Keine Zeit für Wirkungsmessung?

Über die Hälfte der befragten Stiftungen findet, dass Wirkungsmessung häufig an Zeitmangel scheitert.

Wie denken Stiftungen über Wirkungsmessung? Eine aktuelle Befragung des Bundesverbandes gibt Aufschluss.

„Eine gesellschaftliche Wirkung zu erzielen, einen Unterschied auszumachen, ist für Stiftungen gleichermaßen Daseinsberechtigung und Lebenselixier“, hieß es vor einigen Jahren in einem Praxishandbuch für wirkungsorientiertes Stiftungshandeln. Das sind große Worte. Wir haben die Teilnehmenden des Stiftungspanels gefragt, wie sie heute das Thema „Wirkungsmessung“ einschätzen.

Die Antworten ergeben ein differenziertes Bild. Über die Hälfte der Befragten findet, dass sich Stiftungen häufig schwer messbare Ziele setzen, und knapp 70 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die unterschiedlichen Strukturen von Stiftungen die Entwicklung übertragbarer Verfahren der Wirkungsmessung erschweren (n=256). In der Frage, ob Aktivitäten von Mittelzuflüssen abgeschnitten werden könnten, sollte die Wirkung aus methodischen Gründen nicht gemessen werden können, gehen die Meinungen der befragten Stiftungen auseinander: 46 Prozent stimmen hier zu, rund 40 Prozent stimmen nicht zu.

Wirkungsmessung scheitert an fehlender Zeit

Über die Hälfte der befragten Stiftungen (52%) findet, dass Wirkungsmessung häufig an Zeitmangel scheitert. Bislang messen 53 Prozent der befragten Stiftungen regelmäßig die Wirkung ihrer Projekte oder Programme (n=256). Große Stiftungen mit einem Kapital von einer Million Euro und mehr tun dies übrigens etwas häufiger als kleine (56,4 Prozent, n=117 vs. 49,6 Prozent, n=139). Führen Stiftungen eine solche Messung durch, dient sie offenbar vorwiegend internen Zwecken, denn fast zwei Drittel der Befragten hat eine Veröffentlichung der Ergebnisse verneint (62,2 Prozent, n=135). Fast drei Viertel der befragten Stiftungen sehen offenbar keine Notwendigkeit, sich zur Wirkung des Stiftungshandelns beziehungsweise zu dessen Messung auszutauschen (73,4 Prozent, n=256).

Übrigens: Fast alle befragten Stiftungen, die eine Wirkungsmessung durchführen, tun dies selbst (91,9 Prozent, Mehrfachnennungen möglich, n=135).

Weitere Ergebnisse zur Wirkungsmessung

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Über das Stiftungspanel

Die Umfrage fand online im Januar und Februar 2020 statt. Befragt wurden Stiftungen, die beim Stiftungspanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen registriert sind. An der Befragung beteiligt haben sich 42,3 Prozent der in diesem Zeitraum 605 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels. Das Stiftungspanel ist das Erhebungsinstrument zur Erforschung der Stiftungslandschaft. Hier können Stiftungen schnell und einfach ihre Meinung zu aktuellen Themen einbringen. Träger des Stiftungspanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Kontakt

Dr. Antje Bischoff

(030) 89 79 47-72

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