Ukraine-Krieg: Auch ein Rückschlag für die Nachhaltigkeitsziele

Nachhaltigkeitsziel Nr. 16

Vor sieben Jahren haben sich 193 Staaten der Welt entschlossen, im Rahmen der Agenda 2030 für eine Entwicklung zu wirken, die Frieden und Wohlstand ermöglicht und niemanden zurücklässt. Es war eine Zeit der Zuversicht, die vielen großen Herausforderungen wie Armut, Klimawandel und nationale oder regionale Konflikte gemeinsam meistern zu können. Auch die Ukraine hatte sich diesem Weg angeschlossen und von Erfolgen berichten können. Die Vereinten Nationen haben den Entwicklungsprozess in der Ukraine unterstützt, insbesondere mit Maßnahmen zum Nachhaltigkeitsziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen. 

Massiver Rückschlag für die Nachhaltigkeitsziele 

Der Krieg, der jetzt auf ukrainischem Staatsgebiet ausgetragen wird, hat weitreichende Implikationen für nachhaltige Entwicklung in dem Land selbst und weltweit. Die Ukraine erlebt eine humanitäre Katastrophe, wie sie in dem Ausmaß in Europa noch vor wenigen Wochen unvorstellbar war. Zugleich sind in Russland außerordentliche Menschenrechtsverletzungen zu beobachten. Sofern Frieden wieder einkehren kann, werden die Menschen in der Ukraine neben den direkten Kriegsauswirkungen noch sehr lange mit Armut, Hunger, unzureichender medizinischer Versorgung und starken Einschränkungen in Wirtschaft, Bildung und vielen anderen Bereichen konfrontiert sein. Weltweit werden massive problematische Auswirkungen erwartet, die insbesondere ärmere und benachteiligte Menschen treffen werden. 

Ist die Agenda 2030 ein geeigneter Handlungsrahmen? 

Seit über zwei Jahren scheint die Welt von einer Katastrophe zur nächsten zu eilen: die globale Corona-Pandemie, regionale Unwetter von großem Ausmaß, Krisen und Kriege sowie existenzbedrohender Nahrungsmangel in einigen Ländern. Da stellt sich die Frage, ob die Agenda 2030 mit den 17 SDGs der richtige Ansatz für eine Entwicklung sein kann, die die Welt insgesamt zu Frieden und Wohlstand führen soll, wenn Aktionen einzelner so derartig negative Konsequenzen bewirken. 

Tatsächlich hat die Agenda 2030 alle wesentlichen Instrumente, um auf die Herausforderungen unserer Zeit Antworten zu finden: demokratische Prozesse als Grundlage, einen gesamtheitlichen Ansatz, der unterschiedlichste Entwicklungsbereiche berücksichtigt, die Notwendigkeit, dass alle beitragen – Regierungen, Wirtschaftsunternehmen, Finanzinstitute, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und jeder einzelner Mensch – sowie der Fokus auf Partnerschaften und gemeinsames Wirken. 

Dabei werden Ansätze gebraucht, die über reaktives Agieren hinausgehen: längerfristiger angelegt, größere Zusammenhänge berücksichtigend und über nationale oder regionale Grenzen hinausblickend. Und so wird die Agenda 2030 auch zu recht als „globaler Aktionsplan für eine bessere, nachhaltige Welt“ bezeichnet. 

Nötig: starke Institutionen und Solidarität 

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 werden zwei Komponenten sein: Zum einen kommt es darauf an, mit welcher Effektivität das Nachhaltigkeitsziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen verwirklicht werden kann, und zwar sowohl auf der nationalen Ebene als auch auf der globalen Ebene. Nur wenn es Wege und Möglichkeiten gibt, das Völkerrecht international rechtlich verbindlich zu gestalten und verlässlich umzusetzen, können solche humanitären Katastrophen wie in der Ukraine vermieden werden. 

Zum anderen sind Solidarität und Engagement wichtig, um diesen Weg gemeinsam und auf Mitmenschlichkeit basierend gehen zu können. Stiftungen haben hier immer wieder vorbildliches geleistet: Sie halfen in der Hochwasserkatastrophe, der Corona-Pandemie und jetzt in der humanitären Katastrophe den Menschen aus der Ukraine

Deutscher Stiftungstag mit Fokus auf Nachhaltigkeit

Wir freuen uns, Sie auf dem Deutschen Stiftungstag vom 28.-30. September in Leipzig zu treffen und dort mit Ihnen gemeinsam weitere Wege für starke Institutionen und Solidarität zu finden!

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Annette Kleinbrod

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