Darum geht es beim Deutschen Stiftungstag 2020

Europas größter Stiftungskongress findet vom 17.–18. Juni 2020 in Leipzig statt.

Wir erleben tagtäglich, dass und wie sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland verändern.

Auf der einen Seite verstärkt sich die soziale Spaltung. Populistische Kräfte versuchen, verschiedene Bevölkerungsgruppen und Regionen gegeneinander auszuspielen. Die Klimakrise, die großen Migrationsbewegungen, politische Spannungen und Kriege in zahlreichen Regionen verschärfen die Situation und führen zu Ängsten in der Bevölkerung. Die Anzeichen für eine Rezession verstärken sich. Die Veränderungen am Kapitalmarkt haben die finanziellen Möglichkeiten für viele Stiftungen erheblich eingeschränkt. Stagnierende Stiftungsvermögen und die nachlassende Zahl von Stiftungsgründungen zeigen, dass Stiftungen nicht mehr per se für Vermögende eine attraktive Form für ihr philanthropisches Engagement sind. Stiftungen sind stärker der öffentlichen Debatte ausgesetzt und müssen sich zunehmend legitimieren.

Auf der anderen Seite nimmt die Bereitschaft, zu handeln, zu, gerade bei Jugendlichen: Zivilgesellschaftliches Engagement wächst in vielen Bereichen. Immer mehr Menschen erkennen, dass es gilt, die Demokratie zu stärken. Gerade die Fridays for Future-Bewegung hat in den letzten Monaten die politische Tagesordnung verändert. Dies alles stellt auch Stiftungen vor zahlreiche neue Herausforderungen: für die Gestaltung ihrer Programme und Förderungspolitik, für die Vermögensanlage und für das Stiftungsmanagement.

  • Ein Stiftungstag ist gerade in dieser Zeit ein deutliches Signal, dass Stiftungen den Zusammenhalt wollen und kein Gegeneinander: den Zusammenhalt in der Gesellschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Stiftungslandschaft. Damit setzt der Stiftungstag 2020 auch einen Teil der Diskussionen um die Demokratie in der Gesellschaft und innerhalb des Stiftungswesens fort.
  • Der Stiftungstag 2020 soll zeigen, dass und warum die Arbeit von Stiftungen wirkungsvoll ist, dass Stiftungen nach wie vor ein attraktives Modell für philanthropisches Handeln sind. 
  • Beim Stiftungstag soll gemeinsam darüber nachgedacht werden, wie angesichts der veränderten Rahmenbedingungen Stiftungen stärker zusammenarbeiten können und wie es gelingen kann, neue Formen des Stiftens bekannt zu machen und zu stärken. Der Erfahrungsaustausch und gemeinsames Lernen sollen deshalb eine wichtige Rolle spielen.
  • Die Vielfalt der Stiftungsarbeit soll beim Stiftungstag deutlich werden und zugleich auch Veranstaltungen stattfinden zu den Themen, die übergreifend viele Stiftungen bewegen.
  • Damit ein vielfältiges Programm zustande kommt, rufen wir deshalb Arbeitskreise, Stiftungen und Partner dazu auf, dazu beizutragen.

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