Mit Rückenwind ins Studium gestartet

sdw/Gerd Scheffler
Der Studienkompass-Absolventenjahrgang 2018

Nach dreijähriger Förderung wurden am Wochenende die diesjährigen 300 Absolventinnen und Absolventen aus dem bundesweiten, gemeinnützigen Programm Studienkompass verabschiedet. Sie alle sind die Ersten in ihrer Familie, die ein Studium aufgenommen haben, und wurden auf diesem Weg intensiv begleitet und gefördert. In einem feierlichen Rahmen beglückwünschten die Studienkompass-Partner die Studierenden, die aus 15 Regionalgruppen bei der Deutsche Bank AG in Frankfurt zusammen gekommen waren, zu den ersten Schritten in eine gelungene Zukunft.

Seit über zehn Jahren setzt sich der Studienkompass für mehr Chancengerechtigkeit am Übergang von der Schule an die Hochschule ein. Noch immer wagen Abiturientinnen und Abiturienten aus Familien ohne akademischen Hintergrund seltener den Schritt an die Uni. Statistisch gesehen beginnen von 100 Kindern aus Akademikerfamilien 79 ein Studium, bei Kindern aus nichtakademischen Familien sind es nur 27, wie ganz aktuell wieder eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt.

Die Jugendlichen werden bereits zwei Jahre vor dem Abitur in den Studienkompass aufgenommen und auch im ersten Jahr an der Hochschule begleitet. Mit einer frühzeitigen und kontinuierlichen Förderung bestärkt der Studienkompass seine Geförderten, zeigt ihnen Möglichkeiten auf und findet mit ihnen einen passenden Berufsweg, der zu ihren Stärken und Interessen passt. Mit großem Erfolg: Rund 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen studieren bereits oder planen nach einem Brückenjahr im Herbst ein Studium aufzunehmen.

„Häufig sind sich junge Menschen gar nicht bewusst, wo ihre Talente liegen oder welche Möglichkeiten ihnen nach dem Abitur offen stehen. Mit dem Studienkompass können wir ihnen verschiedene Wege aufzeigen und sie bestärken, auf ihr Können zu vertrauen und selbstbewusst mit einem Studium zu beginnen. Ein erster wichtiger Schritt für den weiteren Lebensweg“, so Michael Münch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Stiftung.

„Jugendliche brauchen eine intensive Studien- und Berufsorientierung, um Zukunftsentscheidungen auf einem festen Fundament zu treffen. Mit dem Studienkompass können wir hier entscheidend unterstützen und am Übergang Schule – Hochschule zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen“, ergänzt Dr. Ulrich Hinz, Bereichsleiter Schülerförderung (Vors.) der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw).

Über den Studienkompass
Das Förderprogramm wurde 2007 von den Initiativpartnern Accenture-Stiftung, Deutsche Bank Stiftung und Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) ins Leben gerufen, die seit dem eine Vielzahl weiterer Partner hinzugewinnen konnten.

Bundesweit unterstützt der Studienkompass aktuell rund 1.400 Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademische Erfahrung bei der Aufnahme eines Studiums. Über 2.100 junge Menschen haben das Programm bereits erfolgreich durchlaufen. Mehr als 90 Prozent der Geförderten nehmen ein Studium auf. Die hohe Wirksamkeit belegt auch eine wissenschaftliche, unabhängige Evaluation des Programms, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung von 2007 bis 2014 gefördert wurde.

Hauptförderer des Studienkompass sind die Karl Schlecht Stiftung, die aqtivator gGmbH und die aim - Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, ist Schirmherrin des Studienkompass.

Weitere Partner sind: Heinz Nixdorf Stiftung, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., EWE AG, Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, Hans Hermann Voss-Stiftung, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, NORDMETALL-Stiftung, RATIONAL AG, Familie Grieshaber, Roche Diagnostics GmbH, Bürgerstiftung Wolfsburg, Karin Schöpf Stiftung, Bürgerstiftung Braunschweig, Dr. Egon und Hildegard Diener-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, S&P Family Office, Unternehmensverbände im Lande Bremen, Rheinische Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration und Bundesministerium für Bildung und Forschung.