Einfach selbst machen – der Weg zur passenden Geldanlage

Der Weg zur passenden Geldanlage
Kapital und Wirkung
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Stiftungen brauchen Wertpapier-Investments, um auskömmliche Renditen zu erwirtschaften. Die Delegation der Anlage an Experten ist angesichts von Nullzinsen allerdings oft teuer. Das passende Portfolio selbst zu bauen ist deshalb sinnvoll und leichter, als viele Stiftungsverantwortliche denken – wenn man einige Grundregeln beachtet.

Frank Wettlauffer
Foto: privat

Endlich investieren, am besten breit gestreut in Aktien, Anleihen, Immobilien und vielleicht sogar in „Alternatives“ wie Solarparks. Stiftungen hören allerorten, dass sie ihr Vermögen jenseits von sicheren, aber eben auch längst nicht mehr rentierlichen Staatsanleihen anlegen sollen. Doch wie geht das in der Praxis? Ein paar Finanzberater präsentieren lassen und – weil alle überzeugend klingende Produkte haben – das des sympathischsten Verkäufers wählen? Lohnt es, stattdessen einen unabhängigen Honorarberater zu engagieren? Und wie kann ich überhaupt selbstständig aus dem unermesslichen Angebot von Einzelinvestments und Fonds auswählen?

Dieser Ratgeber soll Sie in die Lage versetzen, gute Entscheidungen für Ihre Stiftungsvermögen zu treffen und selbst ein Wertpapier-Portfolio aufzubauen. Dafür liefert Ihnen der Ratgeber anhand von drei Leitsätzen das theoretische Grundgerüst und konkrete Leitplanken, an denen Sie sich beim Aufbau Ihres Portfolios orientieren können. Neun konkrete Schritte zeigen schließlich den Weg auf, wie Stiftungsverantwortliche die Geldanlage praktisch umsetzen können.

Wenn Sie die Empfehlungen konsequent befolgen, erreichen Sie eine effektive und effiziente Anlage Ihres Stiftungsvermögens. Vielleicht müssen Sie sich dazu auch von ein paar allgemeinen Glaubenssätzen verabschieden, die Sie von interessierten Kreisen wahrscheinlich immer wieder gehört haben. Los geht’s!

Erster Leitsatz: „Vorsicht vor Verkäufern!“

Niemand wird von einem VW-Händler erwarten, einen Opel angeboten zu bekommen, auch wenn letzterer vielleicht eher Ihren Bedürfnissen entspricht. Genauso wenig sollten Sie erwarten, dass Ihnen ein Finanzverkäufer das für Sie ideale Finanzprodukt hinsichtlich Ihrer Rendite-Risikoanforderung anbietet. Stattdessen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Empfehlungen und Handlungen des Verkäufers eher von seinen als von Ihren Interessen geleitet werden. Entsprechend besteht das Risiko, dass er Ihnen zu Produkten rät, die ihm die höchste Provision einbringen oder gerade verkauft werden müssen. Außerdem ist davon auszugehen, dass ein Verkäufer die Aussichten des Produkts möglichst positiv darstellen wird. Last but not least kosten Verkauf und Beratung Geld, welches Sie durch direkte oder indirekte Produktkosten zahlen müssen.

Diese Risiken und Nachteile lassen sich reduzieren, indem Sie Situationen möglichst vermeiden, in denen Sie auf einen Verkäufer angewiesen sind. Das gelingt z.B., indem Sie einen großen Bogen um nicht börsennotierte Anlagen machen. Bei diesen Finanzprodukten weiß der Verkäufer viel mehr als Sie und wird Ihnen meist keinen guten Preis machen. Investieren Sie stattdessen in börsennotierte Anlagen. An der Börse sorgen viele gleich gut informierte Marktteilnehmer für faire Preise.

Statt indirekt den Bankberater durch die Produktkosten zu bezahlen, lohnt es sich fast immer, einen unabhängigen (Honorar-) Berater zu konsultieren oder die Anlage in Eigenregie vorzunehmen.


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Zweiter Leitsatz: Das Risiko ist Ihr Freund 

Da risikolose Staatsanleihen auf Jahrzehnte hinaus keinen nennenswerten Zins abwerfen dürften, birgt jede rentierliche Anlage ein Risiko. Stiftungen müssen lernen, diese Risiken zu verstehen – und bei gegebenem Ertrag möglichst zu minimieren.

Risikoprämie als Ertragsquelle

Eine Möglichkeit, um professionell mit Risiko umzugehen, ist die Orientierung an Experten für Risikoübernahme, sprich: Versicherungen und Banken. Denn letztendlich handeln Sie als Anleger ähnlich. Statt Feuerschäden oder Todesfälle abzusichern, übernehmen Sie das Risiko von Ertragsschwankungen zum Beispiel bei Unternehmensbeteiligungen oder Immobilien. Bei Anleihen und Bankeinlagen tragen Sie ähnlich wie eine Bank das Ausfallrisiko. Sie übernehmen also Risiken und verdienen damit Geld in Form von Gewinnen und Zinsen. Wie bei Versicherungen und Banken bleibt üblicherweise nach Abzug der Schäden ein Gewinn für Sie übrig. Dies ist Ihr Ertrag.

Der Ertrag ist natürlich nicht jedes Jahr identisch, allerdings ist er langfristig positiv. Für Sie ist er allerdings nur dann positiv, wenn Sie das Risikokapital permanent zur Verfügung stellen, d.h. immer investiert bleiben – auch wenn die Kurse einmal sinken. Ansonsten entgeht Ihnen Ihre Risikoprämie, wenn die Kurse wieder steigen.

Diversifizieren Sie wie die Profis

Wenn auch die Kurse der Gesamtheit aller Anlagen immer wieder steigen, werden dennoch einzelne Anlagen ausfallen. Der Versicherungsfall, für den Sie die Risikoprämie erhalten, wird also irgendwann eintreten. Damit wird deutlich, dass eine einzelne Anlage (mit Ausnahme von Kollektivanlagen wie Fonds) nur einen sehr geringen Anteil des Stiftungsvermögens ausmachen darf. Nur mit einer effektiven Mischung verschiedener Vermögensklassen und Streuung innerhalb der Vermögensklassen vermeiden Sie, dass das gesamte Anlageergebnis durch den Ausfall einzelner Erträge signifikant beeinträchtigt wird.

Dank Fonds und ETFs die es schon ab 100 Euro gibt, ist es auch Stiftungen mit sehr geringem Vermögen möglich, effektiv und effizient zu diversifizieren. Denken Sie daran: Diversifikation ist das einzig Kostenlose am Kapitalmarkt.


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Warum gibt es eine systematische Risikoprämie?

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Dritter Leitsatz: Der Kapitalmarkt ist effizient  

Bleibt eine entscheidende Frage: Kann man zusätzlich zur Risikoprämie durch Spekulation, also durch das Ausnutzen von Preisschwankungen, weitere Gewinne erwirtschaften? Konkret geht es um die Frage, ob es sich grundsätzlich lohnt, einen Vermögensverwalter zu beauftragen oder auch aktiv verwaltete Fonds zu kaufen. Denn Verwalter und Fondsmanager rechtfertigen ihre Kosten durch die erhoffte Zusatzrendite, die sie durch geschickten Kauf von unterbewerteten Titeln und Verkauf von überbewerteten Titeln erzielen.

Die These von der Effizienz des Kapitalmarkts und die empirische Erkenntnis zeigen, dass die Hoffnung auf Zusatzrendite trügt: Der Kapitalmarkt ist effizient! Das bedeutet, dass grundsätzlich niemand systematisch in der Lage ist, ohne größere Risiken (oder der verbotenen Nutzung von Insiderinformationen) eine bessere Rendite zu erzielen als ein anderer. Damit lohnt es sich nicht, für aktives Management Geld zu bezahlen.

Für Sie bedeutet das: Verzichten Sie auf ein teures Portfoliomanagement. Investieren Sie stattdessen in die preisgünstigsten Fonds oder die besonders günstigen passiven Investments wie ETFs.

Keine Angst vor Fehlentscheidungen

Neben der Tatsache, dass Sie sich die Kosten für aktives Management sparen können, hat die Kapitalmarkteffizienz noch einen zweiten unschätzbaren Vorteil: Sie können bei der Auswahl der Anlageklasse bezüglich Rendite und Risiko grundsätzlich kaum eine Fehlentscheidung treffen. Denn – wie die anderen Marktteilnehmer auch – können Sie nicht wissen, welche Anlageklasse in Zukunft die bessere Rendite abwerfen wird. Alle verfügbaren Informationen diesbezüglich sind in den gegenwärtigen Kursen berücksichtigt. Und zwar tendenziell so, dass alle Anlagen das gleiche erwartete Rendite-Risiko-Profil aufweisen (Grundsatz der Arbitragefreiheit). Wenn also alle Anlagen risikoadjustiert die gleiche Renditeerwartungen haben, ist es egal, ob Sie das Renditeziel mit europäischen Aktien, mit US-Aktien, mit Immobilien oder mit Wandelanleihen anstreben. Auch die Frage nach nachhaltigen Kapitalanlagen können Sie positiv beantworten. Es gibt keinen Grund, warum ein gut diversifiziertes Portfolio von ESG-Anlagen anders rentieren sollte als „konventionelle“ Anlagen. Sie können bei der Auswahl der Anlagen keine Fehler machen. Nichts wissen macht nichts!

Ein weiterer Vorteil der Effizienz: sollten Sie aus irgendwelchen Gründen doch einen Vermögensverwalter beauftragen, muss auch die Auswahl dessen nicht anhand der (vermeintlichen) Prognosefähigkeit erfolgen. Oder glauben Sie, dass die wirklich systematisch Überrenditen erzielenden professionellen Spekulanten auf das Geld Ihrer Stiftung angewiesen sind? Lassen Sie sich also ruhig von anderen Kriterien leiten. Am besten für die Performance sind das Kriterium „geringe Kosten“. 

Investments einfach vergleichen

Auch der Vergleich von verschiedenen Anlagen wird durch die Kapitalmarkteffizienz erleichtert. Denn dank der Arbitragefreiheit können Sie davon ausgehen, dass alle Anlagen ähnliche Rendite-Risikoprofile haben. Damit können Sie von dem Rendite-Risiko Profil einer Ihnen vertrauten Anlage auf das Profil einer Ihnen unbekannten Anlage schließen. Wenn Sie z. B. den Aktienmarkt mit seiner Renditeerwartung von rund 6 Prozent und Schwankungen von rund 15 Prozent zum Maßstab nehmen, können Sie davon ausgehen, dass eine Ihnen offerierte Immobilienanlage mit 6 Prozent Renditeversprechen auch Schwankungsrisiken von rund 15 Prozent mit sich bringt. Denken Sie daran: Ständig sind professionelle Anleger auf der Suche nach Anlagen mit einem optimalen Rendite-Risiko Verhältnis. Warum sollten gerade Sie eine Anlage mit 6 Prozent Rendite und ganz geringen Risiken kaufen können?


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Ein Wort zum Schluss

Ziel dieses Beitrags ist es, Stiftungen zu motivieren, aus dem eigenen Stiftungskapital höhere Erträge zu erzielen – und zwar sowohl durch ertragreichere Anlagen als auch durch geringere Kosten. Die Darstellung der Grundsätze soll das Verständnis für die Funktionsweise des Anlagemarktes erhöhen, damit den Respekt vor dem Markt und seinen Akteuren reduzieren und Sie somit motivieren, den notwendigen Umbau der Vermögensanlage in Angriff zu nehmen.

Um diesen erfolgreich zu machen, müssen Sie nur drei Dinge verinnerlichen: eine kritische Einstellung gegenüber Verkäufern, um sowohl Fehlkäufe zu vermeiden als auch Kosten zu sparen. Nichts spricht dagegen, die Ertragschancen risikobehafteter Vermögensgegenstände effektiv wie die Risikoprofis zu nutzen. Last but not least gibt Ihnen das Vertrauen in die Markteffizienz die Sicherheit, auch als Laie genauso gut anlegen zu können wie die (vermeintlichen) Experten.

Allerdings ist mir bewusst, dass Know-how allein nicht reicht, um eine gute Anlagepolitik zu etablieren. Vielmehr stehen dieser – neben der Motivation und der Furcht vor Verantwortung - zwei Faktoren entgegen: Ihre eigene Psyche und die Ratschläge von wohlmeinenden Gremienmitgliedern und anderen Einflüsterern. Beides kann Sie davon abhalten, die richtige Entscheidung zu treffen und diese dann auch in Börsenkrisen beizubehalten. Gegen die eigenen psychologischen Fallstricke sowie die Intervention Dritter hilft neben der kognitiven Vorbereitung auf Fälle von Gier und Angst, die rechtzeitige Auseinandersetzung mit den Gremien, die Dokumentation der Risiken und eine Anlagerichtlinie, die auch der Selbstbindung dient.

Hilfreich für diese Tätigkeiten kann die Hinzunahme eines kompetenten Beraters sein. Dieser kann Ihnen nicht nur die lästige Arbeit abnehmen und obendrein in Stresszeiten den Rücken stärken, sondern dank seines Expertenstatus‘ auch manche Entscheidung erst ermöglichen. Damit kann er sehr wertvoll sein, denn neben Fehlern in Krisenzeiten ist das Nichtstun der zweite große Renditekiller.

Nach der Lektüre dieses Beitrags ist Ihnen sicherlich bewusst, dass Sie bei der Auswahl des Beraters vor allem auf eins achten müssen: Unabhängigkeit! Das bedeutet nicht nur keine Rückvergütungen von Produktanbietern zu erhalten. Genauso wichtig ist auch, dass der Berater nicht aus alter Verbundenheit das System „Teure aktive Vermögensverwaltung“ propagiert. Denn das möchten Sie nach der Lektüre dieses Beitrags hoffentlich nicht mehr.

In neun Schritten zur erfolgreichen Geld-Anlage  

 

  1. Falls noch nicht vorhanden: Erstellen Sie Anlagerichtlinien für die Stiftungsaufsicht und die Anspruchsgruppen, welche Wertpapierinvestments ermöglichen. Legen Sie in den Richtlinien die grundsätzliche Vorgehensweise und Vorgaben, wie die Verpflichtung zur Diversifikation fest. Ziel soll sein, ein gut gemischtes und breit gestreutes Portfolio zu konstruieren.  
  2. Machen Sie sich das Ausmaß der für Sie und Ihre Gremien akzeptierbaren Kursschwankungen bewusst. Meistens wird dieses weniger durch die objektive Risikotragfähigkeit („was akzeptiert die Aufsicht?“) als durch die subjektive Akzeptanz von Verlusten („was akzeptieren die Gremien?“) bestimmt. Dokumentieren Sie die akzeptierten Kursschwankungen und legen Sie im Vorfeld fest, an der Strategie festzuhalten, um falsche Entscheidungen in Krisenzeiten zu vermeiden. 
  3. Legen Sie die konkrete Anlagestrategie fest. Bestimmen Sie entweder den erwarteten Ertrag oder das erwartete Risiko. Dabei zeigt die Erfahrung, dass bei gängigen Anlageklassen grob folgende Annahmen bezüglich Rendite und Kursrisiken pro Jahr vor Kosten gelten:

    - Aktien: Ausschüttung 2,5 Prozent, Rendite 6 Prozent, Risiko 50 Prozent 
    - Anleihen mit Kreditrisiken: Ausschüttung und Rendite je 3 Prozent, Risiko 25 Prozent 
    - Immobilienfonds: Ausschüttung und Rendite je 3,5 Prozent, Risiko 25 Prozent 

    Dieses Schwankungsrisiko stellt den maximalen historischen Verlust von breit gestreuten Portfolios dar. Größtenteils wurde er innerhalb von wenigen Monaten und über die Gesamtheit hinweg innerhalb einiger Jahre aufgeholt.

  4. Stellen Sie dann eine Kombination von Anlageklassen zusammen, um das gewählte Rendite Risiko Profil abzubilden. Investieren Sie in Anlageklassen, deren zugrundeliegende Funktionsweise Ihnen bekannt ist. Ob Sie europäische oder US-Aktien kaufen, ob Wandelanleihen oder Hochzinsanleihen – dies ist letztendlich für den langfristigen Anlageerfolg sekundär. Entscheidend ist die Gewichtung der Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Alternatives und die Kosten der jeweiligen Produkte.
  5. Eröffnen Sie ein Depot bei einer etablierten Direktbank. Sie können dort für unter zehn Euro pro „Trade“ kaufen und verkaufen und die Depotführung ist häufig kostenlos. Falls Sie die persönliche Ansprache eines Menschen bevorzugen, akzeptieren Sie kein Ausgabeaufgeld und sonstige hohen und indirekten Kosten, die nur durch einen teuren Vertrieb rechtfertigbar wären. Sie haben ja die Initiative ergriffen – die Bank muss nur noch Ihre Order abwickeln. Fair und üblich bei konventionellen Banken sind Ordergebühren zwischen 50 und 100 Euro. 
  6. Kaufen Sie preiswerte Fonds und insbesondere ETFs statt Einzelanlagen. Der Nachteil der etwas höheren Kosten als bei der Direktanlage werden durch folgende Vorteile bei weitem überwogen: bessere Diversifikation, signifikant reduzierter Buchführungsaufwand, keine Abschreibungsnotwendigkeit auf Einzeltitel, weniger Diskussionsbedarf in den Gremien. 
  7. Lassen Sie sich nicht von der großen Auswahl an Fonds und ETFs verunsichern. Zwei bis fünf breit gestreute ETFs von einem der großen Anbieter wie Blackrock, Deutsche Bank oder Deka sind für eine effiziente Anlagestrategie völlig ausreichend. Die Renditeunterschiede der ETFs mit der gleichen Anlagestrategie sind minimal und sollten Sie nicht daran hindern, überhaupt zu handeln. Einen guten Überblick zu ETFs bietet www.justetf.de, alle Fonds finden Sie unter www.morningstar.de, eine Vorauswahl für Stiftungen mit Musterdepots unter www.renditewerk.net.  
  8. Ändern Sie Ihre Anlagestrategie nur, wenn sich Ihre Anforderungen an den Ertrag oder an das Risiko ändern. Kaufen und verkaufen Sie Anteile der Anlageprodukte abgesehen davon nur aus Liquiditätsgründen oder um die ursprüngliche Vermögensstruktur wiederherzustellen. Dieses so genannte Rebalancing kann nötig sein, wenn sich die Vermögensstruktur durch unterschiedliche Wertentwicklungen der Anlageklassen signifikant verändert hat – in der Regel genügt eine Anpassung einmal pro Jahr.  
  9. Stellen Sie von Zeit zu Zeit sicher, dass die Produkte immer noch Ihren Vorstellungen entsprechen. Kontrollieren Sie bei eventuell gekauften preisgünstigen aktiven Fonds, ob diese noch die ursprünglich von Ihnen gewählte Anlagestrategie verfolgen. 
Über den Autor

Der Kapitalmarktexperte Frank Wettlauffer berät Stiftungen bei ihren Anlagen – auch pro bono. Er war Spezialfondsmanager bei der Dresdner Bank und langjähriger Leiter der Stiftungsbetreuung von Schweizer Privatbanken. Nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit gestaltete er auf Wunsch von ehemaligen Kunden wie der terre des hommes Stiftung einen nach obigen Leitsätzen agierenden gemischten Fonds. Mehr Informationen unter www.wettlauffer.ch und www.smart-und-fair-fonds.de.

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