Großstiftung als Vorbild: Fonds Prisma Aktiv

Mit dem Mischfonds Prisma Aktiv können Stiftungen ihr Vermögen so professionell verwalten lassen wie eine der größten Stiftungen des Landes. Ziel des Fonds: Für Anleger eine auskömmliche ausschüttbare Rendite bei überschaubarem Risiko erzielen. Das gelingt dem Fondsmanagement ganz gut – meistens jedenfalls. 

Der Publikumsfonds Prisma Aktiv ist ein Ableger des Software AG Stiftungsfonds und basiert damit auf dem Vermögensverwaltungskonzept einer der finanzstärksten Stiftungen hierzulande überhaupt. Anleger können so in einen Fonds investieren, der sich maßgeblich an den Anforderungen von Stiftungen orientiert: Der Fonds schüttet regelmäßig Erträge aus, um Cash-Flow für die Anleger zu generieren. Schließlich sind Stiftungen auf solche Zahlungen angewiesen, um ihrem Stiftungszweck nachkommen und Projekte finanzieren zu können. Stiftungen können zudem Anteile in einer speziell für steuerbefreite Anleger bestehenden Klasse des Fonds kaufen. „Damit entfällt das ansonsten nötige und umständliche Prozedere, sich die nach Einführung des Investmentsteuergesetzes zu zahlenden Steuern auf Dividenden  später wieder vom Finanzamt zurück zu holen“, sagt Bernd Bötsch, Portfoliomanager und geschäftsführender Gesellschafter bei Prisma Investment. Der Fonds strebt eine Rendite von vier Prozent pro Jahr an, einen großen Teil davon in Form ausschüttbarer Erträge. In den vergangenen Jahren hat das ganz gut hingehauen, seit Auflage des Fonds Anfang 2014 liegt die jährliche Rendite bei 3,86 Prozent, auf Sicht der vergangenen drei Jahre immerhin bei 3,33 Prozent (siehe Tabelle). 

Kleine Delle auf kurze Sicht, aber langfristig auf Kurs 

Zeitraum Performance Performance p.a. Volatilität
seit 1 Jahr -0,3% -0,3% 3,67%
seit 3 Jahren 10,32% 3,33% 3,67%
seit 5 Jahren 20,2% 3,75% 4,66%
seit Auflage 21,93% 3,86% 4,6%

Performance des Prisma Aktiv UI I. Quelle: Prisma Investment GmbH, Stand 30.4.2019 

Zudem betreibt das Fondsmanagement in dem 430 Millionen Euro schweren Publikumsfonds das gleiche aktive Risikomanagement wie beim dem 270 Millionen Euro großen Spezialfonds der Software AG – Stiftung und steuert den Anteil der verschiedenen Assetklassen im Fonds aktiv. Denn ob klein oder groß: Stiftungen sind konservative Anleger, für die der Erhalt des Kapitals einen hohen Stellenwert hat. Völlig gefeit vor Verlusten sind Anleger des Fonds mit dem Anlagekonzept allerdings ebenso wenig wie die Software AG – Stiftung selbst: Mit Blick auf die aktuelle Jahresperformance liegt der Prisma Aktiv mit 0,3 Prozent im Minus. Hier wirken die massiven Kursverluste der Kapitalmärkte Ende vergangenen Jahres noch nach, als die US-Zentralbank die Zinsen unerwartet stark angehoben hatte und Kurse von Aktien wie Anleihen gleichermaßen unter Druck gerieten. Das zwischenzeitige Minus von rund vier Prozent hat der Fonds damit großteils wieder ausgebügelt. Das Risikomanagement samt automatischen Verkaufsorders hatte dafür gesorgt, dass die Verluste nicht noch größer ausfielen, die Kapitalmärkte waren deutlich stärker in die Knie gegangen. 

Der Fonds ist spezialisiert auf Aktien aus Europa und Asien, letzteres aufgrund seiner großen Bedeutung für die Wertschöpfung der Weltwirtschaft. Hinzu kommen europäische Unternehmensanleihen, die die Fondsmanager nach eigenen Geschäftsmodell-Analysen der jeweiligen Unternehmen auswählen, Staatsanleihen und Gold dienen als Beimischung zur weiteren Diversifizierung. Das Gewichten der Assetklassen ist zentraler Bestandteil der Vermögensverwaltung: „Die Aktienquote ist für uns ein wichtiger Stellhebel für Risiko und Rendite“, sagt Bötsch. Zwischenzeitig hatte der Fonds den Aktienanteil von 30 auf 16 Prozent runtergefahren, mittlerweile liegt er wieder bei 27 Prozent. 

Ein Blick auf das Schwankungsmaß Volatilität zeigt, dass der Fonds seine Rendite mit überschaubarem Risiko erzielt. Die Volatilität liegt auf Jahressicht bei 3,67 Prozent, zum Vergleich: Der deutsche Aktienindex DAX weist im gleichen Zeitraum eine Volatilität von 15,13 auf, der Index für europäische Unternehmensanleihen einen Wert von 1,71 Prozent. Auch der so genannte Maximum Drawdown blieb bislang im Rahmen: Er gibt den maximalen Kursverlust an, den der Fonds nach einem neu erreichten Höchststand erlitten hat und dient damit als weiteres Risikomaß. Solche Risikomaße sind wichtig, denn die darin abgebildeten Kursschwankungen sind gewissermaßen der Preis, den Anleger für die erzielte Rendite zahlen – je niedriger die Kursschwankungen bei einer bestimmten erzielten Rendite ist, desto besser. Denn nur dann lassen sich Erträge auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum erwirtschaften, und sind nicht allein von den Launen der Kapitalmärkte abhängig.

Zeitraum Maximaler Drawdown
03.02.2014 - 31.12.2014 4,83%
30.12.2014 - 30.12.2015 5,32%
30.12.2015 - 30.12.2016 4,71%
30.12.2016 - 29.12.2017 1,92%
29.12.2017 - 28.12.2018 5,65%
03.02.2014 - 13.03.2019 5,65%

Neben der absoluten Rendite haben die Fondsmanager auch die soziale und ökologische Verantwortung im Blick, die sie als Investor tragen. Der Fonds investiert zum Beispiel per Ausschlusskriterien nicht in Branchen wie Öl- und Kohleindustrie und kauft keine Anteile von Investmentbanken. Der Schwerpunkt bei Aktien liegt vielmehr auf Unternehmen aus der Realwirtschaft, die nachvollziehbare Werte schaffen – und damit nicht nur Anlegern Rendite, sondern auch einen gesellschaftlichen Nutzen bringen.    

Autor

André Schmidt-Carré

Stiftungsinfo Sommer 2019

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