Wann ist der persönliche Overshoot Day Ihrer Stiftung?

Umwelt und Klima: Wann ist der persönliche Overshoot Day Ihrer Stiftung?
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Plastikmüll in Ozeanen, Mikroplastik in der Nahrungskette, Insekten- und Vögelsterben – das sind nur drei der vielen grenzüberschreitenden Aspekte, die uns im Bereich der Umweltprobleme fast tagtäglich in den Medien begegnen. Für viele Menschen in Deutschland – und laut einer Shell Studie von 2006 insbesondere auch für Jugendliche – ist es wichtig, sich möglichst umweltbewusst zu verhalten. Gleichzeitig ist uns auch bewusst, wie schwierig es ist, unseren sogenannten „ökologischen Fußabdruck“ zu verringern. Der jährliche Earth Overshoot Day ist daher als Erinnerung von dem Global Footprint Network ins Leben gerufen worden, um den Tag des laufenden Jahres zu markieren, an dem unsere Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Menge verbraucht hat, die die Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen benötigt. Im Jahr 2017 war dieser Tag auf globaler Ebene am 2. August, in Deutschland jedoch schon am 24. April. Andere Länder hatten ihren nationalen Overshoot Day deutlich später, so lag er für Ghana zum Beispiel auf dem 21. November und für Honduras auf dem 31. Dezember.

Haben Stiftungen im Kampf gegen den Klimawandel verloren?

Um eine grundlegende Besserung zu erzielen und eine lebenswerte Zukunft für unsere Nachfahren zu erhalten bedarf es mutiger und transformativer Schritte, wie es auch der Ansatz der 2030-Agenda zur nachhaltigen Entwicklung fordert. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, dass alle Akteure – Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Bürger – aktiv daran mitwirken, und somit auch Stiftungen. Nun erschien vor kurzem ein Diskussionsbeitrag in The Chronicle of Philanthropy, dass Stiftungen den Kampf gegen den Klimawandel verlieren würden. Der Autor war zu dem Ergebnis gekommen, dass amerikanische Stiftungen Millionen US Dollar investiert hätten, doch die Klimapolitik USA wäre weiter weg davon, den Klimawandel erfolgreich einzudämmen als vor zehn Jahren und auf globaler Ebene würden die Treibhausgasemissionen zunehmen. Insgesamt sei es Stiftungen und Non-Profit-Organisationen in den USA nicht gelungen eine breite politische Bewegung für Klimaaktionen entstehen zu lassen. Zahlreiche Leserbriefe wiederlegten diese Argumente im Detail und betonten die wichtigen Beiträge des amerikanischen stiftungs- und Philanthropiesektors.

Rolle der deutschen Stiftungen für nachhaltige Entwicklung

Wie sieht es bei den deutschen Stiftungen aus? Sie leisten auf grenzüberschreitender und globaler Ebene wertvolle und bedeutungsvolle Arbeit für die nachhaltige Entwicklung weltweit. So waren deutsche Stiftungen zum Beispiel die Initiatoren für die Gründung der Foundations 20 (F20) im Vorfeld des G20 Summit in Hamburg im Jahre 2017. Inzwischen gehören mehr als 45 deutsche und internationale Stiftungen und Philanthropie-Organisationen dieser Plattform an. Ihr Ziel ist es, die Implementierung der 2030-Agenda der Vereinten Nationen und der Klimaverträge zu unterstützen und gemeinsames und transnationales Handeln auf der Grundlage positiver Transformationsbeispiele zu fördern, mit Fokus auf die G20-Staaten und darüber hinaus. Außerdem wirken viele einzelne Stiftungen mit ihren Erfahrungen in andere Länder. So startet zum Beispiel die Heinz Sielmann Stiftung 2018 damit, mit Partnern in Äthiopien und Uganda Initiativen und Naturschutzprojekte, um den Erhalt der dortigen Tier- und Pflanzenarten zu unterstützen. Die EuroNatur Stiftung ist in vielfältiger Weise grenzüberschreitend in Europa tätig, wie zum Beispiel bei den Initiativen Urwaldschutz in Rumänien oder dem Einsatz für wilde, ursprüngliche Flüsse.

Vom ökologischen Fußabdruck zum nachhaltigen Handabdruck

Und in den Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit? Auch dort gibt es viele wichtige und grundlegende Arbeiten. So zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die wichtige Projekte in den Bereichen Umwelt und Klima gemeinsam mit Partnern in den jeweiligen Ländern durchführt. Die GIZ legt zudem großen Wert auf unternehmerische Nachhaltigkeit an allen Standorten, in Deutschland und weltweit. Hierfür wird der sogenannte Corporate Sustainability Handprint® (CSH) verwendet, der es zum einen ermöglicht, dass der erzielte Nachhaltigkeitsstatus effizient und systematisch erfasst werden kann, und der zum anderen ein Instrument ist, mit dem das Nachhaltigkeitsprofil der Standorte weiterentwickelt werden kann.

Um eine lebenswerte Zukunft für unsere Nachfahren zu erhalten bedarf es der schon erwähnten mutigen und transformativen Schritte – bei Projekten, Investitionen und dem Nachhaltigkeitsgedanken in der eigenen Organisation. Schreiben Sie uns und teilen Sie mit uns und anderen Stiftungen Ihre Erfahrungen, um gemeinsam weiter voran gehen zu können.

Ich werde nun meinen persönlichen Overshoot Day berechnen. Kennen Sie Ihren und den Ihrer Stiftung?

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Autorin:
Dr. Annette Kleinbrod

EZ-Scout der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Entsandt an: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Telefon (030) 89 79 47-83