Wie sehen Europas Jugendliche die EU?

Die Studie “Junges Europa” der TUI Stiftung gibt Auskunft. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst

Die wichtigsten Herausforderungen der EU sehen Europas Jugendliche in den Bereichen Migration und Asyl sowie Umweltpolitik. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Junges Europa 2019“. Es ist die dritte Europäische Jugendstudie, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der TUI Stiftung erstellt hat. Befragt wurden junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren in sieben europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien). 
 

Weitere spannende Ergebnisse: 

  1. Bei jungen Europäerinnen und Europäern ist die Zustimmung zur EU im Zeitraum von 2017 bis 2018 gewachsen und bleibt auch im Jahr 2019 hoch: In Griechenland (66 Prozent, 2018: 63 Prozent), Polen (73 Prozent, 2018: 68 Prozent) und Großbritannien (68 Prozent, 2018: 63 Prozent) steigt die Zustimmung an. In den übrigen Ländern ist die Tendenz leicht rückläufig, wie beispielsweise in Deutschland (74 Prozent, 2018: 80 Prozent). Die EU wird insgesamt positiv wahrgenommen. 
  2. Als wichtigste Probleme der EU sehen junge Menschen die Themen Migration und Asyl (50 Prozent), Umweltpolitik und Tierschutz (28 Prozent) sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik (28 Prozent). Auch auf nationaler Ebene stehen die Herausforderungen in den Bereichen Migration und Asyl (38 Prozent) an vorderster Stelle, gefolgt von der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit (30 Prozent) und anderen Aspekten der Sozialpolitik (26 Prozent). 
  3. Klimaschutz und Umweltpolitik werden eher als Chance (55 Prozent) wahrgenommen denn als Bedrohung (16 Prozent). Ebenso verhält es sich mit der Digitalisierung: 45 Prozent der Befragten sehen darin eine Chance und nur zehn Prozent empfinden sie als bedrohlich. Am wichtigsten ist das Thema den jungen Deutschen. Auf die Frage nach den wichtigsten nationalen Herausforderungen nennen sie die Digitalisierung häufiger (23 Prozent) als ihre Altersgenossinnen und -genossen in anderen EU-Ländern (EU-Durchschnitt: sieben Prozent). 
  4. Die Mehrheit der jungen Europäer sieht in der Demokratie die beste Staatsform (58 Prozent). Besonders hoch ist die Zustimmung in Griechenland (73 Prozent), Deutschland und Schweden (je 66 Prozent) sowie in Dänemark (65 Prozent). 
  5. Die Hälfte der jungen Menschen findet die Wahl des Europa-Parlamentes wichtig. Die Wahl zum jeweiligen nationalen Parlament wird hingegen von knapp drei Vierteln der Befragten (73 Prozent) als wichtig eingestuft. 
  6.  Etwa zwei Drittel der jungen Europäer haben sich in den letzten zwölf Monaten politisch engagiert. So haben sich 36 Prozent der Befragten an einer Unterschriftenaktion beteiligt, 26 Prozent trafen Konsumentscheidungen auf Basis politischer oder ethischer Überzeugungen und 22 Prozent haben an einer Demonstration teilgenommen. 

Quelle: Junges Europa 2019. So denken Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Hrsg. v. TUI-Stiftung. Hannover 2019. Mehr

 

Weitere Informationen: Wissensatlas Bildung

Autorin

Nadine Brüggebors

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