Ganze Gebirgszüge wurden nach ihm benannt: Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019

Schiefer im ehemaligen Bergwerk Lehesten, Thüringen

Schiefertafel und Schiefergriffel, mit denen noch bis ins letzte Jahrhundert Generationen von Schulkindern ihre ersten Buchstaben schrieben, kennt man heute nur noch aus Museen (wie zum Beispiel dem Deutschen Schiefermuseum in Mayen oder dem Schiefermuseum im oberfränkischen Ludwigsstadt). Als edle und beständige Dacheindeckung oder Fassadenverkleidung und als Werkstein für Treppen oder im Gartenbau wird Schiefer heute dagegen noch immer sehr geschätzt.

Als Schiefer werden Gesteine bezeichnet, die aus tonigen Ablagerungen durch Metamorphose (Umwandlung unter hohem Druck und/oder hoher Temperatur) entstanden und dabei gegebenenfalls auch gefaltet wurden. Die Schiefer zeigen eine gute bis ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang engständiger Schieferungsflächen.

Zwar wurde Schiefer bereits im antiken Rom zum Decken von Dächern genutzt, zur Blütezeit des Dachschiefers wurden jedoch Mittelalter und frühe Neuzeit; Schiefer wurde so bedeutend, dass ganze Gebirgszüge wie das Rheinische Schiefergebirge und das Thüringer Schiefergebirge nach ihm benannt wurden.

Die in Deutschland vorkommenden Schiefer entstammen alle dem Erdaltertum, in der Regel den Perioden des Devon und Karbon; die Gesteine sind über 300 Millionen Jahre alt.

Auch heute noch existieren in Deutschland Schieferbergwerke, so im oberfränkischen Geroldsgrün, wo der Lotharheiler Schiefer abgebaut wird, im Hunsrück (Schieferbergwerk Altlay), im Hochsauerland (das Verbundbergwerk Magog-Gomer-Bierkeller, dessen Schiefer unter dem Namen „Fredeburger Schiefer“ verkauft wird) und in Theuma bei Plauen im Vogtland („Theumaer Fruchtschiefer“). Die Grube Katzenberg bei Mayen/Eifel wird trotz nach wie vor hoher Nachfrage im Verlauf dieses Jahres schließen.

Schiefer gilt außer als Dachschiefer als ideales Material für Fußböden und Wände, da er sowohl Hitze- als auch Kälteresistenz mit Haltbarkeit und Ästhetik verbindet.

In Geoparks und Museen, wie etwa im Fränkisch-Thüringischen Schieferland mit den traditionellen Vorkommen von Lehesten werden geologische Verhältnisse, Gewinnung und Verarbeitung von Dachschiefern anschaulich demonstriert. Eine weltbekannte Sehenswürdigkeit aus Schiefer ist der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, der vor allem durch die Sage um die schöne Loreley berühmt wurde.

Die feierliche „Taufe“ des Schiefers als Gestein des Jahres 2019 wird anlässlich des Tages der Erde um den 22. April 2019 stattfinden, vermutlich an einem Schiefer-Standort in der Eifel.

Das „Gestein des Jahres“ wird seit 2007 von einem Fachkuratorium unter Federführung des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler ausgewählt. Mit der Nominierung zum Gestein des Jahres 2019 sollen die unterschiedlichen Facetten des Schiefers der breiten Öffentlichkeit nahegebracht werden. Der Schiefer folgt damit der Steinkohle, die 2018 das Gestein des Jahres in Deutschland war.

Kontakt

Christof Ellger

0331-9775789

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