Bildende Kunst im Fokus: Förderschwerpunkt wird fortgesetzt und Stipendium der Stiftung Stendar-Feuerbaum vergeben

Im vergangenen Jahr hatte die Hamburgische Kulturstiftung im Rahmen ihrer Projektförderung einen Schwerpunkt auf die Bildende Kunst gelegt. Dieser wird nun um ein weiteres Jahr fortgesetzt. Gesa Engelschall, Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: »Wir wollen den künstlerischen Nachwuchs im Bereich Bildende Kunst darin bestärken, Vorhaben in Hamburg zu realisieren. Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden, die Zahl der Anträge in dem Bereich hat sich fast verdoppelt, und wir konnten viele spannende Projekte zusagen. Darauf möchten wir mit einer Fortsetzung des Schwerpunkts weiter aufbauen. So möchten wir zu guten Arbeitsbedingungen für junge Bildende Künstlerinnen und Künstler beitragen und deren Schaffen zu mehr Sichtbarkeit in unserer Stadt verhelfen.« Weitere Informationen und die Ausschreibung finden sich unter www.kulturstiftung-hh.de.

2019 hat die Hamburgische Kulturstiftung in der Sparte Bildende Kunst25 Projekte mit einer Fördersumme von insgesamt 136.500 Euro zugesagt. Ermöglicht haben dies Förderinnen und Förderer, darunter Privatpersonen ebenso wie andere Stiftungen, die für den Schwerpunkt gespendet oder Projektpatenschaften übernommen haben. Unter den geförderten Vorhaben waren 2019 z. B. die Ausstellung »Hi Ventilation« zum 20-jährigen Bestehen des Kunstvereins Harburger Bahnhof und Franziska Opels raumgreifende Installation »Church of Cold Dreams« im ehemaligen Kiosk »14a«. 2020 finden unter anderem folgende Projekte statt: Gerrit Frohne-Brinkmann lässt mit »Backdrops« ab April in einer Parkgarage in der Hafencity praehistorische Unterwasserwelten entstehen. Die Kuratorinnen Lisa Klosterkötter und Elena Malzew veranstalten mit »GEGENWART. Doing Youth« im September ein viertägiges Ausstellungs- und Performanceprojekt, an der Hamburger und internationale Künstlerinnen und Künstler an ganz unterschiedlichen Orten von Institutionen über kleine Kunsträume bis zum öffentlichen Raum zu erleben sind. Und im Laufe des Jahres bespielen Künstlerinnen und Künstler wie Cordula Ditz, Annika Kahrs und Simon Hehemann den stillgelegten Paternoster im historischen Bieberhaus.

Durch die Stiftung Stendar-Feuerbaum, eine Treuhandstiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung, kann außerdem eine Studentin der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) mit einem einjährigen Stipendium unterstützt werden: die 26-jährige Österreicherin Naomi Sam, die im Schwerpunkt Bühnenraum bei Prof. Raimund Bauer studiert. Eine aus HFBK-Lehrenden besetzte Jury wählte die junge Künstlerin aufgrund ihrer überzeugenden Rauminstallationen und skulpturalen Arbeiten aus. Gesa Engelschall, Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung, wird das Stipendium im Rahmen der Eröffnung der HFBK-Jahresausstellung am 6. Februar 2020 um 19 Uhr verleihen. Die Stiftung Stendar-Feuerbaum, gegründet von der Bildhauerin Renate Stendar-Feuerbaum und dem Schauspieler Wolfang Stendar, widmet sich der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie dem Erhalt und der Vermittlung des künstlerischen Werks der Stifterin.

Die privatrechtliche Hamburgische Kulturstiftung wurde 1988 gegründet und von der Freien und Hansestadt Hamburg mit einem Startkapital von 2,5 Mio. D-Mark ausgestattet. Heute verwaltet sie unter ihrem Dach außerdem 16 Treuhandstiftungen, Fonds und Nachlässe sowie eine selbstständige Stiftung. Das aktuelle Stiftungskapital liegt bei 5,5 Mio. Euro (8,5 Mio. Euro inklusive der Stiftungen unter ihrem Dach). Seit ihrer Gründung konnte sie rund 1.900 Vorhaben mit rund 15 Mio. Euro unterstützen. Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf Projekten junger Hamburger Künstlerinnen und Künstler der freien Szene in den Sparten Musik, Theater, Tanz, Performance, Bildende Kunst, Literatur und Film sowie der Kinder- und Jugendkultur. 2019 förderte die Hamburgische Kulturstiftung gemeinsam mit den Stiftungen unter ihrem Dach insgesamt ca. 140 Projekte aller Sparten mit mehr als 900.000 Euro. Aufgrund des vergleichsweise geringen Stiftungskapitals und der niedrigen Erträge muss die Stiftung ihre Fördermittel Jahr für Jahr neu akquirieren. Als Mittlerin zwischen privaten Förderern, Wirtschaft und Kultur betreibt die Stiftung daher aktives Fundraising durch Benefizveranstaltungen, einen Freundeskreis, Projektpatenschaften und Kooperationen mit anderen Stiftungen.

Kontakt

Ilka von Bodungen

040 309099

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