Outsourcing oder: Die eigenen Stärken im Blick behalten

14. August 2017 I Oldenburgs MontagsImpuls

 

Outsourcing oder: Die eigenen Stärken im Blick behalten

 

Liebe Stiftungsfreunde,

vor gut einem Jahr startete die SKala-Initiative der Unternehmerin und Stifterin Susanne Klatten. Soziale Organisationen hofften auf einen Teil der insgesamt in Aussicht gestellten 100 Millionen Euro. Einige Stiftungsvertreter sahen dagegen mit Sorge, dass die Initiatorin keine Stiftung nutzte, um das Programm umzusetzen, sondern mit der Phineo gAG ein – wenn auch gemeinnützig arbeitendes – Beratungsunternehmen zusammenarbeitet.

Jetzt liegt der erste Zwischenbericht vor. In der Ausschreibung, die Anfang 2017 veröffentlicht wurde, haben sich 1.866 Organisationen um Mittel in Höhe von insgesamt rd. 85 Mill. Euro beworben – die besten 200 Bewerbungen werden derzeit geprüft. Bereits 2016 haben 19 Organisationen eine mehrjährige Förderung in Höhe von insgesamt rd. 15 Mio. Euro erhalten. Weitere 20 kleinere Organisationen wurden in diesen Tagen mit einer Einmalspende in einer Gesamthöhe von 630.000 Euro bedacht.

Es zeigt sich, viele Projekte sind also noch auf der Suche nach Förderungen. Deutlich gemacht hat die Diskussion aber außerdem, dass das Thema Kooperation bzw. Outsourcing von Dienstleistungen im Stiftungswesen stellenweise noch Unverständnis hervorruft. Keiner Wirtschaftsbranche würde die Existenzfrage gestellt werden, weil sie sich professioneller Dienstleistungen bedient. Stiftungen tun dies jenseits der Vermögensverwaltung tatsächlich noch relativ selten, obwohl sie damit viel zu gewinnen hätten. Angefangen bei der IT, über den Personalbereich sowie die Kommunikation bis hin zur Abwicklung von Förderprogrammen. Wenn sich jeder auf seine Kernkompetenz konzentriert und einzelne Aufgaben an Spezialisten abgibt, lässt sich mit weniger Ressourcen mehr erreichen. Ein guter Startpunkt für die Suche nach geeigneten Partnern ist unsere Stiftungspartnersuche.

Starten Sie gut in die Woche.

Ihr

Felix Oldenburg

 

PS: Noch zwei praktische Hinweise: Auch wenn die meisten SKala-Bewerbungen leer ausgegangen sind, haben viele davon durch Verwendung des Social Reporting Standards (SRS) eine Vorarbeit geleistet, die sie an anderer Stelle wieder nutzen können. Ich werbe dafür, dass noch mehr Stiftungen diesen Standard für Förderanträge und Berichte nutzen, denn er spart allen Beteiligten viel Arbeit. Und wer sich für die verwendete Auswahlmethodik interessiert: Mit Phineo und dem Stifterverband hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen das „Kursbuch Wirkung“ herausgebracht, hier kostenlos zum Download.

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