Wo und wie investieren Stiftungen in Gendergerechtigkeit weltweit?

Das Development Center der OECD veröffentlichte aktuelle Zahlen zu den weltweiten Stiftungsinvestitionen für mehr Gendergerechtigkeit. Die Untersuchungen zeigen wie Stiftungen durch Spendenzuwendungen und eigene Ansätze weltweit Programme und Initiativen für Gendergerechtigkeit, Frauen und Mädchen auf unterschiedliche Art unterstützen. Die Angaben basieren auf einer OECD-Datenumfrage zu privater Philanthropie im Entwicklungsbereich (Private Philanthropy for Development). die seit 2016 erhoben werden, sowie auf Erkenntnissen von Stiftungen, die sich in dem Network of Foundations Working for Development (netFWD) in der Arbeitsgruppe Gender zusammengetan haben. 


Die Kernaussagen der Studie lauten: 

  • Die finanzielle Unterstützung von Geschlechtergerechtigkeit im Stiftungswesen betrug von 2013 bis 2015 3,7 Milliarden US-Dollar. Das sind16 Prozent aller philanthropischen Ausgaben in diesen drei Jahren. Jedoch nur ein kleiner Anteil dieser Spenden richtet sich speziell an Bedarfe von Frauen, wie z.B. Gewaltprävention gegen Frauen oder die Unterstützung von Frauenrechtsorganisationen. 
  • Philanthropische Spenden für Geschlechtergerechtigkeit beschränken sich weltweit nur auf einige Länder, darunter hauptsächlich Indien und Afrika, und einige Sektoren, darunter hauptsächlich gesundheitliche Bildung und Aufklärung. Die Unterstützung für Geschlechtergerechtigkeit in weniger entwickelten und konfliktreichen Ländern sowie im Wirtschafts- und Produktionssektor ist begrenzt. 
  • Die meisten philanthropischen Spenden für Geschlechtergerechtigkeit sind zweckgebunden und durch etablierte Nichtregierungsorganisationen sowie multilaterale Institutionen gelenkt. Die Zusammenarbeit von Stiftungen mit Partnern oder Programmen ist tendenziell auf kurzfristige Sicht angelegt und wird bevorzugt mit dem öffentlichen Sektor oder Partnerorganisationen durchgeführt (z.B. Regierungen oder offiziellen Entwicklungsorganisationen). 
  • Im philanthropischen Sektor tendieren Stiftungen dazu, vor allem in „lückenfüllende Philanthropie“ und „wirkungsoptimierende Philanthropie“ zu investieren. 
  • Die Zuwendungsbeschlüsse variieren zwischen den Stiftungen. Allgemein betrachtet neigen Stiftungen, die sich mit Genderthemen befassen, eher dazu, mit Partnern zusammenzuarbeiten sowie eher dem wirkungsoptimierenden Ansatz als dem lückenfüllenden zu folgen. Dennoch favorisieren viele Stiftungen eine Kombination aus beiden Ansätzen. 
  • Stiftungen, die sich mit Genderthemen befassen, erkunden zunehmend häufiger neue Lösungsansätze und finanzielle Mittel. Zudem unterstützen sie in dem Bereich zunehmend öfter langfristig und auch auf nicht-finanzieller Basis. Diese Praktiken stellen aber bisher noch nicht die Norm dar.  
  • Große Stiftungen, die sich mit Genderthemen beschäftigen, führen gründliche Programmevaluationen durch und betonen ihren Bezug zu den SDGs sowie ihr Interesse, mit nationalen Regierungen zusammenzuarbeiten. Dennoch messen wenige Stiftungen ihre eigenen institutionellen Programme und deren Anpassung an nationale Entwicklungsstrategien ist begrenzt.
  • Noch immer fehlen wichtige Eintrittskriterien, um die Philanthropie im Rahmen der Genderthemen zu optimieren. Dies beinhaltet die Datenverfügbarkeit, Wirkungsanalysen und den Erfahrungsaustausch.  

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