Crowdfunding als Innovationstreiber – Wolfgang-Ritter-Preis 2020 verliehen

Bildmaterial Die Fotos können honorarfrei unter Quellenangabe für die Berichterstattung zum Wolfgang-Ritter-Preis verwendet werden: © Wolfgang-Ritter-Stiftung/Frank Pusch Das Bild zeigt (v.l.) Preisträger Thomas Scholdra, Preisträger Roland Kassemeier, Stiftungsvorstand Alexander Witte und Stiftungsvorstand Helge Bernd von Ahsen. Der Preisträger Daniel Blaseg konnte corona-bedingt nicht nach Bremen reisen.

Für seine herausragende empirische Studie über Crowdfunding als neue Form der Gründungsfinanzierung hat Daniel Blaseg den mit 10.000 Euro dotierten Wolfgang-Ritter-Preis 2020 gewonnen. Der Assistenzprofessor an der ESADE Business School in Barcelona zeigt in seiner Arbeit, wie die gemeinschaftliche Unternehmensfinanzierung trotz einiger Misserfolge das Innovationsgeschehen belebt und sozial wie ökonomisch großes Potenzial hat.

Zwei weitere Preisträger sind Roland Kassemeier, Postdoktorand der Ruhr-Universität Bochum, und Thomas Scholdra, Absolvent der Universität Bremen und Habilitand in Köln. Ihre Dissertationen wurden mit jeweils 5.000 Euro ausgezeichnet. Kassemeier hat untersucht, wie Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Kunden effizienter und effektiver erfüllen können; Scholdra ist der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Konjunkturzyklen auf das Verhalten von Konsumenten im Internet haben.

Der Wolfgang-Ritter-Preis ist zum 35. Mal verliehen worden

Der Wolfgang-Ritter-Preis, mit insgesamt 20.000 Euro der höchstdotierte deutsche Preis für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, ist am 29. Oktober 2020 zum 35. Mal verliehen worden. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Jochen Zimmermann, der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität  Bremen. Die Arbeiten „dienen in ganz vorzüglicher Weise dazu, Unternehmen Handlungsalternativen vorzuschlagen, um im unternehmerischen Wettbewerb zu bestehen“, sagte er. Der Wettbewerb sei ein ganz zentraler Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft, die der Wolfgang-Ritter-Preis fördern will. „Gerade in dieser Zeit, in der staatliches Handeln marktliche Prozesse zu überschatten droht, ist es besonders wichtig, sich immer wieder der segensreichen Wirkung von Markt und Wettbewerb zu versichern.“ Corona-bedingt fand die Preisverleihung nicht wie traditionell im Frühjahr mit vielen Gästen im Bremer Rathaus statt, sondern in kleinem Rahmen. Die Stiftung – begründet von Wolfgang Ritter, einer großen Bremer Unternehmerpersönlichkeit – hat von 1985 bis heute bereits 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet. 

Anliegen der Stiftung ist es, den Wissenschaftsstandort Bremen zu stärken, so Stiftungsvorstand Professor Helge Bernd von Ahsen. Die Preisverleihung und die Aktivitäten der Stiftung zeigen das wissenschaftliche Engagement und die wissenschaftliche  Leistungsfähigkeit Bremens. Die Preisträger, die meist nicht aus Bremen kommen, sind wertvolle Multiplikatoren. „Als Botschafter für diesen Standort spielen die Träger des Wolfgang-Ritter-Preises eine ganz besondere Rolle und erhöhen die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Bremens“, so von Ahsen.  

Gerade abgeschlossen ist die Ausschreibung für den Preis des Jahres 2021. Preiswürdig sind laut Vorstand Alexander Witte außergewöhnliche Arbeiten, die sich mit den vier Themen der Stiftung befassen: wertorientierte Unternehmensführung, Nachhaltigkeit, Globalisierung und betriebliche Funktionslehre.

Über die Wolfgang-Ritter Stiftung

Der Zweck der Wolfgang-Ritter-Stiftung ist es, die Wissenschaft und ihre Einrichtungen sowie den akademischen Nachwuchs zu fördern. Sie wurde 1970 gegründet und hat seitdem rund 15 Millionen Euro an die verschiedensten Projekte, Preisträger und Wissenschaftler ausgeschüttet. Zu den wichtigsten Partnern gehören die Universität Bremen, die Hochschule Bremen und die Jacobs University Bremen. Ein bedeutendes Förderinstrument ist der 1985 gestiftete Wolfgang-Ritter-Preis für herausragende wirtschaftswissenschaftliche Leistungen. Außerdem werden noch der Wolfgang-Ritter-Studienpreis für Jungwissenschaftler ausgelobt und seit 1988 gemeinsam mit der Universität Bremen und den unifreunden die Bremer Universitäts-Gespräche veranstaltet. Sie bilden jährlich ein wichtiges Forum für den interdisziplinären Austausch zu aktuellen und zukunftsweisenden Fragen.

Stifter ist der Unternehmer, Markenpionier und Mäzen Wolfgang Ritter (1905-1993). Er war Vorsitzender des Vorstandes und Alleininhaber der Brinkmann AG, mit annähernd 6.000 Beschäftigten und einem Milliardenumsatz eines der größten und erfolgreichsten Bremer Unternehmen. Aus der Fertigung von Brinkmann stammten unter anderem die berühmten Zigarettenmarken Peer Export und Lord Extra. 1970 verkaufte Ritter die Aktienmehrheit, zog sich aus dem Geschäft zurück und gründete seine Stiftung. Er war einer der ersten Unternehmer, der die junge Bremer Universität unterstützte.

Den Vorstand der Wolfgang-Ritter-Stiftung bilden Professor Dr. Helge Bernd von Ahsen, Professor Dr. Heiko Staroßom und Alexander Witte. Ehrenamtlicher  Geschäftsführer ist Gerold Willms. Die Wolfgang-Ritter-Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft.

Wolfgang-Ritter-Stiftung Bremen,
c/o FIDES Treuhand GmbH & Co. KG,
Birkenstraße 37,
28195 Bremen

Kontakt

Christine Backhaus

0421 3798584

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