Tag der Deutschen Einheit: Was für ein Glück!

Impuls
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Am 3. Oktober 2019 feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer. Zwei Ereignisse, die dieses Land prägten wie wenig andere – und die dreißig Jahre später als Glücksfall für die deutsche Geschichte anmuten.

Der Fall der Mauer hat für den Bundesverband Deutscher Stiftungen eine ganz unmittelbare Folge. Seit 2005 sitzt die Geschäftsstelle des Bundesverbandes direkt am Checkpoint Charlie, also genau an dem Ort, der Ost- und West-Berlin über 28 Jahre trennte. Das Haus deutscher Stiftungen ist somit nicht nur Sitz des Bundesverbandes, sondern zugleich auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass Stiftungen ein integraler Teil unserer deutschen Geschichte sind.

30 Jahre Mauerfall

Der Blick aus dem Fenster auf den Checkpoint Charlie, aus einem Fenster, das von der SED in die Brandschutzmauer gehauen wurde, um den Grenzstreifen zu observieren, zeigt heute viele positive Entwicklungen. Unzählige Touristen aus der ganzen Welt fragen sich, wo die Grenze verlief und wo der ehemalige Osten und Westen war. Auch die Mauer in den Köpfen wird – zumindest bei der jungen Generation – kleiner.

Zugleich scheint es, dass die Vergangenheit weiter die Zukunft bestimmt. Unterschiede brechen wieder auf bzw. werden – gefühlt – wieder größer und manifestieren sich nicht zuletzt auch in Wahlergebnissen. Auch der Blick auf die demografische Entwicklung zeigt, dass 30 Jahre nach dem Mauerfall Ost und West zwar zusammengewachsen sind, dass wir von einer Angleichung der Lebensverhältnisse aber noch weit entfernt sind.

Laut einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts leben fast so wenige Menschen in Ostdeutschland wie seit 1905 nicht mehr. Die Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit vieler Regionen, wie die aktuellen Zahlen zur demografischen Lage der Nation des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigen. Etliche Landkreise und Städte in den ostdeutschen Bundesländern gehören zu den demografischen Krisenregionen mit den geringsten Zukunftsaussichten.

Ostdeutschland ist ein innovativer und dynamischer Stiftungsstandort

Zu den positiven Entwicklungen in Ostdeutschland zählt die Entwicklung in der Stiftungslandschaft. In den letzten 30 Jahren hat sich zwischen Ostsee und Erzgebirge ein vitaler Sektor entwickelt. Auch wenn die Zahlen mit den Zahlen aus den westdeutschen Bundesländern nicht vergleichbar sind, zeigt die Entwicklung in den letzten Jahren eine beeindruckende Dynamik. So ist die Zahl der Stiftungen bürgerlichen Rechts in den ostdeutschen Bundesländern (inkl. Berlin) auf 2568 Stiftungen angewachsen. Auch das Nettowachstum liegt mit 3,7 Prozent weitaus höher als im Bundesdurchschnitt (2,1 Prozent). Von den 554 Neugründungen im Jahr 2018 stammen allein 62 aus Ostdeutschland. Spitzenreiter ist hier Brandenburg mit einem Wachstum von 8,2 Prozent und 16 neu anerkannten Stiftungen.

Stiftungen sorgen für „Blühende Landschaften“

Nicht nur die Zahlen sind beeindruckend, sondern auch das vielfältige Engagement – vor allem für den Umwelt- und Naturschutz – sowie die grenzenlose Innovations- und Schaffenskraft der Stifterinnen und Stifter, wie die folgenden drei Beispiele zeigen:

  • Die Nationalparkstiftung Unteres Odertal feiert im kommenden Jahr ihr 25. Jubiläum. Die Stiftung ist im einzigen Auennationalpark Deutschlands aktiv. Den Erwerb neuer Flächen finanziert die Stiftung sowohl aus dem Stiftungsvermögen als auch aus den Erträgen. Weniger renditestarke Flächen werden gekauft und Naturschutzzwecken zur Verfügung gestellt. Flächen mit einer höheren Renditeerwartung werden in der Regel an Landwirte verpachtet und aus dem Stiftungsvermögen finanziert. Gute Flächen werden zu günstigen Konditionen für die Nutzung durch ökologische Landwirtschaft zur Verfügung gestellt und unter anderem an den Ökohof „Stolze Kuh“ verpachtet.
  • Die Michael Succow Stiftung, errichtet mit dem Preisgeld aus dem alternativen Nobelpreis, konnte in diesem Jahr bereits ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Die Stiftung engagiert sich bereits seit Jahren für den Schutz der Moore, die zu den größten CO2-Speichern gehören.
  • 2018 wurde die Stiftung Wald schafft Zukunft von den Behörden anerkannt. Als 4.444stigtes Mitglied des Bundesverbandes zeigt die Stiftung aus Kyritz, dass man auch als kleine Stiftung großes bewirken kann – mit klugen Ansätzen und einem globalen Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit.

 

Hinweis: Der Beitrag ist zuerst im Extrablatt der Berliner Stiftungswoche erschienen.

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Der Beitrag ist zuerst im Extrablatt der Berliner Stiftungswoche erschienen.

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