Ein Digitaler StiftungsTag

Was bedeutet die Digitalisierung für Ihre Stiftung? Diskutieren Sie mit!

Wir möchten die vielen Gespräche rund um den Schwerpunkt miteinander zu einem großen, gemeinsamen Lernprozess verdichten. Das folgende Diskussionspapier fasst verschiedene Perspektiven und Fragen zur Digitalisierung im Stiftungsbereich zusammen und wurde mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Stiftungen erarbeitet. Das ist die Grundlage für eine Diskussion, die uns das ganze Jahr über begleiten wird.

Stiftungen und Digitalisierung – Das Diskussionspapier

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen neue Wege der Zweckverwirklichung und eröffnet neue Handlungsfelder. Wie alle gesellschaftlichen Akteure stellt sie auch Stiftungen angesichts der zunehmenden Möglichkeiten vor herausfordernde Entscheidungen und Abwägungen, um zum Wohle der Gesellschaft zu wirken.

Die folgenden Perspektiven und Fragen sollen rund um den Deutschen StiftungsTag 2018 (#DST18) Anregungen für eine Reflexion des eigenen Digitalisierungsprozesses und Impulse für den stiftungsübergreifenden Austausch bieten:

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen, Zielgruppen leichter anzusprechen, einzubinden und an Entscheidungen zu beteiligen! Wie breit möchten Stiftungen kommunizieren und inwieweit Mitgestaltung erlauben? (#DST18_Partizipation)

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen, ihre Strukturen und ihr Handeln transparenter zu kommunizieren! Wie weit wollen Stiftungen auf steigende gesellschaftliche Transparenzerwartungen eingehen? (#DST18_Transparenz)

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen, die Reichweite ihres Handelns zu vergrößern, indem sie nicht nur Arbeitsergebnisse öffentlich, sondern auch die diesen zugrundeliegenden Daten für andere zugänglich und damit nutzbar machen! Welche Veröffentlichungswege und Online-Lizenzen sind möglich und worauf ist nicht nur datenschutzrechtlich zu achten? (#DST18_OffeneDaten)

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen, durch computergestützte Analyse- und Entscheidungsverfahren (Künstliche Intelligenz) effizienter, breiter und zielgenauer zu arbeiten! Welche Anwendungsbereiche bieten sich hier an und inwieweit sollte der Umfang der Nutzung nach außen kenntlich gemacht werden? (#DST18_KI)

Die Digitalisierung ermöglicht Stiftungen, gemeinnütziges Engagement und gesellschaftliche Teilhabe durch Online-Plattformen und -Medien zu stärken! Welche Wege stehen hier zur Verfügung und wie lässt sich dabei die Einhaltung der Grundregeln des respektvollen Miteinanders und unserer Demokratie sicherstellen? (#DST18_Medien) 

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft, und sie verändert Stiftungen. Bei der Erschließung und Nutzung der Potenziale der Digitalisierung orientieren sie sich an ihren individuellen fachlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten. Dabei reflektieren sie

die jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben (#DST18_Recht).

ihre Organisationsformen, Arbeitsweisen und Personalentwicklung (#DST18_Orga).

ihre Rolle als aktiver Impulsgeber und Gestalter des gesellschaftlichen Diskurses zum digitalen Wandel (#DST18_Impuls). 

Jetzt sind Sie dran!

Die einzelnen Thesen unseres Diskussionspapiers sind mit Schlagwörtern („#Hashtags“) versehen. Egal ob aus einer Veranstaltung heraus, in den Pausen oder zu Hause am Schreibtisch bereits vorab – nutzen Sie die Hashtags und bringen Sie so Ihre Kritik, Ideen und Beispiele ein: Wie geht Ihre Stiftung mit diesen Digitalisierungsthemen um? Veröffentlichen Sie Ihre Beiträge auf Twitter, Facebook, Instagram oder schreiben Sie uns einen Kommentar, den wir auf dieser Seite veröffentlichen.

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Autoren des Diskussionspapiers

Dr. Joana Breidenbach (betterplace), Dr. Jörg Dräger (Bertelsmann Stiftung) und Felix Oldenburg (Bundesverband Deutscher Stiftungen), unter Mitarbeit von Dr. Gereon Schuch (Bundesverband Deutscher Stiftungen)

Weitere Kommentare zum Diskussionspapier

#DST18_KI: "Eine Hauptwährung für Stiftungen ist Vertrauen. Wir brauchen dringend eine öffentliche Debatte, welche Digitalisierung wir wollen und welche nicht. Es sollte uns nicht egal sein, was Big Data mit unserer Gesellschaft macht – von der Kommerzialisierung immer mehr Lebensbereiche bis hin zum System des sozialen Vertrauens mit dem Ziel der Vorhersagbarkeit zukünftiger Ideen und menschlichen Verhaltens (China 2020). Wie wirkt sich digitales Monitoring auf die Interaktion in unserer Gesellschaft und auf gemeinnütziges Handeln aus?"

#DST18_Transparenz: "Die Stakeholder einer Stiftung (öffentliche Hand, Stifter, Förderpartner & die Öffentlichkeit) haben einen Anspruch darauf, zu wissen, wie die Mittel einer Stiftung verwendet werden. Die Anerkennung als "gemeinnützig" sollte meines Erachtens deshalb an die Einhaltung von Transparenzvorgaben geknüpft werden. Die Augere Stiftung hat deshalb die Verpflichtungserklärung der ITZ (Initiative Transparente Zivilgesellschaft) unterzeichnet und veröffentlicht darüber hinaus weitere Informationen (vgl. insbesondere Angaben zu den Vermögensanlagen der Stiftung)."

DST18_Medien: "Während klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit meist zwischen Vorstand oder Geschäftsführung und der Kommunikationsleitung abgestimmt wird, sind inzwischen zunehmend die Mitarbeiter als Marken- und Inhaltebotschafter gefragt. Diese Menschen bzw. deren Content brauchen aber ein Gesicht. Wer sich online hinter einer abstrakten Adresse oder Marke versteckt, anstatt persönlich zu kommunizieren, verliert schnell an Glaubwürdigkeit und Reputation — das zeigt unter anderen das Edelman Trust Barometer jedes Jahr aufs Neue. Organisationen sollten ihren Mitarbeitern daher mehr Glauben, Rechte und Vertrauen schenken, auch im Namen der Organisation zu kommunizieren — und dies öffentlich. Weiterlesen"

#DST18_Orga: "Durch die Digitalisierung und damit verbundene Netzwerkeffekte, steigt die Komplexität unseres Aufgabenmanagement an. Ich kann immer weniger vorhersagen, welche Plattformen, Projekte oder Produkte zukünftig wichtig sind oder in welche Richtung ich unsere Strategie weiter entwickeln werde. Bei komplexen Herausforderungen kann ich weder das Ziel noch den Weg vorhersagen. Ich brauche daher andere Methoden und ein Netzwerk, mit dem ich über den Tellerrand schauen kann, um diese Fragen iterativ beantworten zu können - dies sind in den meisten Fällen agile Methoden. Agiles Arbeiten braucht andere Prozesse und Führungsmodelle, die in Stiftungen bisher wenig oder nur als "Experiment" gelebt werden. Hier könnten wir viel voneinander lernen und im Netzwerk miteinander besser arbeiten. "