Mehrheit der Stiftungen ohne Einbruch bei Spendeneinnahmen

Spendeneinnahmen: Bei rund 60 Prozent der befragten Stiftungen haben sich von März bis Oktober 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum diese nicht verändert.

Wie sind Stiftungen bisher durch die Corona-Pandemie gekommen? Erste Ergebnisse einer Panelbefragung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zeigen keinen dramatischen Einbruch beim Spendenaufkommen: Bei knapp 60 Prozent der befragten Stiftungen blieben die Spendeneinnahmen gleich.

Viele Stiftungen sammeln Spenden. Gerade zu Beginn der Pandemie gab es Befürchtungen, diese Einnahmequelle könnte angesichts der Corona-Krise wegbrechen. In einer Panelbefragung zu den Auswirkungen der ersten Pandemiewelle auf Stiftungen fand der Bundesverband nun heraus, dass sich diese Vermutung weitestgehend nicht bestätigte.

Laut Umfrage haben 68 Prozent der Stiftungen im Panel Spendeneinnahmen. Die gute Nachricht: Bei rund 60 Prozent der befragten Stiftungen haben sich diese Einnahmen von März bis Oktober 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht verändert, bei 10 Prozent sind sie sogar gestiegen (n=188). Einbußen bei den Spenden hatten dagegen nur 27 Prozent zu verzeichnen.

Spendenbereitschaft in der ersten Pandemiewelle ungebrochen

Das passt zu den Zahlen, die das Marktforschungsinstitut GfK zur Spendenbereitschaft im Auftrag des Deutschen Spendenrats ermittelt hat: Demnach haben Privatpersonen in Deutschland von Januar bis September 2020 rund 3,3 Milliarden Euro gespendet, das beste Ergebnis seit Beginn der GfK-Erhebungen 2005. Auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) stellt bei einer Befragung von 155 Organisationen zur Spendenentwicklung von Januar bis August 2020 fest: Bei etwa der Hälfte sind die Spendeneinnahmen gestiegen, nur bei rund einem Viertel gefallen. Dabei verzeichnen größere Organisationen mit hohem Spendenvolumen überwiegend Zuwächse, während bei den kleineren die Fälle mit Spendenrückgängen leicht überwiegen. Für Stiftungen kommt der Wissenschaftliche Dienst des Bundesverbandes mit seiner Panelbefragung zu etwas anderen Ergebnissen: Bei den Spendeneinnahmen gibt es während der ersten Pandemiewelle keinen nennenswerten Unterschied zwischen großen Stiftungen ab einer Million Euro Stiftungskapital und solchen, deren Kapital darunter liegt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Spendenbereitschaft im Verlauf der Pandemie entwickeln wird. Dies könnte Gegenstand weiterer Stiftungsbefragungen sein.

Im März publiziert der Bundesverband alle Befragungsergebnisse zu den Auswirkungen der ersten Pandemiewelle auf den Stiftungssektor als Stiftungsinfo, der Beilage zum Mitgliedermagazin Stiftungswelt.

Über das Stiftungspanel
Die Online-Umfrage fand im Oktober 2020 statt. Befragt wurden Stiftungen, die beim Stiftungspanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen registriert sind. An der Befragung haben sich 45,6 Prozent der in diesem Zeitraum 607 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels beteiligt. Das Stiftungspanel ist das Erhebungsinstrument zur Erforschung der Stiftungslandschaft. Hier können Stiftungen schnell und einfach ihre Meinung zu aktuellen Themen einbringen. Träger des Stiftungspanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Kontakt

Dr. Antje Bischoff

(030) 89 79 47-72

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