#Twitch Wie man eine junge Zielgruppe mit politischen Inhalten erreicht

Ministerpräsident Tobias Hans beim Spielen auf Twitch

Gaming nimmt eine exponierte Rolle in der heutigen Jugendkultur ein. 68 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren spielen laut der JIM-Studie 2020 regelmäßig online ein Computerspiel. Dabei nimmt die Nutzung der Streamingplattform Twitch, auf der man sich beim Spielen selbst filmen und anderen beim Computerspielen live zuschauen kann, stetig zu. Wie man Jugendliche mit politischen Inhalten über Gaming-Formate erreicht, war Inhalt einer Pilot-Veranstaltung der Union Stiftung.

Pionierin: US-Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez

Die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez - kurz AOC – twitterte am 19. Oktober 2020 einen Aufruf, indem sie Menschen suchte, die mit ihr das Online-Game Among US spielen wollten. AOC wollte mit der Aktion Aufmerksamkeit auf den US-Präsidentschaftswahlkampf lenken und Geld für einen guten Zweck sammeln. Und ihre Erwartungen wurden mehr als übertroffen, auch weil sie ihre 12,6 Millionen Follower auf Twitter für die Aktion begeistern konnte. Denn nur einen Tag später startete die Politikerin ihren ersten Livestream auf Twitch und spielte mit bekannten und vor allem reichweitenstarken Streamern aus den USA. Dabei schauten ihr in der Spitze 600.000 meist junge Menschen live zu. Sie konnte binnen kürzester Zeit rund 500.000 Follower auf Twitch hinzugewinnen.

Während des Streamings zeigte sich AOC sehr authentisch und sprach auch über politische Inhalte, ohne anbiedernd zu wirken. Das kam bei der Zielgruppe an. Die 31-jährige Alexandria Ocasio-Cortez konnte sich als moderne Politikerin präsentieren, die es versteht, mit ihrer Zielgruppe auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Ministerpräsident und Gaming?

Wie passt es zu einer politischen Stiftung, dass ein Ministerpräsident online spielt und dabei über Politik spricht? „Gemeinsam mit meinem Team bei der Union Stiftung habe ich es mir zum Ziel gesetzt, innovative Formate im politischen Bereich auszuprobieren. Deshalb entstand die Idee, den Ministerpräsidenten des Saarlandes, Tobias Hans, zu einem Twitch-Stream einzuladen“, so Geschäftsführer Michael Scholl.

Tobias Hans hat sich als Ministerpräsident die Förderung der Gamesbranche im Saarland zum Ziel gesetzt und dazu 2018 die „Games Förderung Saarland“ zusammen mit der Landesmedienanstalt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderung werden vor allem Entwickler gefördert und Impulse für die saarländische Kreativbranche gesetzt. Tobias Hans stand dem Thema und dem Format also offen gegenüber.

Die Umsetzung des Streams

Am 23. Februar 2021 fand schließlich die Premiere der Veranstaltungsreihe „Auf eine Runde mit…“ statt. Tobias Hans spielte zusammen mit Julian Colbus, Mitgründer des saarländischen Start-ups Game Dev Saar und Felix Klein, Mitgründer der Saarbrücker Spielentwickler Radical Fish Games das Rennspiel „MarioKart 8 deluxe“ auf der Plattform Twitch. In lockerer Atmosphäre traf der Politiker auf Gamer und eine insgesamt junge Zielgruppe, die viele Fragen an den Ministerpräsidenten stellte. Politische Themen, wie die Suchtgefahr bei Online-Spielen, kamen dabei ebenso auf die Agenda, wie persönliche Fragen.

„Wir wollen junge Menschen und ihre Lebenswelt ernst nehmen und auf sie zugehen, um sie zu erreichen. Demokratie begründet sich vor allem auf dem gegenseitigen Austausch. Es ist gut, dass die Union Stiftung hier eine Brücke zwischen der Politik und der Gaming-Szene schlägt“, so Tobias Hans.

Zur Premiere schalteten sich auf Twitch 332 Menschen live in den Stream. Außerdem gab es ein großes Echo auf Social Media Plattformen wie Twitter und Facebook. Insgesamt ein großer Erfolg für ein neues Format in einer sich ständig ändernden Medienwelt.

Die Reihe wird von der Union Stiftung im monatlichen Rhythmus fortgesetzt. Am 21. April ist Alexander Funk, Mitglied des saarländischen Landtags und Präsident des DJK Saarland um 18.20 Uhr zu Gast im Stream.

Über die Union Stiftung

Die Union Stiftung ist eine politische, aber keine parteipolitische Stiftung. Sie wurde 1959 gegründet und verfolgt den Zweck, demokratische und staatsbürgerliche Bildung, internationale Verständigung, insbesondere die europäische Einigung, sowie Wissenschaft, Forschung und Kultur zu fördern. Auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes arbeitend ist sie als gemeinnützig anerkannt und finanziert ihre Tätigkeit uneingeschränkt aus privaten Mitteln.

Kontakt

Michael Scholl

0681709450

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