Gremienarbeit ist ehrenamtlich und männlich geprägt

In neun von zehn Stiftungen sind die Gremien ausschließlich ehrenamtlich besetzt

Stiftungsgremien sind für die Stiftungsverwaltung und die Verfolgung der Stiftungszwecke verantwortlich. In welchem Verhältnis wird diese Gremienarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen sowie von Frauen und Männern getragen? Aktuelle Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen geben einen Einblick in die Gremienstrukturen.

In neun von zehn Stiftungen sind die Gremien ausschließlich ehrenamtlich besetzt 

In fast 90 Prozent der Stiftungen sind die Gremien – unabhängig von ihrer Funktion – ausschließlich mit Ehrenamtlichen besetzt. Nur bei 1 Prozent der Stiftungen sind die Gremienmitglieder rein hauptamtlich tätig. In den verbleibenden rund 10 Prozent der Stiftungen teilen sich Haupt- und Ehrenamtliche die Gremienarbeit. 

Stiftungen benötigen regelmäßig ein vertretungsberechtigtes Organ – in den meisten Fällen Vorstand genannt. Darüber hinaus kann eine Stiftung auch kontrollierende oder beratende Gremien haben. Selbst Personen in vertretungsberechtigter Funktion sind nur in gut 5 Prozent der Fälle hauptamtlich beschäftigt. Dieser Anteil sinkt in den Kontroll- und Beratungsgremien auf unter 1 Prozent.

In den einzelnen Stiftungsgremien liegt der Frauenanteil jeweils unter 30 Prozent 

Schaut man sich einmal auf der Ebene der einzelnen Stiftungsgremien das Geschlechterverhältnis seiner Mitglieder an, ergibt sich folgendes Bild: Sowohl bei den vertretungsberechtigten als auch bei den kontrollierenden oder den beratenden Gremienmitgliedern handelt es sich bei über 70 Prozent von ihnen um Männer und bei weniger als 30 Prozent um Frauen. 

Dieses Übergewicht an männlichen Gremienmitgliedern verdeutlichen weitere Zahlen. Bei einem Viertel der Stiftungen sitzen ausschließlich Männer in den Gremien, in knapp drei Viertel der Stiftungen sind die Gremien mit Frauen und Männern gemeinsam besetzt. Ausschließlich mit Frauen besetzte Stiftungsgremien sind mit weniger als 2 Prozent die absolute Ausnahme.