Blinde Flecken: Die Klimakrise als Krise aller Krisen

Impuls

Stiftungen haben blinde Flecken, Aspekte, die sie nicht wahrnehmen können oder wollen. Laut dem Diplom-Meteorologe Özden Terli hätten Stiftungen die Krise aller Krisen noch nicht erkannt: die Klimakrise.   

Blinde Flecken sind Herausforderung und Chance zugleich. Sie zeigen einem, was man nicht sehen wollte und geben zugleich einen Hinweis, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Im Rahmen des Deutschen StiftungsTages hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen fünf Gäste eingeladen und gefragt, wo unsere Blinden Flecke liegen. Der Meteorologe Özden Terli prognostiziert, dass sich Stiftungen zukünftig um keine Blinden Flecken mehr kümmern müssen, wenn sie es nicht schaffen, der Klimakrise entgegen zu wirken. 

Was für einen Sinn haben Stiftungen, wenn die Gesellschaft nicht mehr funktioniert?

Özden Terli, Diplom-Meteorologe und Wetter-Moderator im ZDF, lenkte den Blick auf die Klimakrise – als einen weiteren großen Blinden Fleck. Sein Appell lautete: „Wenn wir das mit der Klimakrise nicht geregelt kriegen, dann ist unsere Demokratie am Ende. Und dann muss man sich fragen, was Stiftungen für einen Sinn haben, wenn die Gesellschaft nicht mehr funktioniert.“ Die Klimakrise sei kein Umweltschutzthema, sondern es ist allumfassend: „Es überlagert alles, was wir tun. Wir verschärfen diese Klimakrise immer weiter, sie überholt uns links und rechts und wird immer krasser werden. Das ist nichts, was man einfach aussitzen kann. Die Auswirkungen nehmen immer weiter zu.“ 

Auch Stiftungen müssen sich daher fragen, wie sie zu der Lösung dieser existenziellen Krise beitragen können: „Es ist völlig egal, was wir sonst machen. Wenn wir das nicht hinbekommen, sind wir alle tot.“  




Haben wir verstanden?

Özden Terli macht deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Klimakrise ist. Denn nur, wer sich seinen Schatten stellt und Kritik nicht als Kritik, sondern als Ausgangspunkt einer gemeinsamen Reflexion versteht, kann sich weiterentwickeln und damit auch Dinge verändern. Daher an Sie die Aufforderung und Frage:

  • Wo gibt es Ihrer Meinung nach noch weitere Blinde Flecken? 
  • Wo sollen und wo müssen sich Stiftungen Ihrer Meinung nach mehr engagieren? 
  • Wo und wie müssen wir auf dem #DST20 in Leipzig (weiter-)diskutieren? 

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Dr. Mario Schulz

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Zur Person

Özden Terli ist Diplom-Meteorologe und Wetter-Moderator im ZDF. Er studierte Meteorologie mit Nebenfach Astrophysik an der Freien Universität Berlin. Von 2004 bis 2013 arbeitete Terli bei wetter.com und ProSiebenSat.1 als Wetterredakteur und wechselte im Jahr 2013 zum ZDF. Seitdem präsentiert er dort das Wetter in den Nachrichtensendungen ZDF-Morgenmagazin, ZDF-Mittagsmagazin, heute und heute-journal. 

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