Cum-Ex, aber ohne uns!

Wann bin ich als Kunde ein Komplize? Diese Frage stellte sich womöglich manche Stiftung, als in den vergangenen Tagen einmal mehr über den „größten Steuerraub“ der Geschichte (“Die Zeit”) berichtet wurde. Haben Banken auch Stiftungsgelder genutzt, um mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften mehrfache Steuererstattungen in Höhe von 55 Milliarden Euro zu erschleichen? 

Bereits vergangenes Jahr waren die Deals Thema in den Medien, und ich hatte in einem Vortrag in Erfurt auf die Rolle von Stiftungen als Kunden hingewiesen. Inzwischen habe ich gelernt, wie schwer es vielen Stiftungen fällt, sich adäquat von ihren Finanzdienstleistern informieren zu lassen, um Ertragsstärke und Nebenwirkungen ihrer Vermögensanlage beurteilen zu können.  

Was können Stiftungen tun? 

Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema „Kapital und Wirkung“ haben wir zahlreiche Fallbeispiele, Vorbilder und Werkzeuge gefunden, die zeigen, dass es mit vertretbarem Aufwand und ohne Ertragseinbuße möglich ist, Kinderarbeit, Waffengeschäfte oder Ähnliches aus dem Portfolio zu verbannen. Hier sind uns andere institutionelle Investorengruppen aber noch voraus. 

Das muss nicht so bleiben. Beginnen kann jede Stiftung damit, dass sie ihre Bank schriftlich auffordert, ihr Stiftungsvermögen nicht in Cum-Ex- oder Cum-Cum-Geschäften einzusetzen. Und auch wir werden das Thema gegenüber den Banken unter unseren Premiumpartnern  ansprechen. 

Eine Mut machende Information zur Rolle von Stiftungen gehört aber auch zu dieser Geschichte: Sie wurde maßgeblich aufgedeckt durch Correctiv, ein stiftungsfinanziertes Recherchezentrum.

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Autor
Felix Oldenburg

Generalsekretär

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