Fonds Digital: Das Digitale stärker in die Arbeitsweisen von Kulturinstitutionen einbinden

Stiftungs-News
Grafik: Fonds Digital

Mit dem Fonds Digital möchte die Kulturstiftung des Bundes Kulturinstitutionen motivieren und sie darin unterstützen, die digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart mitzugestalten und ihnen kreativ und kritisch zu begegnen. 

Mehr zum Fonds und seinem Beitrag zur Demokratisierung kulturellen Wissens erfahren Sie hier in unserem Interview mit Marie-Kristin Meier, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes. 

Wozu dient der Fonds Digital? Welches große Ziel wird damit verfolgt? 
In Deutschland haben erst wenige Kulturinstitutionen digitale Strategien für ihre Häuser entwickelt und ihre Arbeitsweisen auf das Digitale ausgerichtet. Kaum eine Abteilung bleibt heute jedoch vom Digitalen unberührt, das gesamte Haus muss daher in den Prozess einbezogen werden: die künstlerischen, kuratorisch-dramaturgischen Abteilungen, PR und Marketing, Technik und Organisation bis hin zur Intendanz.  

Gefördert werden im Rahmen des Fonds Digital Vorhaben in den Bereichen digitales Kuratieren, digitale künstlerische Produktion, Vermittlung und Kommunikation. Dabei geht es nicht nur darum, neue digitale Angebote zu schaffen, wir möchten die Institutionen auch dabei begleiten, strukturelle Veränderungsprozesse in ihren Häusern weiter auszubauen und so das Digitale stärker in ihre Arbeitsweisen einzubinden. 

Inwiefern trägt der Fonds Digital zur Demokratisierung kulturellen Wissens bei?  
Wir setzen mit dem Fonds Digital auf offene Kulturdaten und möchten durch Creative Commons-Lizenzen eine Art digitale Allmende – also eine Form gemeinschaftlichen Eigentums – für Kulturinstitutionen schaffen. Die entwickelten digitalen Anwendungen und Quellcodes sollen so weit wie möglich auch anderen Kultureinrichtungen zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Außerdem soll der Fonds Digital die Institutionen motivieren, ihre digitalen Sammlungen und Bestände offen und frei zugänglich zu machen. Man könnte daher sagen, die Kulturstiftung des Bundes versucht auf diese Weise einen kulturellen Beitrag zur Stärkung der digitalen Teilhabe und Demokratie zu leisten. 

Wo bestehen die größten Hürden für die Zukunft des digitalen Kuratierens? 
Unter digitalem Kuratieren verstehen wir im Zusammenhang mit dem Fonds Digital das Erproben von Formaten, wie Ausstellungen, die klassischerweise an physische Räume gebunden sind. Diese sollen in den digitalen Raum überführt, erweitert, vertieft oder neu erschlossen werden. Im weiteren Sinn geht es um Vorhaben, die die Auswahl von Inhalten im digitalen Raum und deren Verknüpfung mit analogen Räumen erforschen. 

Interessant ist es auch hier, über neue Zugänge nachzudenken. So können beispielsweise durch Online-Ausstellungen ganz neue Besucherschichten erreicht werden. Eine Hürde liegt sicher noch darin, dass einige Institutionen die Integrität ihrer Sammlungen in Gefahr sehen, sobald ihre digitalen Exponate im Netz kursieren und beispielsweise in kommerzielle Kontexte gesetzt werden könnten. Ein Format, das diese Ängste etwas relativiert und stärker auf die Potenziale digitaler Sammlungen setzt, ist der Kultur-Hackathon Coding da Vinci, den wir im Rahmen von Kultur Digital fördern. Er bringt Kulturinstitutionen mit Coderinnen und Codern und Kreativen zusammen, um auf Grundlage offener Daten und digitalisierter Sammlungsbestände gemeinsam neue digitale Formate zu kuratieren und Angebote zu schaffen.  

Autorin

Anna Walther
Volontärin im Newsroom

Jetzt Förderantrag stellen

Förderanträge für den Fonds Digital können noch bis zum 1. Juli 2019 gestellt werden. Das Online-Antragsformular sowie alle Informationen zu den Förderbedingungen finden Sie hier.

Aktuelle Beiträge
Stiftungsrecht

Was sind die aktuellen rechtlichen Herausforderungen für Stiftungen?

Ob Steuerrecht, Stiftungsrecht oder zu aktuellen Themen wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Justiziariat des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen berät zu allen für Stiftungen relevanten Themen.

Mehr
Kapital und Wirkung

Transparente Rendite

Der Vermögensverwalter Globalance Invest ermittelt für jedes Unternehmen in seinem Portfolio den ökologischen und sozialen Fußabdruck – denn besonders nachhaltige Investments sind nach Überzeugung der Verwalter auch mit Blick auf die Rendite attraktiv.

Mehr
Globales Engagement

Die Menschen hinter dem großen Namen - Open Society Foundations neu in Berlin

Unsere Leiterin Internationales arbeitete vier Monate an einem gemeinsamen Projekt im neuen Berliner Büro der aus Ungarn vertriebenen Open Society Foundations. Einblicke in Arbeit und Leben der Menschen von Anke Pätsch.

Mehr
Impuls

Blinde Flecken: Die Klimakrise als Krise aller Krisen

Stiftungen haben blinde Flecken, Aspekte, die sie nicht wahrnehmen können oder wollen. Laut dem Diplom-Meteorologe Özden Terli hätten Stiftungen die Krise aller Krisen noch nicht erkannt: die Klimakrise.

Mehr
Geschlechtergerechtigkeit

Klischeefrei für MINT begeistern – wie geht das?

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für frühe und klischeefreie Lernumgebungen. Dazu sprachen wir mit den Vorständen Michael Fritz und Angelika Dinges.

Mehr

Mehr zum Thema

Stiftungs-News

Vielfalt ist unsere Natur

Ein Besuch auf dem Hof Gut Herbigshagen. Dort bringt die Heinz Sielmann Stiftung den Besuchern die Bedeutung von Biodiversität und alten Tierrassen nahe. Aus der Sonderpublikation “Stiftungen und Kulturerbe” der Zeitung “Die Welt”. 

Mehr
Stiftungs-News

Die wohl schönste Botschaft unseres Landes

Das von mehreren Stiftungen kofinanzierte Thomas Mann House in Kalifornien soll dem transatlantischen Dialog dienen. Wie sie das erreichen will, erzählt Geschäftsführerin Heike Catherina Mertens im Interview.

Mehr
Stiftungs-News

Klimakrise: Stiftungen können Teil der Lösung sein

Die globale Klimakrise zwingt auch Stiftungen, ihr Handeln zu überprüfen. In unserer Serie "Stimmen aus Stiftungen zum Klimaschutz" fragen wir nach, in welcher Form sich Stiftungen bereits für mehr Nachhaltigkeit engagieren. Dazu sprachen wir mit Dorothee Vogt, Programmleitung Wirtschaft & Demokratie bei der Schöpflin Stiftung.

Mehr