Parzinger: Provenienzforschung darf nicht an den Türen öffentlicher Einrichtungen enden!

Im Rahmen einer Debatte zu den Entwicklungen seit Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien (Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden) vor 20 Jahren, hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger heute festgestellt:

„In den 20 Jahren seit Verabschiedung der Washington Principles hat sich bereits einiges getan, doch das Kapitel ist bei weitem nicht abgeschlossen. In der SPK haben wir über 50 Restitutionsfälle zu einer fairen und gerechten Einigung gebracht und arbeiten weiterhin systematisch unsere Bestände auf. Deutschlandweit nehmen die öffentlichen Museen und Bibliotheken ihre Aufgabe zur Aufarbeitung wahr, dafür ist die Projektförderung über das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste eine ganz wichtige Unterstützung. Aber die Forschung und Aufarbeitung des Unrechts kann natürlich nicht an den Türen der öffentlichen Einrichtungen enden. Viele Lücken bleiben, nicht zuletzt, weil private Archive und Unterlagen des Kunsthandels schwer bis gar nicht für die Provenienzforscher zugänglich sind. Das muss sich ändern!“

Mehr zur Provenienzforschung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz:
www.preussischer-kulturbesitz.de/schwerpunkte/provenienzforschung-und-eigentumsfragen.html