"Geringes Geld aber große Wirkung"

Globales Engagement
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Foto: Bosseler&Abeking Immobilienberatung GmbH

Drei Fragen an ...

Adrian Bosseler, Vorstand der Bosseler & Abeking Kinderstiftung

Die Bosseler & Abeking Kinderstiftung wurde von dem Beratungsunternehmen Bosseler & Abeking gegründet, das Vermittlungen von Anlageimmobilien und Projektentwicklungen in München durchführt. Die Stiftung hilft Kindern in Armut oder Not, sowohl in Deutschland als auch in den sogenannten Entwicklungsländern, damit sie eine Chance haben, sich eine lebenswerte Zukunft aufzubauen.

Herr Bosseler, was hat Sie als Geschäftsführer eines in München tätigen Unternehmens dazu bewegt, eine Stiftung zu gründen, die notleidenden Kindern z. B. in Kenia, Uganda und den Philippinen hilft?

Alfred Herrhausen hat zu seiner aktiven Zeit als Vorstand der Deutschen Bank und Berater der Bundesregierung Folgendes vorgeschlagen: Den ärmsten Ländern dieser Welt alle Schulden zu erlassen, damit die Menschen dort eine Chance haben, sich etwas in ihrem Land aufzubauen und somit eine bessere Perspektive haben. Diese Aussage hat mir damals sehr imponiert. Aus heutiger Sicht finde ich, er war damals schon weitsichtiger als viele andere!

Uns interessiert insbesondere wie wir Kindern direkt helfen können. In Kenia sind zum Beispiel Augeninfektionen ein großes Problem. Gleichzeitig fehlt es an ausgebildeten Augenärzten. Viele Kinder sind daher dem Risiko ausgesetzt, an Grauem Star zu erkranken und eine Sehbehinderung oder Erblindung zu erleiden. Dadurch haben sie dann häufig Nachteile in der Schule und dann wiederum geringere Chancen, einen angemessenen Beruf zu finden. Wir haben uns daher entschlossen, gemeinsam mit der Christoffel-Blindenmission in Kenia 94 Kindern eine Augenoperation zu ermöglichen, die sich ihre Familien sonst nicht leisten könnten. Die Kinder können dadurch ihre Sehkraft behalten und auch die Chance auf eine gute Zukunft.

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Tumuti (Links) mit ihrem Bruder Koikai einen Tag nach der Operation am Grauen Star

Auf diese Weise hat unsere Stiftung Kindern mit ähnlichen Schicksalen wie der siebenjährigen Tumuti das Augenlicht retten können. Als Kleinkind war ihr ein Ast ins linke Auge geschlagen, die Linse hatte sich eingetrübt und Tumuti war nahezu blind. "Grauer Star" lautete die Diagnose und nur eine Operation, die rund 160 Euro kosten würde, konnte helfen. Dieser Betrag übersteigt das monatliche lokale Durchschnittseinkommen bei weitem und die meisten Eltern könnten das nicht finanzieren. Wir können die Finanzierung solcher Operationen übernehmen, da wir einen festen Prozentsatz unseres Unternehmensgewinnes an die Stiftung abführen. Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter manche Projekte auch direkt durch eine Hospitanz unterstützen.

Sie haben sich bei der Gründung der Stiftung entschieden als Förderstiftung aufzutreten und nicht selbst operativ tätig zu werden. Wie wählen Sie Ihre Partner, die Sie fördern und mit denen Sie die Ideen für Ihr Stiftungswirken gemeinsam umsetzen, aus?

Für unser internationales Engagement arbeiten wir nicht mit Förderanträgen, sondern suchen selbst überzeugende Partner für die Projektsteuerung vor Ort. Wir haben strenge Prüfkriterien hinsichtlich Qualifikation und Motivation und untersuchen genau, ob finanzielle Unterstützung benötigt ist und wenn ja, in welchem Umfang und inwieweit sie direkt bei den Kindern ankommt.

Auf die Christoffel-Blindenmission sind wir durch eine Mitarbeiterin aufmerksam geworden. Es hat uns überzeugt, dass die Projekte der Christoffel-Blindenmission von lokalen Partnern vor Ort durchgeführt werden. Das sichert zum einen die Akzeptanz der Bevölkerung und der Behörden, zum anderen bringen die Partner wichtige Expertise ein, denn in der Regel braucht es viel Erfahrung und eine gute Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten, um Projekte in Entwicklungsländern umzusetzen, vor allem dann, wenn die Transportwege schlecht sind, es an Energie- und an Wasserversorgung mangelt oder die rechtlichen Rahmenbedingungen kompliziert sind. Von der Christoffel-Blindenmission wurde uns dann das Projekt in Kenia vorgeschlagen. Ich fand die Idee grundsätzlich gut, Kindern durch eine Operation das Sehen zu ermöglichen, die sich die Betroffenen vor Ort nicht leisten können und ich bin sehr fasziniert von der Idee, für geringes Geld eine so große Wirkung zu erzielen!

Inwieweit spielen globale Ziele wie die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung, die 2015 auf der UN-Generalversammlung von 193 Ländern verabschiedet wurden, eine Rolle für ihr Stiftungswirken?

Bei der Stiftungsgründung im Jahr 2005 gab es die 2030-Agenda noch nicht. Ich hatte mich seinerzeit bereits gesellschaftlich engagiert, indem ich zum Beispiel für jeden neuen Mitarbeiter eine Kinderpatenschaft übernahm. Die 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung sind ja auch allgemein darauf ausgerichtet, dass zukünftige Generationen die Chance auf ein Leben in Wohlstand in Vereinbarung mit der Erhaltung der Umwelt und in einer friedlichen, gerechten und inklusiven Gesellschaft haben.

Unsere Kinderstiftung hat laut Satzung den Zweck, dass wir bedürftigen Kindern und Jugendlichen konkret helfen, und zwar unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem sozialen Stand oder ihrer Religion. Das werden wir weiter tun. Umso mehr freut es mich, dass wir im Rahmen unserer Kinderstiftung in Kenia mit der Christoffel-Blindenmission ein Projekt durchführen, das sowohl zum Ziel 1 der Agenda 2030 beiträgt, d.h. Armut in allen ihren Formen und überall zu beenden als auch dem Ziel 3, d.h. ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Autor
Dr. Annette Kleinbrod

EZ-Scout der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Entsandt an: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Telefon (030) 89 79 47-0

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