Anlaufstelle bei sexueller Belästigung - Bundesverband stellt Angebot für seine Mitglieder bereit

Es hat sich etwas verändert zwischen den Geschlechtern im letzten Jahr. Auslöser war der Hashtag #MeToo, der erstmalig in den USA getwittert wurde, sich rasant verbreitete und schließlich in 85 Nationen zum trending topic wurde. Auch ein faszinierendes Beispiel für die Macht und die Möglichkeiten sozialer Medien. In diesem Falle haben Frauen den Mut gehabt, über eigene Erfahrungen von sexueller Belästigung und über diskriminierende Übergriffe im beruflichen Kontext zu sprechen und sich über den Hashtag miteinander zu solidarisieren – auch über Geschlechtergrenzen hinweg. Sie generierten eine millionenfache Reichweite, setzten das Thema und stießen eine Debatte an. Die Welle, die in den sozialen Medien losbrach, erreichte auch die Feuilletons der Zeitungen und hat das gesellschaftliche Bewusstsein für die Problematik in besonderer Weise sensibilisiert und geschärft.

Ein sicheres und professionelles Arbeitsumfeld ist ein Recht, das im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz festgeschrieben ist. Es verbietet jede Form der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz und verpflichtet die Arbeitgeber, vorzubeugen und einzugreifen. Dennoch wissen Betroffene in der Praxis häufig nicht, an wen sie sich vertrauensvoll wenden und wo sie Hilfe und Rat bekommen können.

Vertraulich und kostenfrei

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen stellt deshalb in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin ein vertrauliches und sachkundiges Angebot bereit, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Mitgliedsstiftungen in Anspruch nehmen können – eine unabhängige Anlaufstelle, die mittelbar und unmittelbar Betroffenen kostenfreie und schnelle Beratung und Hilfestellung bietet. Das nachfolgende Informationsblatt gibt eine Einführung in die Thematik „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ und klärt über mögliche Schritte auf.

Bei der #MeToo-Debatte ging es letztlich um das Verhältnis der Geschlechter. Und um Macht. Und diese Auseinandersetzung hat etwas auf dem Weg gebracht hin zu mehr Gleichberechtigung – ganz im Sinne der österreichischen Feministin und Politikerin Johanna Dohnal, für die „die Vision des Feminismus nicht eine weibliche Zukunft ist, sondern eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“


Autorin:
Friederike von Bünau ist Geschäftsführerin der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN Stiftung). Sie ist Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Leiterin des Arbeitskreises Frauen und Stiftungen im Bundesverband.
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