Klimakrise: Best Practice-Beispiele zum Klimaschutz einfach in den Stiftungsalltag integrieren

Die globale Klimakrise zwingt auch Stiftungen, ihr Handeln zu überprüfen. In unserer Serie "Stimmen aus Stiftungen zum Klimaschutz" fragen wir nach, in welcher Form sich Stiftungen bereits für mehr Nachhaltigkeit engagieren. Dazu sprachen wir mit Adrian Johst, Geschäftsführer, Naturstiftung David.

Adrian Johst
Foto: Carolin Pfleger, caepipictures
Adrian Johst

Dank der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) ist das Thema Klimaschutz nun auch ganz oben auf der politischen Agenda angekommen. Was können Stiftungen von der Jugendbewegung lernen?
Wenn man sich zusammentut, wie die vielen Akteure der Bewegung „Fridays-for-Future“, kann ganz konkret etwas bewegt werden. Das sehen wir auch als Vorbild für Stiftungen. Zum Teil läuft das schon. Im Arbeitskreis Umwelt beispielsweise, wo wir regelmäßig miteinander ins Gespräch kommen, der eine vom anderen lernt, wo aus dem Zusammenwirken und aus dem fachlichen Austausch heraus neue Ideen entwickelt werden, die man dann gemeinsam umsetzt.

Weltweit gehen regelmäßig Menschen für die Einhaltung des Paris-Abkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung auf die Straße. Plant die Naturstiftung David sich in irgendeiner Form daran zu beteiligen?
Wir sehen unsere Aufgabe als Naturstiftung David darin, bestehende Klimaschutz-Initiativen möglichst unbürokratisch zu unterstützen. Dazu müssen wir nicht unbedingt auf die Straße gehen. Aber einige unserer Mitarbeiter*innen und ich selbst waren bei der großen Klimademonstration am 20. September mit dabei.

"Umweltstiftungen sollten sich ihrem Vorbildcharakter bewusst sein und mit gutem Beispiel beim Klimaschutz vorangehen."
Adrian Johst, Geschäftsführer, Naturstiftung David
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Vor allem die Umweltstiftungen arbeiten bereits seit Jahren an dem Thema. So hat der Arbeitskreis Umwelt im Bundesverband Deutscher Stiftungen Handlungsempfehlungen und Erklärungen erarbeitet und veröffentlicht. Nun gilt es, dass auch andere Stiftungen mobilisiert und aktiv werden. Wie könnte dies gelingen?
Es kommt jetzt vor allem darauf an, dass wir als Umweltstiftungen mit gutem Beispiel vorangehen. Es gibt viele Best-Practice-Beispiele, wie man Klimaschutz gut in den Stiftungsalltag integrieren kann. Die Umweltstiftungen sollten sich ihrem Vorbildcharakter bewusst sein. Auch bei einigen Umweltstiftungen – die Naturstiftung David eingeschlossen – gibt es da sicherlich noch ein wenig Luft nach oben. Gleichzeitig müssen wir aber auch aus dem Kreis der Umweltstiftungen heraus kommen. Wir sollten unsere fachliche Expertise als Umweltstiftungen anderen an dem Thema interessierten Stiftungen außerhalb des Umweltbereichs möglichst unbürokratisch zur Verfügung stellen.

Konkret ist geplant, aus dem Kreis der Umweltstiftungen heraus Ansprechpartner*innen zu bestimmten Einzelthemen im Klimaschutz und Nachhaltigkeitsbereichen zu benennen. Das soll ein erster Schritt sein, im Klimaschutz aus dem Kreis der Umweltstiftungen heraus in die gesamte Stiftungslandschaft hinein zu wirken.

Klimawandel
Foto: WK Stock Photo - stock.adobe.com

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