Neue Wege zur Teilhabe am Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung

Sascha Mundorf (34) fand als Teilnehmer des Fußball-Leistungszentrums Frechen über regelmäßige Praktika eine berufliche Zuknuft als einer von acht Greenkeepern beim 1. FC Köln.

Die Forderung nach besserer Teilhabe und Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung ist vor allem durch die UN-Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (BRK) in den Fokus des öffentlichen Bewusstseins gerückt. 10 Jahre nach Inkrafttreten der BRK in Deutschland gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen ein Umdenken, das konkrete Verbesserungen bringen soll. Anlässlich des internationalen Protesttages der Menschen mit Behinderung (5. Mai) zeigt die Gold-Kraemer-Stiftung über neue Bildungswege eine verbesserte Teilhabe am Arbeitsmarkt auf.

Die aktuellen Zahlen des vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag der Aktion Mensch veröffentlichten Inklusionsbarometers lassen aufhorchen. Das jährlich ermittelte Inklusions-barometer zeigt Fort- und Rückschritte bei der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung auf. Die seit 2013 ermittelten Zahlen bestätigen eine Verbesserung der Situation von arbeitssuchenden Menschen mit Behinderung. Die Arbeitslosigkeit sank. Die Erwerbstätigkeit und die Beschäftigungsquote nahmen zu. Und dennoch:

Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung lag im Jahr 2017 mit 11,7 Prozent zwar auf einem neuen Tiefststand, aber immer noch wesentlich höher als die Quote der Menschen ohne Behinderung mit 5,7 Prozent (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Im Ver-gleich zu Langzeitarbeitslosen ohne Behinderung haben es Langzeitarbeitslose mit Behinderung also wesentlich schwerer, Anschluss am Arbeitsmarkt zu finden. „Unsere Gesellschaft muss an dieser Stelle Verantwortung übernehmen. Wir müssen vor allem die Potentiale auf-zeigen, die für Arbeitssuchende und Arbeitnehmer gleichermaßen bestehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung, Johannes Ruland.
Ein zentraler Schlüssel für den Zugang zu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ist die Teilhabe am Arbeitsmarkt. Die BRK fordert klar, dass Menschen mit Behinderung der Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt offen stehen muss. „Um an dieser Stelle für mehr Chancengleichheit zu sorgen, sind neue Wege notwendig, die bereits beim Übergang von Schule in das Berufslegen ansetzen. Hier gilt es, bestehende Automatismen zu durchbrechen, die Schülerinnen und Schüler aus Förderschulen oftmals nur den Weg in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung eröffnen“, unterstreicht Johannes Ruland und verweist auf die Situation in der Gold-Kraemer-Stiftung. Als Arbeitgeberin und Anbieterin neuer Bildungspro-file eröffnet sie Menschen mit Behinderung seit vielen Jahren die Möglichkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Stiftung hat durch die Gründung eines eigenen Inklusions-unternehmens Arbeitsplätze zum Beispiel in ihrer Verwaltung und im stiftungseigenen Garten- und Landschaftsbau geschaffen.

Die Aus- und Fortbildung muss sich an den Neigungen und Fähigkeiten orientieren!

Das 2013 zusammen mit dem Landschaftsverband-Rheinland, der Bundesagentur für Arbeit und den Gemeinnützigen Werkstätten Köln ins Leben gerufene Fußball-Leistungszentrum (FLZ) in Frechen stellt ein neuartiges Bildungsprofil dar, das als Außenarbeitsplatz einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung eine alternative Tätigkeit zu einer traditionellen Werkstattbeschäftigung ermöglicht. Talentierte und interessierte junge Sportler*innen mit geistiger Behinderung oder mit Lernschwierigkeiten erhalten unter professionellen Rahmenbedingungen eine sportliche und pädagogische Ausbildung. Über regelmäßige Praktika fin-den sie Anschluss an Ausbildungsbetriebe mit dem Ziel einer langfristigen Übernahme nach ihrer Zeit als Sportler. „Über diesen Weg haben bereits einige Teilnehmer des FLZ den Weg auf den Arbeitsmarkt gefunden und eine Festanstellung erhalten“, berichtet Volker Anne-ken, Fachgeschäftsführer der Gold-Kraemer-Stiftung. „Diese Entwicklung zeigt, dass die För-derung der jungen Menschen, orientiert an deren Neigungen und Fähigkeiten, ein zentraler Schlüssel für die Integration auf dem Arbeitsmarkt ist“, so Volker Anneken weiter.
Das Model des FLZ, das bislang in Deutschland noch einmalig ist, hat sich bewährt, so dass die Partner für dieses Jahr die Weiterentwicklung dieser Qualifizierungsmaßnahme auch mit anderen Sportarten planen. Ab September wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ju-do-Bund der Judosport hinzukommen. „Wichtig für die Gold-Kraemer-Stiftung und ihre Part-ner ist es jetzt, dieses Erfolgskonzept zu transferieren auf weitere Bildungsprofile auch au-ßerhalb des Sports. Denn dieser neuartige Bildungsansatz ist auch in vielen anderen Berufs-feldern denkbar“, resümiert Volker Anneken.
Mehr über das Fußball-Leistungszentrum und die Gold-Kraemer-Stiftung unter www.flz-frechen.de oder unter www.Gold-Kraemer-Stiftung.de

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