Italien und Rumänien - Für einige Bürgerstiftungen hat die Reise erst begonnen

„Und schon scheint sich abzuzeichnen, dass diese Reise sehr abwechslungsreich, lebhaft und wichtig zu werden scheint“ fasst Felice Scalvini die Entwicklung der italienischen Bürgerstiftungen seit 1999 zusammen. Scalvini steht der italienischen Dachorganisation Assifero vor, die mit dem „Guide to Community Foundations in Italy“ erstmals ein Gesamtbild über die Situation der Bürgerstiftungen in Italien zeichnet.

Das ist gut für die Bewusstseinsschaffung in der italienischen Zivilgesellschaft selbst, aber auch für die internationale Bürgerstiftungsgemeinschaft.

Wie sonst würden wir von der grandiosen Idee der Bürgerstiftung im sizilianischen Messina erfahren, die mit der Anbringung von Solarpanels auf Dächern der Bevölkerung finanzielle Mittel für dringend benötigte Sozialprojekte sammelt? Diese Idee ist tatsächlich nur eine von vielen guten Ideen, die mit dem „Guide to Community Foundations to Italy“ vom südlichsten Zipfel Europas in die Bürgerstiftungswelt getragen wird.

Im Gepäck die besten Ideen

Denn dank der wachsenden internationalen Vernetzung überzeugen die kreativen lokalen Ansätze längst nicht mehr nur im eigenen Land, sondern auch die internationale Gemeinschaft, für die das Lernen von Anderen ein integraler Bestandteil ihrer Arbeit ist.

Mit dem jüngst erschienen „Guide to Community Foundations in Romania“ lässt uns die rumänische Dachorganisation Association for Community Relations staunen. Ja, staunen über das, was diese junge Bewegung in wenigen Jahren unter erschwerten politischen und wirtschaftlichen Bedingungen gemeinsam auf die Beine gestellt hat.

„If you want to do it good, do it well” war die Botschaft, mit der in Transsilvanien 2007 die ersten beiden Bürgerstiftungen in Rumänien gegründet wurden. Die ersten dort entwickelten Ideen haben mit viel Mut und Einsatz in zwischenzeitlich 16 rumänischen Städten zu weiteren Gründungen geführt. Über das gesamte Land verteilt haben Bürgerstiftungen in nur wenigen Jahren erfolgreiche Programme mit finanzieller Unterstützung, mit Zeit und mit Ideen von Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. „Vor allem aber haben die Bürgerstiftungen sich zu einem Rahmen entwickelt, der Kräfte bündelt, um die Zukunft positiv zu gestalten“, sagt Alina Porumb, die bis 2016 das nationale Förderprogramm für Bürgerstiftungen geleitet hat. Selbst in Kanada sprechen die Programme der rumänischen Bürgerstiftungen ausgewanderte Landsleute an, die noch immer eine tiefe Verbundenheit mit ihrer Heimat verspüren. Unternehmen wie Porsche in Bukarest widmen ihre CSR Strategie der dortigen Bürgerstiftung und gründen einen Fonds zur Exzellenzförderung. In Bacau schwimmen die Bürgerinnen und Bürger für den sozialen Zweck.

Die Liste guter Ideen sowohl aus Rumänien und Italien könnte endlos fortgesetzt werden.

Denn auch wenn die 690 Bürgerstiftungen in ganz Europa den lokalen Bedürfnissen entsprechend eigene Schwerpunkte setzten, so arbeiten doch alle für das gleiche Ideal: „Bürgerinnen und Bürgern zu helfen, Gutes besser und mit größerer Wirkung zu tun“.

Und darum sind die von der European Community Foundation Initiative angebotenen Berichte so bedeutsam: damit sich mehr und mehr gute Ideen auf die Reise machen können!

Wohin geht die Reise als nächstes?

Weiter geht es mit Ungarn! Ich freue mich schon darauf, zu erfahren, wie die wachsende ungarische Bürgerstiftungsgemeinschaft mit den Herausforderungen politischer und wirtschaftlicher Zwänge umgeht. Reisen Sie mit auf und registrieren Sie sich für unseren Newsletter.

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