Solarenergie in Haiti - Mit Impact Investing die Sonne nutzen

In Haiti gibt es kein funktionierendes Gesundheitssystem und die medizinische Grundversorgung ist für weite Teile der Bevölkerung nicht sichergestellt. Um dem entgegenzuwirken betreiben nph haiti und die Schwesterorganisation Fondation St. Luc medizinische und pädagogische Einrichtungen in Tabarre für die Armutsbevölkerung. Diese Einrichtungen, insbesondere die beiden Krankenhäuser und das Berufsbildungs- und Produktionszentrum, haben einen sehr hohen Strombedarf. Da es in Haiti kein flächendeckendes und zuverlässiges Stromnetz gibt, kommt es zu regelmäßigen, teils mehrstündigen Stromausfällen.

Bereits 2013 begann nph, die Stromversorgung durch eine Solaranlage selbst zu erzeugen. Die Anlage, deren erste Ausbauschritte zunächst klassisch durch Spenden finanziert wurden, lief so erfolgreich, dass sie kontinuierlich ausgebaut wurde. 2015 sollte sie dann durch einen großen Batteriespeicher erweitert werden, der die Strom-Überproduktion des Tages in den Abendstunden und nachts verfügbar machen sollte. Dadurch würden Kosten von ca. 300.000 Dollar pro Jahr eingespart werden, denn nachts wurde der Strom bisher durch ineffiziente und umweltschädliche Dieselgeneratoren erzeugt, die dann abgeschaltet werden könnten.

Zinsfreie Darlehen von Impact-Investoren

Die nph-Stiftung sah dieses Projekt geradezu als Musterbeispiel für wirkungsorientiertes Investieren. Durch vier private Impact-Investoren, die der Stiftung zinsfreie Darlehen zur Verfügung stellen, können die Anschaffungskosten für den Batteriespeicher von 338.000 US-Dollar gedeckt werden.

„Die vier privaten Impact-Investoren, die ihr Kapital sonst hauptsächlich in Fonds anlegen, sind begeistert von der 1:1-Beziehung zu ‚ihrem Projekt‘, weil sie hier ganz konkret vor Augen haben, wie sie zum Erfolg beitragen, und welche Wirkung ihr Investment erzielt.“ so Arne Vollstedt von der nph-Stiftung.

Aufgrund der günstigen meteorologischen Verhältnisse erzeugt die Anlage auch weiterhin zuverlässig Strom. Die daraus erzielten Einsparungen ermöglichen eine Ausweitung der medizinischen und pädagogischen Programme und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Armutsminderung. Die medizinische Grundversorgung kann künftig für rund 85.000 Kinder, Frauen und Männer sichergestellt werden. Durch den weitreichenden Umstieg auf erneuerbare Energien wurden zudem pro Jahr rund 1.000 t CO2 eingespart. Bei der Planung und Installation der Anlage fand ein wertvoller Wissenstransfer statt und ein Ausbildungsgang zum Elektro- und Solartechniker wurde eingerichtet. Einige Absolventen der Berufsschule haben sogar eine (NonProfit-) Schulfirma gegründet, die nun landesweit Solaranlagen installiert und so zum Auf- und Ausbau der Solarbranche in ganz Haiti beiträgt.