Lachende und fröhliche Menschen
Foto: Kzenon - adobe.stock

Programm Chancenpatenschaften

Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Chancenpatenschaften 2022

Logo Menschen stärken Menschen

Durch den Ukraine-Krieg kommen seit Ende Februar dieses Jahres zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland, die in dieser schwierigen Situation auf lokale Ansprechpersonen angewiesen sind. Unterstützung erhalten sie auch durch die Chancenpatenschaften, von ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren, die sie in ihrem Alltag begleiten, ihnen beim Spracherwerb oder anderen Herausforderungen helfen.

Vermittelt und betreut werden diese Patenschaften von Mitgliedsorganisationen im Programm Chancenpatenschaften des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Als einer von 24 Trägerinstitutionen im Programm “Menschen stärken Menschen” des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt er die beteiligten Organisationen finanziell, administrativ und inhaltlich bei der Umsetzung ihrer Patenschafts- und Mentoringprojekte. Das Mindestkontingent je Organisation beträgt 50 Patenschaften, was einer Grundförderung von 10.000 Euro entspricht.

Die Bewerbungsfrist für neue Organisationen für 2022 ist mit dem 30.06. verstrichen, Interessierte können sich aber jederzeit bei der Programmkoordination melden.

Erfolgsgeschichten

In Interviews berichten einige Tandems, wie sie sich kennengelernt haben, worum es in ihrer Patenschaft geht und welche Herausforderungen sie schon gemeinsam gemeistert haben. Hier mehr lesen.

Kurz und knapp

Eine Patenschaft ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen zwei Tandempartnern, einem Mentor und einem Mentee bzw.  einem „Patenkind“ oder einer Paten-Gruppe (z.B. Familie, Schulklasse) und einer Patin bzw. einem Paten. Inhalt der Patenschaft sind regelmäßige Treffen und gemeinsame Begegnungen, um den Mentees individuell angepasste Unterstützung zur Verbesserung der Teilhabechancen zu geben. Dieses Verständnis beruht auf den vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend festgelegten Mindestanforderungen an Patenschaften, die im Wesentlichen folgende Punkte beinhalten:

Die Patenschaften werden beidseitig freiwillig geschlossen, die Tätigkeit der Paten erfolgt unentgeltlich. Inhalt und die Form einer Patenschaft richten sich individuell nach dem, was im Tandem konsensfähig ist und organisiert werden kann. Das Tandem gestaltet die Patenschaft hinsichtlich Aktivitäten, Häufigkeit und Dauer selbst. Verbindlichkeit und Regelmäßigkeit tragen jedoch zum Fortbestehen einer Beziehung bei und sind überdies in dokumentierter Form auch als Beleg für eine dauerhafte Förderung unabdingbar.

Die Patenschaft ist darauf ausgerichtet, sozioökonomisch oder wegen erschwerender individueller Bedingungen benachteiligte Menschen zu befähigen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten, ihr Potential zu entfalten und die in der Patenschaft vereinbarten Ziele zu erreichen. Die „Chancenpatenschaften“ sollen zur Erhöhung von Teilhabechancen beitragen. Das Matching erfolgt in einem persönlichen Kontakt mit der teilnehmenden Organisation auf lokaler Ebene.

  • Bildungspatenschaften für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene: Lesepatenschaften, Hilfe beim Schulübergang, Schulabschluss, Übergang in Ausbildung / auf weiterführende Schulen, Fortbildungen, berufliche Eingliederung und Qualifikation
  • Migrantinnen und Migranten aller Altersgruppen: Sprachförderung, Schulabschluss, berufliche Eingliederung
  • Nachbarschaftshilfe: Mentoring zur Integration junger zugewanderter Menschen (Familien) in eine lokale Gemeinschaft; Unterstützung beim Ankommen, Orientierung, kultureller und sprachlicher Austausch durch gemeinsame Aktivitäten
  • Hilfe zur Selbsthilfe: Inklusionspatenschaften und weitere Integrationspatenschaften für Personengruppen mit besonderen Herausforderungen, z.B. Jugendliche aus betreuten Wohngemeinschaften, ehemals straffällige Jugendliche, besonders von Jugendarbeitslosigkeit bedrohte junge Menschen („Ausbildungsabbrecher“) etc.
  • Möglich ist auch, spezielle Patenschaftsangebote beispielsweise für Gruppen in Schulen oder Stadtteilen zu entwickeln, oder spezielle Angebote für Vorschuleinrichtungen zur Förderung der Sprachfähigkeit einzurichten, oder für Frauen mit Migrationshintergrund, die wenig Deutsch sprechen oder lesen können und damit von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend abgeschnitten sind.
  • Es sind sowohl 1:1-Patenschaften als auch Gruppenpatenschaften (z.B. für eine Familie) möglich.

  • Teilnehmen können alle Mitgliedsorganisationen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen (das Programm wird v.a. durch bundesweit agierende Programmträger durchgeführt – einer der Beteiligten ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen).
  • Teilnehmende Organisationen sollen Erfahrungen in der Mentoren- bzw. Patenarbeit bzw. Erfahrungen in der systematischen Arbeit mit Ehrenamtlichen (z.B. Qualifizierung von Ehrenamtlichen) haben.
  • Teilnahmebereite Organisationen brauchen ein Konzept für die Patenschaften und die Betreuung der Patinnen und Paten (kann nach Zusage der Förderung von Patenschaften noch im Detail erarbeitet werden).
  • Teilnahmewillige Organisationen müssen bereit sein, die Anforderungen zur Durchführung und Abrechnung des Programms zu erfüllen und eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesverband zu unterschreiben.
  • Die Organisationen müssen bereit sein, mindestens 50 Patenschaften zu übernehmen.
  • Die endgültige Auswahl trifft der Bundesverband Deutscher Stiftungen nach Maßgabe der Förderrichtlinien des Programms sowie der vorhandenen Plätze.

  • ADNA Agreement & Empowerment e.V., Aachen
  • BGV e.V. (Bildung und Gesundheits-Verein für benachteiligte, behinderte Kinder und Jugendliche mit und ohne Albinismus e.V.), Dortmund
  • Bürgerstiftung Barnim Uckermark, Eberswalde
  • Bürgerstiftung Berlin
  • Bürgerstiftung Duisburg
  • Bürgerstiftung Göttingen
  • Bürgerstiftung Holzkirchen
  • Bürgerstiftung Kernen
  • Bürgerstiftung Lilienthal
  • Bürgerstiftung München
  • Bürgerstiftung Neukölln
  • Bürgerstiftung Ostfildern
  • Bürgerstiftung Rottenburg / Neckar
  • Bürgerstiftung Stuttgart
  • Diehl-Zesewitz-Stiftung, Magdeburg 
  • Evangelische Schulstiftung im EKBO, Berlin
  • Evangelische Stiftungen Osnabrück mit der Diakonie Osnabrück/Café Mokka, Osnabrück 
  • Freiburger Bürgerstiftung
  • Generation Ausbildung - Projekt der Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft e.V. (Träger GBFW e.V.), Köln
  • JOBLINGE-Stiftung, München
  • Stiftung Bürger für Leipzig
  • Stiftung der Deutschen Wirtschaft gGmbH, Berlin
  • Stiftung Kalk Gestalten, Köln
  • Wiesbaden-Stiftung
  • Wolfgang und Regina Böllhoff-Stiftung, Bielefeld
Axel Halling

Koordination Programm "Chancenpatenschaften"

Telefon (030) 89 79 47-97

Lena Guntenhöner

Referentin Programm "Chancenpatenschaften"

Telefon (030) 89 79 47-83

E-Mail
„Bei manchen sind enge Freundschaften entstanden“

Im Jahr 2016 wurde das Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“ für die Begleitung von Geflüchteten ins Leben gerufen. Die Bürgerstiftung Barnim Uckermark war von Anfang an dabei. Zeit für eine Zwischenbilanz mit ihren Mitarbeiterinnen Katja Schmidt und Katja Neels.

Chancenpatenschaften – ein Comic zeigt, wie es geht

Menschen, die mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen haben, erhalten Unterstützung und Orientierung durch Ehrenamtliche. Dieses simple Prinzip wird in einem Comic über die Geschichte des fiktiven Patenpaars Jutta und Mohammed und deren Mentoring-Beziehungen kreativ verdeutlicht.

Häufige Fragen

Hier erfahren Sie mehr über den Inhalt des Programms, die finanzielle Ausstattung sowie die Rahmenbedingungen für Ihre Teilnahme.

Zum Hintergrund

Warum wird das Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen "Chancenpatenschaften" erweitert?