Autonom bis ins hohe Alter durch intelligente Technik

Carl-Zeiss-Stiftung

Mit rund fünf Millionen Euro fördert die Carl-Zeiss-Stiftung in ihrem Programm „Transfer“ fünf Forschungsprojekte an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Wie können Musik-Apps und Computerspiele zu einer Steigerung der Selbstständigkeit beitragen? Kann ich ein Quartier so planen, dass die Menschen selbstbestimmt bis ins hohe Alter leben können? Schlafe ich tatsächlich schlecht? Diesen und ähnlichen Fragen gehen die interdisziplinären Teams an den Hochschulen Furtwangen, Jena, Konstanz, Mainz und Trier nach.

Wie können intelligente Lösungen aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik dazu beitragen, den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen? Dieser Frage stellten sich im aktuellen Programm Transfer der Carl-Zeiss-Stiftung mehrere Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. In einem zweistufigen Gutachterverfahren konnten fünf Hochschulen mit ihrem Konzept überzeugen. Jeweils bis zu einer Million Euro stellt die Carl-Zeiss-Stiftung den Hochschulen für die Projekte zur Verfügung.

Dank Digitalisierung ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter

„Um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen oder Personalengpässe in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auszugleichen, bietet die Digitalisierung zahlreiche Ansätze. Die Erforschung anwendungsorientierter Lösungen beispielsweise in Form von gesundheitsfördernden Spielen, assistierender Robotik oder einer intelligenten Stadtplanung setzt hier wichtige Impulse“, ist Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, überzeugt.

Das Team der Hochschule Furtwangen erforscht, wie interaktive Apps und Programme die soziale Interaktion von Menschen mit Demenz beispielsweise durch Klang- und Musikexperimente fördern und fordern können. Virtuelle Coaches unterstützen begleitend die pflegenden Angehörigen.

An der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena soll anhand eines neuen Mehrgenerationenquartiers untersucht werden, wie digitale Serviceangebote ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter ermöglichen. Neben technisch basierten Unterstützungsmöglichkeiten wie beispielsweise Notruf, Sturzerkennung oder der Einsatz von Assistenzrobotern wird die Teilnahme an der Gemeinschaft über Nachbarschaftsplattformen oder digitale schwarze Bretter untersucht.

Die HTWG Konstanz analysiert die Schlafqualität von Senioren. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Auswertung einer Sensorbox, die zuhause unter der Matratze platziert werden kann.

Die Erreichbarkeit von Ärzten, Apotheken oder Supermärkten für Senioren in ländlichen Regionen wird an der Hochschule Mainz neu berechnet. Altersstrukturen von Einfamilienhausgebieten werden dazu systematisch mit weiteren Daten, beispielsweise zu Entfernungen oder Barrieren, zusammengeführt.

Die Hochschule Trier fokussiert sich auf therapeutische Spiele. Patienten sollen spielerisch zur Wiederholung von Übungen motiviert werden. Therapiesitzungen in der Prävention und Rehabilitation könnten dadurch reduziert werden.

Kontakt

Vanessa Marquardt

071116221316

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