Genosse werden und jungen Menschen eine Bildungschance geben

Wer studieren will, braucht Geld zur Finanzierung des Studiums. Wer dann erfolgreich studiert hat, verdient anschließend im Beruf oft genügend Geld, um etwas zurückgeben zu können. Mit diesen Mitteln kann anschließend die nächste Generation ihr Studium finanzieren. Die CHANCEN eG (eingetragene Genossenschaft) hat daraus ein Modell entwickelt, das vielen jungen Menschen eine Chance auf Bildung gibt: der umgekehrte Generationenvertrag. Stiftungen können in diesen Generationenvertrag investieren, Rendite erzielen und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Förderung von Bildung leisten.

Das investierte Kapital dient der Finanzierung der Ausbildung junger Menschen

Die Stiftung "Zukunft Stiftung Bildung" in treuhänderischer Verwaltung der GLS Treuhand hat diese spannende Form der Vermögensanlage für sich entdeckt und ist ein Investment bei der CHANCEN eG eingegangen. Sie beteiligte sich mit einem gemischten Investment aus 15% Genossenschaftsanteilen und 85% Nachrangdarlehen. Das Darlehen wird bei 10 Jahren Laufzeit mit einem festen Satz verzinst. Auch der Genossenschaftsanteil enthält eine Renditechance, solange er gehalten wird. Das investierte Kapital dient der Finanzierung der Ausbildung junger Menschen. Nach dem Studium unterliegt der oder die Absolventin keiner fixen Schuldenlast, sondern zahlt einen prozentualen Anteil des Einkommens über zehn Jahre zurück. Die finanziell Bessergestellten tragen die weniger Verdienenden mit.

Der Investor muss sich aber bewusst sein, dass das eingezahlte Geld, der Genossenschaftsanteil, zum Haftungskapital gehört und bei einer Insolvenz verloren gehen kann. Sobald die Genossenschaft Gewinne erzielt, können Dividenden an die Genossen ausgezahlt werden. Hier gilt, dass sich der Investor im Vorfeld ein sehr genaues Bild über ihre wirtschaftliche Situation machen muss, um das mit der Beteiligung verbundene Risiko bewerten zu können. Die Einschätzung des wirtschaftlichen Risikos wird durch die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Genossenschaft erleichtert: Nach deutschem Recht ist sie gesetzlich zur Prüfung durch einen Prüfverband verpflichtet. Auch die Gewährung eines nachrangigen Darlehens birgt ein Ausfallrisiko in sich. Die Forderung wird im Insolvenzfall des Schuldners erst bedient, wenn sämtliche Gesellschaftsgläubiger befriedigt wurden.

Auch gemeinnützige Stiftungen können sich an Genossenschaften beteiligen

Grundsätzlich können sich auch gemeinnützige Stiftungen an Genossenschaften beteiligen und nachrangige Darlehen vergeben, wenn die Genossenschaft geprüft, das Risiko als vertretbar angesehen wurde und das Nachrangdarlehen zu marktübliche Konditionen vergeben wird. So geht ein nachrangig vergebenes Darlehen in der Regel mit einer höheren Verzinsung einher. Wer diese Grundsätze berücksichtigt kann mit dieser alternativen Investmentmöglichkeit sowohl sein Vermögen anlegen als auch seinen Zweck verwirklichen.

Wir verweisen auch auf unser Beispiel 6 in der Reihe Stiftungsinfo zum Thema Kapital & Wirkung und insbesondere auf die Erläuterungen im Rechtstipp auf Seite 10/11.

Weitere Information
Exklusiv für Mitglieder
Stiftungsinfo Nr.7: Kapital und Wirkung

Stiftungsinfo Nr.7

Kapital und Wirkung

Mit Vermögen viel bewirken

Login