Preisverleihung: Ernst Schering Preis & Friedmund Neumann Preis

Fotograf Bild Köster: Stefan Arend / Fotograf Bild Cramer: Hubert Jelinek
links: Johannes Köster / rechts: Patrick Cramer

Die Schering Stiftung zeichnet den Chemiker und Molekularbiologen Prof. Dr. Patrick Cramer für seine Forschungsarbeiten zur Transkription und Genregulation auf molekularer und zellulärer Ebene mit dem mit 50.000 Euro dotierten Ernst Schering Preis 2019 aus. Der Nachwuchswissenschaftler Dr. Johannes Köster erhält für seine Beiträge zur Reproduzierbarkeit von Datenanalysen und zur Qualitätssicherung in der biomedizinischen Forschung den mit 10.000 Euro dotierten Friedmund Neumann Preis 2019.

Professor Patrick Cramer ist Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. In den letzten zwanzig Jahren hat er den atomaren Aufbau der RNA-Polymerase und vieler ihrer Partnermoleküle erfasst. Dabei trug er zur Entwicklung spezieller Analyseverfahren bei. Neben der Aufklärung vieler detaillierter Strukturen zeigte er, wie unsere genetische Information in Zellen reguliert und genutzt wird. Durch seine Forschung konnten die grundlegenden Prinzipien des Transkriptionsprozesses und seiner Regulation verstanden und sichtbar gemacht werden. So können Krankheiten wie Krebs, bei denen die Transkription des Genmaterials fehlgesteuert ist, besser erforscht werden.

Biomedizinische Datensätze, die beispielsweise aus der Analyse des Erbgutes oder aus bildgebenden Verfahren gewonnen werden, sind umfangreich und komplex. Erst viele einzelne Analyseschritte machen diese experimentell gewonnenen Daten erfassbar und biomedizinische Erkenntnisse möglich. Der Bioinformatiker Dr. Johannes Köster, Arbeitsgruppenleiter im Institut für Humangenetik der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, entwickelte Softwarelösungen, die den Prozess der Datenanalyse strukturieren und automatisieren und so zu Ergebnissen führen, die nachvollziehbar und wiederholbar sind. Mit „Snakemake“ hat Dr. Köster Biomediziner*innen eine freie Software an die Hand gegeben, um Datenanalysen formal zu beschreiben und automatisiert auszuführen. Johannes Köster hat darüber hinaus das Projekt „Bioconda“ ins Leben gerufen, das den weltweit führenden Mechanismus für die nachhaltige Verbreitung von bioinformatischer Software bietet.

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Veranstaltungsort

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften | Leibnizsaal
Markgrafenstr. 38
10117
Berlin