Kai Niebert leitet künftig das Kuratorium der DBU

Osnabrück/Berlin. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat heute (Mittwoch) auf seiner Sitzung in Berlin einen neuen Vorsitzenden gewählt. Das Amt übernimmt Prof. Dr. Kai Niebert, der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR). Er forscht und lehrt als Nachhaltigkeitsexperte an der Universität Zürich. Die DBU verfügt über ein Stiftungsvermögen in Höhe von 2,39 Milliarden Euro und zählt zu den größten Umweltstiftungen Europas.

„Die vor uns liegenden Aufgaben auf dem Weg in eine klimaneutrale und ökologisch verträgliche Industriegesellschaft sind enorm“, sagte Niebert in einer ersten Reaktion. Der Angriffskrieg auf die Ukraine und die Covid-Pandemie dürfen nach seinen Worten „von diesem Weg nicht abbringen“. Und: „Wir müssen die Transformation beschleunigen, denn Energie-, Ernährungs- und Rohstoffsouveränität sind nun nicht mehr nur eine ökologische, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe.“ Der DNR-Präsident war zuvor Vize-Vorsitzender des DBU-Kuratoriums. Die DBU als eine der größten Umweltstiftungen Europas wolle dabei ihren Beitrag leisten. „Mit der herausragenden Expertise der DBU und den von ihr geförderten Innovations-Projekten, Stipendien und Start-ups wollen wir auch künftig konkrete Lösungen für Umwelt-, Klima-, Natur-, Ressourcen- und Artenschutz voranbringen, damit dieser Planet wieder lebenswerter wird“, so Niebert. Die DBU spiele dabei mit ihren Impulsen zu konkreten Lösungsansätzen seit Anbeginn ihres nun schon 30-jährigen Bestehens eine wichtige Rolle. Niebert: „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und eine weitere hervorragende Zusammenarbeit mit DBU-Generalsekretär Alexander Bonde und seinem sehr engagierten Team.“

Neuer Kuratoriums-Vorsitzender mit internationaler Erfahrung

Nachhaltigkeit, die Klimakrise und die sogenannten planetaren Belastungsgrenzen zählen zu den Schwerpunkten in Nieberts Arbeit. Er ist Mitglied in der EU High Level Group on Financing Sustainability Transition, einer hochrangigen Expertengruppe der Europäischen Union, um die Finanzierung von mehr Nachhaltigkeit auszuloten. Zudem war er Mitglied der Kohlekommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft. Der Deutsche Naturschutzring vereint als Umweltdachverband die Interessen von 100 Verbänden, Stiftungen und Instituten. Neben Ressourcen- und Klimaschutz zählen der Erhalt biologischer Vielfalt sowie die nachhaltige Entwicklung zu den Hauptzielen des DNR.

Bonde: Umwelt- und Artenschutz stärken

Die Stellvertretung Nieberts übernehmen künftig wie bisher schon Vorstandsmitglied Dr. Antje von Dewitz sowie neu in diesem Amt Dr. Bettina Hoffmann (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz) sowie Cansel Kiziltepe (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen). DBU-Generalsekretär Bonde sagte, „die herausragende Kompetenz des neuen Kuratoriums und die Expertise der DBU bieten die große Chance, Umwelt- und Artenschutz zu stärken“. Er wünschte dem Kuratoriums-Vorsitzenden und den neuen Mitgliedern des Gremiums viel Erfolg bei den bevorstehenden Aufgaben.

Dank an Rita Schwarzelühr-Sutter

Das aktuelle DBU-Kuratorium ist bis Juni 2024 im Amt. Die Wahl des neuen Vorsitzenden war notwendig, da die bisherige Amtsinhaberin Rita Schwarzelühr-Sutter als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesinnenministerium gewechselt, die Mitgliedschaft im DBU-Kuratorium aber an Amt und Mandat gebunden ist. „Wir danken Rita Schwarzelühr-Sutter herzlich für ihr langjähriges Engagement. Unter ihrem Vorsitz hat sich die DBU hervorragend entwickelt und viele erfolgreiche Impulse in der ökologischen Innovationsförderung gesetzt“, so Niebert und Bonde.

Berufung per Kabinettsbeschluss der Bundesregierung

Das 16-köpfige Kuratorium ist das wichtigste DBU-Organ, übt als Vorstand Kontrollfunktionen aus und stimmt über wichtige Entscheidungen wie die Bewilligung bestimmter Projekte ab. Es wird per Kabinettsbeschluss der Bundesregierung berufen. Neben Sozialpartnern und Zivilgesellschaft werden Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder ins Gremium entsandt. Am 9. Juni hatte Bundesumweltministerin Steffi Lemke fünf neue Mitglieder ins Kuratorium berufen. Zu dessen Aufgaben gehört auch die Entscheidung über die Vergabe des Deutschen Umweltpreises der DBU, mit insgesamt 500.000 Euro einer der höchstdotierten Umweltpreise in Europa. Bislang hat die DBU mehr als 10.500 innovative Projekte in den Bereichen Umwelttechnik, -forschung, -kommunikation und -bildung sowie Natur- und Umweltschutz in Höhe von nahezu zwei Milliarden Euro gefördert.

Kontakt

Klaus Jongebloed

0541 9633-521

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