1. Es gibt bereits so viele Siegel und Zertifikate, warum noch ein Siegel?

Das Qualitätssiegel für gute Treuhandstiftungsverwaltung ist das einzige Siegel seiner Art. Die Qualität in der Verwaltung von Treuhandstiftungen wird weder staatlich noch auf privatem Wege kontrolliert und potentielle Stifterinnen und Stifter mussten sich bislang auf ihr Gefühl bei der Wahl des Treuhänders verlassen. Das durch einen fachkundigen und weisungsunabhängigen Ausschuss vergebene Qualitätssiegel bietet Stifterinnen und Stiftern nun endlich eine Orientierung bei der Wahl des Treuhänders.

2. Wer kann das Qualitätssiegel für gute Treuhandstiftungsverwaltung beantragen?

Einen Antrag auf Zuerkennung des Qualitätssiegels können alle Treuhänder stellen, die juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen sind und einen gemäß des Solidarprinzips des Verbandes korrekt eingruppierten Mitgliedsbeitrag leisten sowie mindestens drei Treuhandstiftungen verwalten. Hierzu zählen gleichermaßen gemeinnützige wie kommerzielle Organisationen, aber auch Kommunen und Städte, Universitäten und kirchliche Institutionen.

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3. Warum können nur Verwalter von Treuhandstiftungen das Siegel beantragen und nicht Verwalter von Stiftungsfonds oder von selbständigen Stiftungen?

Bei einem Stiftungsfonds handelt es sich um eine besondere Form der Zustiftung zu einer bestehenden Stiftung, die den Stiftungsfonds verwaltet und steuert. Die Treuhandstiftung hingegen steht in starker Abhängigkeit eines Treuhänders, welcher nicht zwangsläufig die gleichen Zwecke verfolgt, wie die gemeinnützige Treuhandstiftung. Sie ist ein eigenständiges Steuersubjekt, unterliegt anders als die rechtsfähige Stiftung jedoch nicht der Stiftungsaufsicht. Die Treuhandstiftung hat daher ein besonderes Schutzbedürfnis. Auf diese Besonderheiten hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen bei der Konzeptionierung des Qualitätssiegels den Fokus gelegt und die Beantragung des Qualitätssiegels daher auf Verwalter von Treuhandstiftungen beschränkt.

4. Warum können nur Treuhänder das Qualitätssiegel beantragen, die mindestens 3 Treuhandstiftungen verwalten?

Der Vergabeausschuss für das Qualitätssiegel prüft sowohl die Musterdokumente, die für die Gründung und Verwaltung von Treuhandstiftungen vom Treuhänder verwendet werden, als auch die tatsächliche Gründungs- und Verwaltungspraxis. Für dieses Prüfungsverfahren benötigt der Vergabeausschuss mindestens 3 Praxisfälle in der Verwaltung des Treuhänders befindlicher Treuhandstiftungen.

5. Wie groß ist der zeitliche Aufwand für die Beantragung des Qualitätssiegels?

Der Verleihung des Qualitätssiegels geht eine intensive Qualitätsprüfung durch einen externen und fachkundigen Ausschuss voraus. Dieser benötigt umfassende Informationen und Unterlagen um sich ein Bild über den Treuhänder und die acht zu prüfenden Vergabekriterien zu verschaffen. Die Aufbereitung dieser Informationen und Unterlagen kann mehrere Stunden oder sogar einige Tage Arbeitseinsatz des Treuhänders erfordern. Dieser Arbeitsaufwand fällt allerdings nur einmalig an. Nach der Verleihung des Qualitätssiegels ist nach drei Jahren eine Folgeprüfung erforderlich, für die ein wesentlich geringerer Arbeitsaufwand des Treuhänders erforderlich sein wird.

6. Welchen Nutzen hat das Qualitätssiegel für Stiftungstreuhänder?

Die Träger des Qualitätssiegels nennen als wichtigste Gründe für die Beantragung des Siegels:

  • Sich von anderen Treuhändern abzuheben
  • Stärkung des Vertrauen bestehender Stifterinnen und Stifter sowie neuer Interessenten
  • Sich intern erneut mit den Prozessen der Treuhandstiftungsverwaltung auseinanderzusetzen
  • Praxisnahe Empfehlungen des Vergabeausschusses
  • Positive Berichterstattung der Medien über den Treuhänder
  • Fundraising für die Treuhandstiftung