Europas Zivilgesellschaft in Gefahr? Führende europäische Stiftungen formen Allianz

Europa bei Nacht
  • Warschauer Erklärung: Europäische Stiftungen machen sich für Zivilgesellschaft stark
  • „Philantropic Alliance for Solidarity and Democracy in Europe“ initiiert
  • Solidaritätsfonds soll zivilgesellschaftliche Akteure und Grundfreiheiten schützen
  • Stiftungen rufen die europäischen Institutionen zum Handeln auf

Warschau / Berlin, 02.06.2017. Europas Zivilgesellschaft gerät weiter unter Druck. In einer wachsenden Zahl europäischer Länder wird die Arbeit von NGOs, Stiftungen, akademischen Institutionen und der freien Presse auf Grund politischer Radikalisierung und Polarisierung zunehmend eingeschränkt. Europas Stiftungen und Philanthropen setzen jetzt ein kraftvolles Signal dagegen.

Im Rahmen der 28. European Foundation Center Konferenz präsentieren führende europäische Stiftungen, darunter u.a. Open Society Foundation, Bertelsmann Stiftung, Bosch Stiftung, Körber Stiftung, Cultural Foundation, Erste Foundation, Stavros Niarchos Foundation, die Warschauer Erklärung und machen sich für die Zivilgesellschaft und europäische Grundfreiheiten stark. Unter dem Dach der neu initiierten „Philantropic Alliance for Solidarity and Democracy in Europe“ soll ein gemeinsamer Solidaritätsfonds eingerichtet werden, der mit finanziellen und ideellen Ressourcen bedrohte zivilgesellschaftliche Akteure unterstützt und somit ihre Arbeit und Unabhängigkeit sichert. Darüber hinaus intensivieren die Stiftungen den Austausch untereinander.

Stiftungen sehen Grundfreiheiten in Gefahr

„Autonom arbeitende Stiftungen sind besonders wichtig für die Zivilgesellschaft eines jeden Landes. Diejenigen Staaten, die Stiftungen in ihrer freiheitlichen Gestaltung behindern, hemmen ihre eigene Entwicklung. Stiftungen sind ein Gradmesser für die Freiheit eines Landes. Ungarn, Polen, die Türkei sind schlecht beraten, wenn sie die Tätigkeit der gemeinnützigen Stiftungen in ihren Ländern einschränken und den Freiheitsgrad der Stiftungen beschneiden.", erklärt Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Stiftungen und NGOs, als Ausdruck einer freiheitlichen und lebendigen Bürgergesellschaft, sind oftmals erste Opfer autokratischer Regierungen und geraten in polarisierten Gesellschaften schnell an den Pranger. Die Allianz europäischer Stiftungen sieht in diesem Zusammenhang Grundrechte, wie Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt als solche in Gefahr.

Europäische Institutionen müssen aktiv werden

Die Gemeinschaft von Stiftungen und Philanthropen fordert von den europäischen Institutionen verstärktes Engagement und ein klares Bekenntnis zur Freiheit zivilgesellschaftlicher Akteure. Im Aufruf heißt es: „Die öffentlichen europäischen Institutionen müssen robuste Mechanismen zum Schutz, zur Verteidigung und Förderung der Grundfreiheiten einrichten.“

Bundesverband Deutscher Stiftungen

Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat über 4.100 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 8.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens.

Katrin Kowark

Pressesprecherin
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