Thesen für eine Charta Führung, Personal- und Organisationsentwicklung in Stiftungen

Das ThinkLab3 des Bundesverband Deutscher Stiftungen hat sich mit „Zukunftsorientierter Führung und Personalentwicklung im Stiftungssektor“ auseinander gesetzt, und seine Arbeitsergebnisse im Beitrag „Das Vermögen der Stiftung“ im Magazin Stiftungswelt zusammengefasst.

Der nachstehende Vorschlag einer Charta für Führung und Personalentwicklung im Stiftungssektor will der Diskussion über Personal und Führung im Stiftungssektor Nachdruck verleihen.

Beim Deutschen StiftungsTag 2019 sollen dieser Entwurf zur Diskussion gestellt und Stiftungen eingeladen werden, durch ein öffentliches Bekenntnis zu einer Charta für Führung und Personalentwicklung im Stiftungssektor ihr Engagement in dieser Frage sichtbar zu machen.

Entwurf der Thesen:

Führung, Personal- und Organisationsentwicklung im Stiftungsbereich umfassen nicht nur angestellte Mitarbeitende, sondern auch ehrenamtlich engagierte Menschen und Mandatsträger. Daher werden alle für die Stiftung engagierten Menschen im Folgenden als Mitarbeitende bezeichnet.

Das Kapital einer Stiftung liegt nicht nur auf der Bank. Es sitzt am Schreibtisch, arbeitet in Projekten, wirkt in den Gremien. Die finanziellen Ressourcen schaffen die Rahmenbedingungen, aber nur Menschen erzielen Wirkung. Stiftungen brauchen kluge Köpfe.

Deshalb bedarf es einer Stiftungskultur und -struktur, die alle Mitarbeitenden mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Potentialen darin fördert sich einzubringen und weiterzuentwickeln.

Dies anerkennend stehen Stiftungen für:

  • das Erkennen individueller Potentiale auf allen Ebenen
  • das systematische Entwickeln dieser Potentiale
  • das wirksame Einbringen dieser Potentiale in die Stiftung

Stiftungen verstehen Personalentwicklung als Prozess, der zwei Perspektiven im Blick hat: die übergeordneten Stiftungsziele, sowie die individuellen Potentiale und Entwicklungsziele der Mitarbeitenden. Beides anzuerkennen bedeutet, die sich verändernden Bedürfnisse nach u.a. mehr Selbstverwirklichung, Mitgestaltung, Agilität und Flexibilität sowie die zunehmende Diversität in der Gesellschaft zu berücksichtigen.

Stiftungen tauschen sich mit ihren Mitarbeitenden regelmäßig über deren Anforderungen und Bedürfnisse aus und ermöglichen ihnen, sich für ihre Tätigkeiten weiter zu qualifizieren, um dadurch ihre Potentiale und Fähigkeiten auszubauen und zu stärken. Damit trägt Personalentwicklung auch zur Erreichung der jeweiligen Stiftungsziele bei.

Stiftungen vertrauen ihren Mitarbeitenden und geben ihnen den Raum, sich mit ihren Potentialen in der jeweiligen Stiftung einzubringen. Sie wertschätzen und ermuntern sie dazu, über das Bestehende hinaus zu denken, sich auszuprobieren und kreativ Neues zu schaffen.

Stiftungen versuchen, diesen Weg zu gehen, und zu leben, wofür sie stehen. Sie wollen damit Vorbild und Impulsgeber sein.

Das ThinkLab3 freut sich auf Reaktionen und Feedback unter personalcharta[at]stiftungen[punkt]org