Schader-Preis 2021 für Armin Nassehi

LMU / Marc Müller
Prof. Dr. Armin Nassehi

Der Senat der Schader-Stiftung hat am 12. November in Darmstadt den Schader-Preisträger für 2021 ausgewählt. Mit dem Preis wird der Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi ausgezeichnet.

Armin Nassehi lehrt und forscht im Bereich Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der mit 15.000 Euro dotierte Schader-Preis würdigt Gesellschaftswissenschaftlerinnen und Gesellschaftswissenschaftler, die aufgrund ihrer wegweisenden wissenschaftlichen Arbeit und durch ihr vorbildliches Engagement im Dialog mit der Praxis einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben.

„Armin Nassehi ist mit seinen wegweisenden Arbeiten im Bereich der Kultursoziologie, der politischen Soziologie und der Wissens- und Wissenschaftssoziologie eine führende Stimme im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs. Seine umfassenden Studien zur Protestkultur, zur digitalen Gesellschaft sowie auch zur Einordnung politische Strömungen haben ihn weit über die Fachkreise hinaus bekannt gemacht; seine Analysen werden gleichermaßen in der fachlichen und nicht-fachlichen Öffentlichkeit rezipiert“, begründet Angelika Nußberger, Verfassungsrechtlerin an der Universität zu Köln und Sprecherin des Senats der Schader-Stiftung, die Entscheidung für den kommenden Preisträger. „Als herausragender Analytiker wirkt er in die Gesellschaft hinein und ist so in exemplarischer Weise ein Brückenbauer zwischen öffentlichem Diskurs und Fachwissenschaft“, so Nußberger weiter.

„Ich freue mich sehr über den Preis, weil er gleichermaßen wissenschaftliche Leistungen und Übersetzungsleistungen in andere Felder umfasst“, so der Preisträger Armin Nassehi in einer ersten Reaktion. „Gerade gegenwärtig wird deutlich, wie komplex das Verhältnis von wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis auf der einen Seite und der Beitrag der Wissenschaften für die Lösung gesellschaftlicher Fragen auf der anderen ist. Nach meiner Überzeugung ist dieses Verhältnis selbst eine genuin wissenschaftliche Herausforderung, die nicht einfach einen Transfer bedeutet, sondern auf dem Differenzierungsniveau moderner Gesellschaften diskutiert werden muss“.

Armin Nassehi, geboren 1960, studierte Erziehungswissenschaften, Philosophie und Soziologie in Münster und an der Fernuniversität in Hagen. Nach Promotion (1992) und Habilitation (1994) übernahm er 1998 den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Universität München.

Der Schader-Preis wird im Juni 2021 in Darmstadt überreicht. Verliehen wird er vom Senat der Schader-Stiftung, dem die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre angehören: Prof. Dr. Dorothea Kübler (2020), Prof. Dr. Christoph Möllers (2019), Prof. Dr. Otfried Jarren (2018), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (2017), Prof. Dr. Christine Landfried (2016), Prof. Dr. Dres. h.c. Angelika Nußberger (2015) und Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D. (2013). Mit der Annahme des Schader-Preises gehört Armin Nassehi nun selbst sieben Jahre dem Senat der Schader-Stiftung an.

Die Schader-Stiftung fördert seit 1988 den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis.
 

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