Warum Diversifikation allein kein Stiftungsvermögen schützt

Ein Artikel unseres Premiumpartners Metzler Asset Management

Diversifikation gilt als Grundprinzip einer erfolgreichen Kapitalanlage. Zu Recht. Doch wie diversifiziert ist ein Portfolio wirklich? Wenn wenige Regionen, Unternehmen und technologische Trends das Marktgeschehen zunehmend prägen? Dann können vermeintlich unterschiedliche Anlagen plötzlich in dieselbe Richtung reagieren. Für Stiftungen wird deshalb eine Frage zentral: Wie muss ein Portfolio aufgestellt sein, um langfristige Stabilität mit der notwendigen Flexibilität zu verbinden? Und wie kann es auch in einem veränderten Marktumfeld verlässlich zur Erfüllung des Stiftungszwecks beitragen? 

Breit gestreut ist nicht immer breit aufgestellt 

Die aktuelle Kapitalmarktphase wirkt auf den ersten Blick robust. Viele Volkswirtschaften wachsen wieder dynamischer. Zugleich haben zahlreiche Börsenindizes in diesem Jahr neue Höchststände erreicht. Doch diese Entwicklung ist weniger breit abgestützt als in früheren Phasen. Ein Thema prägt die Marktperformance über Länder, Branchen und Unternehmen hinweg besonders stark: Künstliche Intelligenz. Für Portfolios entsteht daraus ein Risiko, das klassische Streuungskennzahlen nicht immer erfassen. Denn viele Positionen können vom selben Treiber abhängen. 

Für Stiftungen bedeutet das mehr als nur eine Marktbeobachtung. Sie müssen ihr Vermögen langfristig erhalten und zugleich Erträge erwirtschaften, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen. Viele Stiftungen planen mit laufenden Ausschüttungen. Andere müssen Rücklagen bilden, Projekte über mehrere Jahre finanzieren oder ihre Anlagerichtlinie an neue Rahmenbedingungen anpassen. In allen Fällen gilt: Die Kapitalanlage muss nicht nur breit diversifiziert sein. Sie muss auch tragfähig sein. 

Stabilität muss neu geprüft werden 

Was tragfähig ist, zeigt sich daran, wie stabil die einzelnen Bausteine im Portfolio tatsächlich sind. Besonders deutlich wird das in der Geopolitik: Konflikte, Handelsbeschränkungen und das Streben nach strategischer Unabhängigkeit verändern Lieferketten und Investitionsströme. Neben der Effizienz gewinnen die Versorgungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit an Bedeutung. 

In mehreren großen Industrieländern sind die öffentlichen Schuldenbestände hoch. Steigende Zinslasten schmälern den finanzpolitischen Spielraum. Zugleich erhöhen Verteidigung, Infrastruktur, Energieversorgung und Demografie in vielen Ländern den Ausgabedruck. Staatsanleihen mit langer Laufzeit haben nicht in jedem Inflations- und Zinsregime die gleiche Stabilisierungswirkung. Sie können aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Allerdings müssen Laufzeiten, Bonitäten und Zinsänderungsrisiken bewusster gesteuert werden als in den Jahren sehr niedriger Zinsen. 

Auf der anderen Seite eröffnet der technologische Wandel erhebliche Chancen. Der Ausbau künstlicher Intelligenz geht mit hohen Investitionen in Halbleiter, Rechenzentren, Stromnetze und Software einher. Daraus können sich entlang der Wertschöpfungskette neue Anlagechancen ergeben. Wenn wenige große Technologiewerte einen erheblichen Teil der Indexentwicklung bestimmen, ist ein marktbreiter Index nicht automatisch ausgewogen. Er kann konzentrierter sein, als sein Name vermuten lässt. 

Für Stiftungen bedeutet dies jedoch nicht, dass sie Aktien oder technologische Wachstumsthemen meiden sollten. Entscheidend ist, Chancen und Risiken angemessen zu gewichten. Je nach Anlageziel und Anlagerichtlinie kann es sinnvoll sein, die Diversifikation nicht nur über die Aktien-Anleihen-Quote zu steuern. Sie umfasst Regionen, Branchen, Laufzeiten, Bonitäten, Währungen und – je nach Anlagerichtlinie – weitere Anlageklassen. Wichtig ist, welche Risiken tatsächlich voneinander unabhängig sind. Viele Positionen allein machen ein Portfolio noch nicht robust. 

Aktives Management wird zur Steuerungsaufgabe 

Damit gewinnt das aktive Portfoliomanagement an Bedeutung. Es handelt sich dabei nicht um eine Wette auf die nächste Marktbewegung. Es ist eine kontinuierliche Steuerungsaufgabe. Bewertungen, Zinsstrukturen, politische Rahmenbedingungen und Liquidität müssen regelmäßig neu eingeordnet werden. Bei Aktien lassen sich übermäßige Indexkonzentrationen begrenzen. Im Anleihebereich können Laufzeiten und Kreditqualitäten gezielt angepasst werden. Dabei geht es nicht darum, jedes Risiko zu vermeiden, sondern Risiken bewusst einzugehen und einseitige Abhängigkeiten zu begrenzen. 

Multi-Asset-Strategien können diese Aufgabe in einem Portfolio bündeln. Die Allokation wird nicht einmalig und statisch festgelegt, sondern abhängig von Bewertungen, Konjunktur, Zinsen und Risiken dynamisch angepasst und weiterentwickelt. Unterschiedliche Ertragsquellen lassen sich kombinieren und das Gesamtrisiko wird zentral gesteuert. Das kann Stiftungen auch organisatorisch entlasten: Anstatt mehrere Einzellösungen selbst zu koordinieren, erhalten sie ein professionell gesteuertes Gesamtportfolio. 

Ausschüttungsfähigkeit mitdenken 

Neben der Wertentwicklung und dem Risiko ist die Ausschüttungsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Laufende Mittel finanzieren den Stiftungszweck. Eine ausschüttende Anteilsklasse kann hier eine Brücke zwischen langfristiger Kapitalanlage und laufender Finanzierung schlagen. Dabei gilt: Ausschüttungen sind nicht garantiert und können je nach Ausgestaltung auch aus der Vermögenssubstanz erfolgen. 

Die Antwort auf diese Kapitalmarktphase ist weder Rückzug noch Aktionismus. Sie ist Struktur. Diversifikation bleibt das Fundament. Aktives Management hält sie anpassungsfähig. Ein Multi-Asset-Ansatz kann für Stiftungen beides verbinden. Ziel ist es, Vermögen langfristig zu erhalten, Risiken bewusst einzugehen und den Stiftungszweck dauerhaft zu finanzieren.


Metzler Asset Management bietet Stiftungen einen direkten Zugang zu unterschiedlichen Investmentstrategien. Ausführliche Informationen finden Interessierte auf der Website von Metzler Asset Management.


 

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