„Gute Dinge ziehen Kreise“ – auch beim Klimaschutz

Die globale Klimakrise zwingt auch Stiftungen, ihr Handeln zu überprüfen. In unserer Serie "Stimmen aus Stiftungen zum Klimaschutz" fragen wir nach, in welcher Form sich Stiftungen bereits für mehr Nachhaltigkeit engagieren. Dazu sprachen wir mit Susanne Imhoff, Vorstandsvorsitzende der Imhoff Stiftung.

Susanne Imhoff
Foto: Imhoff Stiftung
Susanne Imhoff

Dank der Fridays-for-Future-Bewegung ist das Thema Klimaschutz nun auch ganz oben auf der politischen Agenda angekommen. Was können wir Stiftungen von der Jugendbewegung lernen?
Dass es sich lohnt, sich reinzuhängen, sich aus seiner Komfortzone heraus zu bewegen und Dinge neu zu denken. „Gute Dinge ziehen Kreise“, lautet mein Motto für die Imhoff Stiftung. Wenn jemand mit einem motivierenden Wesen vorangeht, kommen viele andere hinterher. Das gilt auch für den Klimaschutz, besonders in diesen Zeiten!

Weltweit gehen regelmäßig Menschen für die Einhaltung des Paris-Abkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung auf die Straße. Plant die Imhoff Stiftung sich in irgendeiner Form zu beteiligen?
Als Stiftung gehen wir nicht auf die Straße. Unsere Aufgabe finden wir in unserem Wirkungsbereich: Wir können bei den von uns geförderten Projekten besonders auf Nachhaltigkeit achten und auch klimarelevante Projekte fördern, die unserem Stiftungszweck entsprechen. Aktuelles Beispiel ist die Plant-for-the-Planet-Akademie, die in diesen Tagen im Schokoladenmuseum erstmals stattgefunden hat. Hier werden in eintägigen Veranstaltungen Kinder und Jugendliche zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausgebildet. Außerdem haben wir gemeinsam mit dem Schokoladenmuseum viele hundert Exemplare des Buches „Kleine Gase - große Wirkung. Der Klimawandel“ von den Studenten David Helles und Christian Server erstanden und mit einem eigenen Klappentext versehen. In diesem Buch werden die wichtigsten Fakten zum Thema Klimaschutz leicht verständlich präsentiert. Wir verbreiten es nicht nur unter unseren Mitarbeitern und bei unseren Projektpartnern, sondern auch in der Kölner Gesellschaft. Damit liefern wir sachlich fundierte Argumente, die helfen, in Diskussionen zu bestehen und wir zeigen eindrücklich, wie wichtig uns das Thema ist.

„Klimaschutz ist kein Thema, welches wir uns aussuchen. Das Thema steht unausweichlich vor uns.“
Susanne Imhoff, Imhoff Stiftung
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Einen besonders wichtigen Part übernimmt das Schokoladenmuseum, das als wirtschaftlich erfolgreichstes Museum Miete an die Stiftung zahlt. Es ist in vielerlei Hinsicht für den Klimaschutz aktiv: Zum einen wird es seit diesem Jahr klimaneutral betrieben. Zum anderen erreicht es sogar eine positive Klimabilanz durch konkrete Maßnahmen wie der Nutzung von Ökostrom und biologisch abbaubaren Verpackungen, der Stilllegung von CO2-Emissionsrechten und der Unterstützung eines Aufforstungsprojekts in Mexiko. Zudem nimmt das Schokoladenmuseum seinen Bildungsauftrag sehr ernst. Dies zeigt sich darin, dass Nachhaltigkeit im Kakaoanbau einen prominenten Platz in der Ausstellung und der Wissensvermittlung einnimmt. Außerdem wird es gemeinsam mit Plant-for-the-Planet jedes Jahr 33.300 Bäume in Mexiko pflanzen. 

Vor allem die Umweltstiftungen arbeiten bereits seit Jahren an dem Thema. Beispielsweise hat der Arbeitskreis Umwelt im Bundesverband Deutscher Stiftungen Handlungsempfehlungen und Erklärungen erarbeitet und veröffentlicht. Nun gilt es, dass auch andere Stiftungen mobilisiert und aktiv werden. Wie könnte dies gelingen?
Indem wir das Thema Klimaschutz nach oben auf unsere Agenda setzen. Stiftungen, Unternehmen, aber auch künstlerische Einrichtungen, können Vorbild und Multiplikator sein. Bei sämtlichen Projekten wollen wir auch in Zukunft den nachhaltigen und ökologischen Aspekt immer mitdenken. Uns allen muss klar sein: Klimaschutz ist kein Thema, welches wir uns aussuchen. Das Thema steht unausweichlich vor uns. Es ist wichtig, dass wir Haltung zeigen und uns positionieren.

Klimawandel
Foto: WK Stock Photo - stock.adobe.com

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