliche Schulroutine eingebaut, sodass die Kinder „spielerisch“ neue Verhaltensformen lernen. Diese nehmen sie auch mit nach Hause und fungieren so als Multiplikatoren.

 

 

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Dies ist eines von über 80 Projektbeispielen von international tätigen Stiftungen aus dem StiftungsReport Entwicklungszusammenarbeit.
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