ThinkLab 2019: Stiftungen und Demokratie – Mitbestimmung und Partizipation als institutionelle Herausforderung

Demokratieförderung ist traditionell ein Thema gemeinnütziger Stiftungsarbeit. In zahlreichen Projekten und Aktionen vermitteln Stiftungen Grundregeln von Demokratie und Pluralismus. Gesellschaftliche Forderungen nach Transparenz, Partizipation und Mitbestimmung werden als Ausdruck einer mündigen Demokratie unterstützt.

Aber wie stehen Stiftungen nach innen zu solchen Fragen? Welche Formen interner Mitbestimmung werden in der eigenen Organisation auch selbst praktiziert? Welche Rolle spielen Betriebsräte oder andere Formen der Arbeitnehmervertretung? Wie durchlässig sind Hierarchien? Hinsichtlich beratender oder kontrollierender Gremien stellen sich ebenfalls Fragen: Wie werden sie besetzt, und wie ist ihre Mitsprache geregelt?

Auch nach außen befinden sich Stiftungen in einem gesellschaftlichen Spannungsfeld: Kritiker des gemeinnützigen Stiftungswesens stellen dessen Legitimation in Frage und kritisieren Stiftungen als privilegierte Eliten ohne demokratische Kontrolle im Kreise überkommener Autoritäten. Wie erklären Stiftungen ihre innere Verfasstheit und ihr Handeln nach außen? Wie verhalten sie sich gegenüber gesellschaftlichen Forderungen nach Transparenz?

In ihrer Arbeit richten sich Stiftungen in der Regel an bestimmte Gruppen der Gesellschaft, entscheiden über Förderungen von Anträgen und beziehen Externe in Handlungsansätze ein. Doch inwieweit werden die Angesprochenen in die Ausgestaltung der an sie adressierten Projekte mir einbezogen? Wie dürfen die Zielgruppen mitreden oder können gar mitentscheiden?


Teilnehmende :

  • Laura Bastine, BMW Foundation, Berlin
  • Dr. Sönke Burmeister, Geschäftsführer, Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, Hannover
  • Felix Lorenzen, Vorstand, Kreuzberger Kinderstiftungen, Berlin
  • Pavel Richter, Leiter Digitalstrategie und Verwaltung, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin
  • Robert Salzmann, Team Unternehmensstiftungen, Deutsches Stiftungszentrum im Stifterverband, Essen
  • Mario Schulz, Leiter Themenmanagement, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin
  • Dr. Nina Smidt, Director, ZEIT-Stiftung, Hamburg
  • Ivana Turanova, Referentin des Vorstands, Stiftung Haus der kleinen Forscher, Berlin

 

 

ThinkLab 2018: Zukunftsorientierte Führung und Personalentwicklung im Stiftungssektor

Wie lassen sich kluge Köpfe werben, gewinnen, weiterentwickeln und binden? 

Stiftungen sind beliebte Arbeitgeber, auf Ausschreibungen erhalten sie eine hohe Zahl von Bewerbungen. Die Aussicht, sinnvoll und sinnstiftend zu arbeiten, wirkt attraktiv. Doch nicht die Quantität der Bewerbungen, sondern das Kompetenzprofil exzellenter Mitarbeiter/innen ist ausschlaggebend für erfolgreiche Stiftungsarbeit, die heute mehr als Fachkompetenz erfordert: Strategieentwicklung, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und Soft Skills sind hier nur einige Stichworte. Kluge Köpfe müssen aber nicht nur gewonnen werden, sie formulieren auch selbst Erwartungen an potentielle Arbeitgeber: Fortbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben sowie ein Umfeld zukunftsorientierter Führung.

Neues Selbstverständnis junger Führungskräfte

Für viele Stiftungen sind das neue Themen. Teils, weil man sich bislang angesichts der großen Zahl von Bewerbungen komfortabel gefühlt und nicht mit den neuen Anforderungen und dem veränderten Selbstverständnis junger Führungskräfte beschäftigt hat. Teils, weil schlicht die finanziellen oder personellen Ressourcen fehlen. Einige große Stiftungen haben eine hauseigene Personal- und Führungskräfteentwicklung aufgebaut, doch insgesamt stellt sich vielen Stiftungen die Herausforderung, wie sich die klugen Köpfe werben, gewinnen, weiterentwickeln und binden lassen?

Aus diesem Grund will sich das ThinkLab Deutscher Stiftungen im dritten Lab institutionsübergreifend mit der Frage befassen, wie zukunftsorientierte Führung und Führungskräfte- / Personalentwicklung im Stiftungssektor aussehen sollte. Welche Kompetenzen und Instrumente gibt es bislang im Stiftungsbereich? Welche Netzwerke wären hilfreich? Wo wären Kooperationen und Wissenstransfer möglich? Welche Unterstützung brauchen gerade kleinere und mittlere Stiftungen?


Teilnehmende :

  • Verena Castellani, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Frankfurt am Main
  • Mario Heller, DRK-Generalsekretariat, Berlin
  • Katrin Krüger, Stiftung Jüdisches Museum, Berlin
  • Sonja Schelper, filia.die frauenstiftung, Hamburg
  • Dr. Verena Staats, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin
  • Erich Steinsdörfer, Deutsches Stiftungszentrum im Stifterverband, Essen
  • Jessica Strike, BMW Foundation Herbert Quandt, Berlin
  • Bruder Paulus Terwitte, Franziskustreff Stiftung, Frankfurt am Main
  • Tobias Wrzesinski, DFB-Stiftungen Egidius Braun / Sepp Herberger, Hennef
  • Dr. Maren Ziese, PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur, Düsseldorf

 

 

ThinkLab 2017/18: Stiftungshandeln in der digitalisierten Welt 2030

Wie verändert die Digitalisierung den Denkraum, Arbeitsort und Impulsgeber Stiftung?

Das zweite Lab steht unter dem Fokusthema Digitalisierung. Mit Methoden der Strategischen Vorausschau (Strategic Foresight) werden Szenarien für Stiftungen in der digitalisierten Welt 2030 erzeugt, um die Fernorientierung zu verbessern. Die erzeugten Szenarien werden als Windtunnel herangezogen, um mögliche Konsequenzen für Arbeit, Zweckverwirklichung und Zielerreichung von Stiftungen aufzuspüren und systematisch mögliche Handlungsoptionen zu generieren. Ziel ist nicht die Erarbeitung einer Vision oder Vorhersage, sondern die Schärfung des Blicks für die Bandbreite möglicher Entwicklungen und Identifikation von proaktiven und robusten Gestaltungsansätzen für das Wirken von Stiftungen in einem sich verändernden Umfeld.


Teilnehmende :

  • Holger Bauer, Don Bosco Mondo, Bonn
  • Martina Denne, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
  • Thomas Ebermann, Aventis Foundation, Frankfurt am Main
  • Dr. Michael Grisko, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Erfurt
  • Christian Hahn, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Berlin
  • Tim Lock, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin
  • Dr. Martin Modlinger, Stiftung Erneuerbare Freiheit, Ingolstadt
  • Ralph Müller-Eiselt, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
  • Ulrike Müller-Siebert, DFL Stiftung, Frankfurt am Main
  • Dr. Anne Schreiter, German Scholars Organization e.V., Berlin
  • Esther Spang, Haus der kleinen Forscher, Berlin
  • Barbara Thiele, Stiftung Jüdisches Museum Berlin

 

 

ThinkLab 2017: Was bedeutet der "postfaktische Wandel" für die Stiftungslandschaft?"

Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen "die da oben" bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der "gefühlten Wahrheit" führt im "postfaktischen Zeitalter" zum Erfolg", so begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache die Wahl dieses Begriffs zum Wort des Jahres 2016.

Doch was bedeutet die hinter dem Begriff "postfaktisch" stehende Veränderung in Politik und Gesellschaft für die Arbeit von Stiftungen? Ergeben sich neue Handlungsfelder oder müssen bisherige Ansätze neu ausgerichtet werden? Erleben wir nur einen kurzfristigen Trend, oder sollten sich Stiftungen intensiver damit auseinander setzen, wie der Überlagerung oder gar Verdrängung der Realität durch die Behauptung begegnet werden sollte?   

Und was bedeutet dies bei der Definition und Ansprache von Zielgruppen, insbesondere, wenn die Zahl derer weiter zunimmt, die vorgeben "das Establishment" abzulehnen und deshalb jegliche Ansprache verweigern?


Teilnehmende :

  • Anja Butzek, Stiftung Jüdisches Museum Berlin
  • Kathrin Fehse, Children for a better World e.V., München
  • Sven Focken-Kremer, Denkwerkstatt der Montag Stiftungen Gemeinnützige Aktiengesellschaft, Bonn
  • Astrid Gabler, Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungen, Augsburg
  • Andreas Geis, Körber-Stiftung, Hamburg
  • Andreas Knoke, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH, Berlin
  • Dr. Stephan Lüttich, Klosterkammer Hannover
  • Dr. Wiebke Rasmussen, Teach First Deutschland gemeinnützige GmbH, Berlin